Physik

Druck in der Physik: Formel, Einheit und Hydraulik

Druck in der Physik: Formel, Einheit und Hydraulik
Druck in der Physik: Formel, Einheit und Hydraulik
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Druck beschreibt, wie stark eine Kraft auf eine bestimmte Fläche verteilt ist. Bei gleicher Fläche erzeugt eine größere Kraft mehr Druck; bei gleicher Kraft erzeugt eine kleinere Fläche mehr Druck.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie hängen Kraft, Fläche und Druck zusammen?

Stell dir vor, du drückst mit demselben Finger einmal auf die breite und einmal auf die schmale Seite eines Radiergummis. Die Kraft kann gleich sein, aber auf der kleineren Fläche ist der Druck größer.

Definition

Druck

Wirkt eine Kraft mit dem Betrag $F$ senkrecht auf eine Fläche $A$, dann ist der Druck $p$ der Quotient aus Kraft und Fläche:

$$p=\frac{F}{A}$$

Nur der senkrecht zur Fläche wirkende Kraftanteil zählt für diese Berechnung.

Daraus folgen zwei wichtige Zusammenhänge:

  • Wird $F$ bei gleicher Fläche größer, steigt der Druck.
  • Wird $A$ bei gleicher Kraft kleiner, steigt der Druck.

Eine dünne Messerklinge hat eine kleine Kontaktfläche. Deshalb kann sie schon bei mäßiger Kraft einen hohen Druck erzeugen. Beim Schärfen wird die Kontaktfläche noch kleiner.

Merke

Mehr Kraft bedeutet bei gleicher Fläche mehr Druck. Weniger Fläche bedeutet bei gleicher Kraft ebenfalls mehr Druck.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWas erhöht den Druck, wenn die Kraft gleich bleibt?
Lösung: Die Fläche wird kleiner. — Nach $p=F/A$ wird der Quotient größer, wenn der Nenner $A$ kleiner wird.
Wie berechnest du Druck und verwendest Einheiten?

Die Kraft $F$ wird in Newton ($\mathrm N$), die Fläche $A$ in Quadratmetern ($\mathrm{m^2}$) und der Druck $p$ in Pascal ($\mathrm{Pa}$) angegeben.

$$1\,\mathrm{Pa}=1\,\frac{\mathrm N}{\mathrm{m^2}}$$

Ein Druck von $1\,\mathrm{Pa}$ bedeutet also: Auf eine Fläche von $1\,\mathrm{m^2}$ wirkt senkrecht eine Kraft von $1\,\mathrm N$.

Weitere gebräuchliche Beziehungen sind:

$$1\,\mathrm{hPa}=100\,\mathrm{Pa}$$

$$1\,\mathrm{bar}=100000\,\mathrm{Pa}=10\,\frac{\mathrm N}{\mathrm{cm^2}}$$

Je nachdem, welche Größe gesucht ist, kannst du die Grundformel umstellen:

$$p=\frac{F}{A},\qquad F=p\cdot A,\qquad A=\frac{F}{p}$$

Beispiel

Auf eine Fläche von $0{,}5\,\mathrm{m^2}$ wirkt senkrecht eine Kraft von $1400\,\mathrm N$.

  1. Gesucht ist der Druck, daher passt $p=F/A$.
  2. Die Größen stehen bereits in Newton und Quadratmetern.
  3. Einsetzen und rechnen:

$$p=\frac{1400\,\mathrm N}{0{,}5\,\mathrm{m^2}}=2800\,\frac{\mathrm N}{\mathrm{m^2}}$$

Damit gilt:

$$p=2800\,\mathrm{Pa}=0{,}028\,\mathrm{bar}$$

Die Einheit passt: Newton geteilt durch Quadratmeter ergibt Pascal.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Druck ist geteilt durch . Ein Newton pro Quadratmeter heißt .

Lösungen: Lücke 1: Kraft; Lücke 2: Fläche; Lücke 3: Pascal. Die Grundformel lautet $p=F/A$. Ihre SI-Einheit ist Pascal, also Newton pro Quadratmeter.
Was bedeutet Druck in Flüssigkeiten und Gasen?

In einer ruhenden Flüssigkeit oder einem ruhenden Gas hat der Druck an einem Ort in allen Richtungen denselben Betrag. Die Kraft, die das Medium auf eine Wand oder einen Kolben ausübt, wirkt jedoch immer senkrecht auf die jeweilige Fläche.

