Sexte in der Musik: bestimmen, bilden und hören
Eine Sexte ist der Abstand zwischen zwei Tönen, deren Tonstufen einschließlich Anfangs- und Endton sechs Positionen umfassen. Die kleine Sexte hat 8, die große Sexte 9 Halbtonschritte. Entscheidend sind sowohl die Tonstufen als auch die Halbtonzahl.
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Woran erkennst du eine Sexte?
Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Für den Intervallnamen zählst du die Tonstufen vom Ausgangston bis zum Zielton. Beide Töne zählen mit.
Bei C–A lautet die Folge:
- C
- D
- E
- F
- G
- A
Deshalb ist C–A eine Sexte. Zwischen den sechs Tonstufen liegen fünf Tonschritte.
Sexte
Eine Sexte umfasst sechs Tonstufen. Sie kann nacheinander als Melodiesprung oder gleichzeitig als Zusammenklang erklingen.
Zähle für die Intervallzahl die Tonstufen einschließlich Anfangs- und Endton. Vorzeichen verändern die Intervallqualität, aber nicht die gezählten Tonbuchstaben.
Wie unterscheidest du kleine und große Sexten?
Nach der Intervallzahl bestimmst du die Qualität. Bei Sexten sind vor allem zwei Formen wichtig:
| Qualität | Halbtonschritte | Beispiel |
|---|---|---|
| kleine Sexte (k6) | 8 | C–As |
| große Sexte (g6) | 9 | C–A |
C–As bestimmen
- Zähle die Tonstufen C–D–E–F–G–A: Es sind sechs, also liegt eine Sexte vor.
- Zähle den chromatischen Abstand: C–Cis–D–Dis–E–F–Fis–G–As ergibt 8 Halbtonschritte.
- Sechs Tonstufen und 8 Halbtonschritte ergeben eine kleine Sexte.
Die Halbtonzahl allein genügt nicht immer für den vollständigen Namen. C–As ist eine kleine Sexte. C–Gis klingt auf einem gleichstufig gestimmten Instrument gleich hoch, umfasst nach den Tonbuchstaben aber nur fünf Stufen und heißt deshalb übermäßige Quinte. Diese unterschiedliche Benennung nennt man enharmonische Schreibweise.
Wie bildest und kontrollierst du Sexten?
Gehe beim Bilden einer Sexte in zwei Schritten vor:
- Bestimme zuerst den Zielbuchstaben, indem du sechs Tonstufen einschließlich des Ausgangstons zählst.
- Setze danach das passende Vorzeichen, sodass 8 Halbtonschritte für eine kleine oder 9 für eine große Sexte entstehen.
Eine kleine Sexte über d bilden
- Zähle d–e–f–g–a–h. Der Zielbuchstabe muss also h sein.
- Von d bis h sind es 9 Halbtonschritte. Für eine kleine Sexte brauchst du 8.
- Erniedrige h zu b.
Das Ergebnis ist d–b. Die gelegentliche Angabe von 7 Halbtonschritten für diesen Abstand ist falsch: Eine kleine Sexte hat 8 Halbtonschritte.
Eine große Sexte über des bilden
- Zähle des–es–f–ges–as–b. Der Zielbuchstabe ist b.
- Der Abstand des–b umfasst 9 Halbtonschritte.
Das Ergebnis ist des–b, eine große Sexte.
Eine zweite Kontrolle liefert das Komplementärintervall. Es ergänzt die Sexte zur Oktave:
- kleine Sexte + große Terz = Oktave;
- große Sexte + kleine Terz = Oktave.
Die Halbtonzahlen bestätigen das: $8 + 4 = 12$ und $9 + 3 = 12$.
Bei der Umkehrung tauschen sich klein und groß: k6 wird g3, g6 wird k3. Die Intervallzahlen ergänzen sich dabei zu 9.
Wie kannst du Sexten hören und einordnen?
Beim Hören kannst du einen bekannten Melodieanfang als Vergleichsmelodie verwenden. Für die große Sexte aufwärts wird häufig der Anfang von „My Bonnie Is Over the Ocean“ genutzt. Die kleine Sexte lässt sich etwa mit dem Beginn der Titelmelodie aus „Love Story“ vergleichen.
Eine Vergleichsmelodie ist nur eine Gedächtnishilfe. Sie ersetzt weder das Zählen der Tonstufen noch die Prüfung der Halbtonzahl. Außerdem kann dieselbe Sexte je nach musikalischem Zusammenhang unterschiedlich wirken.
Die Zuordnung „groß klingt nach Dur, klein klingt nach Moll“ ist daher keine sichere Regel. Eine große Sexte kann in einem Mollzusammenhang vorkommen, eine kleine Sexte in einem Durzusammenhang.
So kannst du üben:
- Spiele einen Ausgangston.
- Singe eine kleine oder große Sexte aufwärts.
- Spiele den Zielton zur Kontrolle.
- Wiederhole die Übung abwärts.
- Vergleiche den Klang erst danach mit einer bekannten Melodie.
In der dorischen Tonleiter ist die Sexte über dem Grundton groß. In der natürlichen Molltonleiter ist sie klein. Diese große Sexte ist ein charakteristisches Merkmal des dorischen Modus.
Vertiefung: verminderte und übermäßige Sexten
Neben kleinen und großen Sexten gibt es seltenere Qualitäten:
| Qualität | Halbtonschritte |
|---|---|
| verminderte Sexte | 7 |
| kleine Sexte | 8 |
| große Sexte | 9 |
| übermäßige Sexte | 10 |
Eine kleine Sexte wird durch weitere Verkleinerung um einen Halbton vermindert. Eine große Sexte wird durch Vergrößerung um einen Halbton übermäßig. Die Schreibweise muss weiterhin sechs Tonstufen erkennen lassen.
C–As ist eine kleine Sexte mit 8 Halbtonschritten. Wird der Zielton bei gleichbleibender Intervallzahl noch einmal erniedrigt, entsteht C–Asas: eine verminderte Sexte mit 7 Halbtonschritten.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Sexte
- Erkennen: sechs Tonstufen zählen
- Qualität: Halbtonschritte und Schreibweise prüfen
- Kleine Sexte: 8 Halbtonschritte
- Große Sexte: 9 Halbtonschritte
- Kontrolle: zur Oktave ergänzen
- Hören: Vergleichsmelodie und Kontext nutzen
- Vertiefung: vermindert mit 7, übermäßig mit 10 Halbtonschritten
Abschluss-Check
Du kannst eine Sexte sicher bestimmen, wenn du zuerst sechs Tonstufen nachweist und danach ihre Halbtonzahl prüfst. Mit dem Komplementärintervall kontrollierst du dein Ergebnis; beim Hören helfen Vergleichsmelodien, aber der musikalische Zusammenhang bleibt wichtig.
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