Tritonus: erkennen, benennen und auflösen
Ein Tritonus ist ein Abstand von drei Ganztönen beziehungsweise sechs Halbtönen. Er teilt die Oktave genau in zwei Hälften und erzeugt in tonaler Musik meist eine deutliche Spannung.
Auf dieser Seite lernst du, den Tritonus zu zählen, als übermäßige Quarte oder verminderte Quinte zu benennen und seine typische Auflösung zu erklären.
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Sechs Halbtöne erkennen
Eine Oktave umfasst zwölf Halbtöne. Der Tritonus liegt mit sechs Halbtönen genau in ihrer Mitte.
Von C bis Fis kannst du die Halbtöne einzeln zählen:
- C–Cis
- Cis–D
- D–Dis
- Dis–E
- E–F
- F–Fis
Du kannst denselben Abstand auch als drei Ganztöne lesen: C–D, D–E und E–Fis.
Tritonus
Ein Tritonus ist ein Intervall von drei Ganztönen oder sechs Halbtönen. Sein Name verweist auf die drei Ganztöne.
Zwölf Halbtöne bilden eine Oktave. Sechs Halbtöne bilden einen Tritonus – also eine halbe Oktave.
Übermäßige Quarte und verminderte Quinte unterscheiden
Ein Abstand von sechs Halbtönen kann unterschiedlich notiert sein. Für die genaue Intervallbezeichnung zählt deshalb nicht nur der Klangabstand, sondern auch der Abstand der Tonbuchstaben.
Bei C–Fis zählst du C–D–E–F: vier Tonstufen. Das Intervall ist eine Quarte. Weil es einen Halbton größer als die reine Quarte C–F ist, heißt es übermäßige Quarte.
Bei C–Ges zählst du C–D–E–F–G: fünf Tonstufen. Das Intervall ist eine Quinte. Weil es einen Halbton kleiner als die reine Quinte C–G ist, heißt es verminderte Quinte.
Übermäßige Quarte
Eine übermäßige Quarte umfasst vier Tonstufen und sechs Halbtöne, zum Beispiel C–Fis oder F–H. Streng genommen bezeichnet „Tritonus“ dieses Intervall.
Verminderte Quinte
Eine verminderte Quinte umfasst fünf Tonstufen und sechs Halbtöne, zum Beispiel C–Ges oder H–F. Im üblichen Sprachgebrauch wird auch sie Tritonus genannt.
Auf einem gleichstufig gestimmten Klavier liegen Fis und Ges auf derselben Taste. Trotzdem sind die Schreibweisen nicht beliebig: Sie zeigen unterschiedliche Tonstufen und musikalische Funktionen.
Spannung und Auflösung verstehen
In europäischer tonaler Musik gilt der Tritonus als Dissonanz, also als spannungsreicher Zusammenklang. „Dissonant“ bedeutet nicht automatisch „schlecht“ oder „hässlich“: Die Wirkung hängt vom musikalischen Zusammenhang und vom weiteren Verlauf ab.
Die beiden Schreibweisen zeigen unterschiedliche typische Auflösungsrichtungen:
- Die übermäßige Quarte erweitert sich nach außen zu einem größeren Intervall.
- Die verminderte Quinte zieht sich nach innen zu einem kleineren Intervall zusammen.
F–H ist eine übermäßige Quarte. Bei einer typischen Auflösung bewegt sich F abwärts zu E und H aufwärts zu C. Der Abstand erweitert sich nach außen zur kleinen Sexte E–C. Eine kleine Sexte umfasst sechs Tonstufen und acht Halbtöne.
H–F ist eine verminderte Quinte. H steigt zu C, während F zu E fällt. Der Abstand zieht sich nach innen zur großen Terz C–E zusammen.
Übermäßige Quarte: nach außen. Verminderte Quinte: nach innen.
Den Tritonus im Dominantseptakkord finden
Ein Dominantseptakkord ist ein spannungsreicher Vierklang, der in tonaler Musik zur Tonika drängt. Im Akkord G–H–D–F liegt der Tritonus zwischen H und F.
Der Dominantseptakkord G–H–D–F löst sich nach C-Dur auf:
- H ist der Leitton und steigt einen Halbton zu C.
- F fällt einen Halbton zu E.
- Dadurch wird die verminderte Quinte H–F zur großen Terz C–E.
Der Tritonus trägt damit wesentlich zur hörbaren Auflösungsspannung des Akkords bei.
Warum der musikalische Zusammenhang entscheidet
Gleich klingende Klaviertasten können verschieden notiert und gedeutet werden. Ein Beispiel sind Ais und B: In deutscher Notennamenschreibung bezeichnet B das erniedrigte H. Auf dem gleichstufig gestimmten Klavier teilen sich Ais und B eine Taste.
Über dem Basston Fis bilden die Töne Fis–Ais–Cis–E einen Dominantseptakkord. Zwischen E und Ais liegt eine übermäßige Quarte: E–Fis–Gis–Ais ergibt drei Ganztöne.
Über dem Basston C bilden C–E–G–B ebenfalls einen Dominantseptakkord. Zwischen E und B liegt eine verminderte Quinte. Die Tasten entsprechen zwar E und Ais, doch Bass, Tonbuchstaben und Funktion sind verschieden.
Die Taste zeigt den klingenden Abstand. Die Notation zeigt zusätzlich, welche Rolle ein Ton im musikalischen Zusammenhang übernimmt. Deshalb sind Ais und B nicht in jeder Analyse austauschbar.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Tritonus
- Größe
- drei Ganztöne
- sechs Halbtöne
- halbe Oktave
- Schreibweise
- übermäßige Quarte
- verminderte Quinte
- Auflösung
- übermäßige Quarte nach außen
- verminderte Quinte nach innen
- Harmonik
- Spannung im Dominantseptakkord
- gegenläufige Halbtonschritte
- Bestimmung
- Halbtöne zählen
- Tonbuchstaben zählen
- Kontext beachten
- Größe
Abschluss-Check
Wenn du sechs Halbtöne erkennst, hast du die Größe des Tritonus bestimmt. Für seine genaue Bedeutung gehst du einen Schritt weiter: Zähle die Tonstufen, beachte die Schreibweise und prüfe, wohin sich die beiden Töne bewegen.
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