Gut zu wissen

Druck und Kraft sind nicht dasselbe: Druck ist eine skalare, also ungerichtete Zustandsgröße. Eine Kraft besitzt dagegen eine Richtung. Ihre Richtung hängt hier von der betrachteten Fläche ab.

Bei Gasen entsteht Druck durch die ungeordnete Bewegung der Teilchen. Sie stoßen gegen die Behälterwand und üben dabei Kräfte auf sie aus.

Drückt ein fester Körper auf eine Unterlage, wird der Quotient $F/A$ häufig als Auflagedruck bezeichnet. Der Druckzustand innerhalb einer Flüssigkeit oder eines Gases ist davon zu unterscheiden.

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Frage 1 von 1MittelAn drei verschieden ausgerichteten Wänden eines ruhenden Wasserbehälters wird derselbe Druck gemessen. Wie wirken die Kräfte des Wassers auf die Wände?
Lösung: Jede Kraft wirkt senkrecht auf die jeweilige Wand. — Der Druckbetrag kann an einem Ort richtungsunabhängig sein. Die vom Wasser ausgeübte Kraft steht dennoch senkrecht auf jeder Kontaktfläche.
Warum nehmen Wasser- und Luftdruck zu oder ab?

Der Schweredruck entsteht durch das Gewicht einer Flüssigkeits- oder Gassäule. Unter Wasser liegt über einem tieferen Punkt eine größere Wassersäule als über einem flacheren Punkt. Ihre größere Gewichtskraft führt zu einem größeren Druck.

Deshalb spürst du beim Tauchen mit zunehmender Tiefe einen steigenden Wasserdruck. Die Flüssigkeit muss dafür nicht strömen.

Auch die Luft der Atmosphäre besitzt Gewicht und erzeugt Luftdruck. Näherungsweise beträgt der atmosphärische Druck in Bodennähe etwa $1\,\mathrm{bar}$. Mit zunehmender Höhe nimmt er ab, weil sich über dem betrachteten Ort weniger Luft befindet.

Merke

Schweredruck kann in einem ruhenden Medium auftreten. Entscheidend ist die Flüssigkeits- oder Gassäule über dem betrachteten Ort, nicht eine Strömung.

Bei Druckangaben musst du außerdem den Bezug kennen:

  • Absoluter Druck wird gegenüber dem Vakuum angegeben.
  • Umgebungsdruck ist der Druck der umgebenden Luft.
  • Überdruck ist die Differenz zwischen absolutem Druck und Umgebungsdruck.

$$p_\mathrm{e}=p_\mathrm{abs}-p_\mathrm{amb}$$

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Frage 1 von 1MittelZwei Punkte liegen im selben ruhenden Wasser unterschiedlich tief. An welchem Punkt ist der Schweredruck größer?
Lösung: Am tieferen Punkt, weil darüber eine größere Wassersäule liegt. — Ruhe bedeutet nicht, dass der Druck überall gleich groß ist. Mit der Tiefe wächst die darüberliegende Wassersäule und damit der Schweredruck.
Wie verstärkt eine hydraulische Anlage Kräfte?

Das Pascal’sche Prinzip besagt: Eine Druckänderung in einer eingeschlossenen Flüssigkeit wird unverändert durch die Flüssigkeit übertragen.

Für zwei Kolben gilt bei gleichem Druck:

$$\frac{F_1}{A_1}=\frac{F_2}{A_2}$$

Daraus folgt:

$$F_2=F_1\cdot\frac{A_2}{A_1}$$

Ist der zweite Kolben größer als der erste, ist auch die Kraft am zweiten Kolben größer. Die Anlage erzeugt dabei nicht mehr Druck; derselbe Druck wirkt auf eine größere Fläche.

Beispiel

Am ersten Kolben wirken $15\,\mathrm N$ auf eine Fläche von $6\,\mathrm{cm^2}$.

$$p=\frac{15\,\mathrm N}{6\,\mathrm{cm^2}}=2{,}5\,\frac{\mathrm N}{\mathrm{cm^2}}$$

Ein zweiter Kolben hat die Fläche $2\,\mathrm{cm^2}$. Bei gleichem Druck gilt:

$$F_2=p\cdot A_2=2{,}5\,\frac{\mathrm N}{\mathrm{cm^2}}\cdot2\,\mathrm{cm^2}=5\,\mathrm N$$

Der zweite Kolben ist kleiner und liefert deshalb nur $5\,\mathrm N$. Für eine Kraftverstärkung müsste der Ausgangskolben eine größere Fläche als der Eingangskolben haben.

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Frage 1 von 1SchwerEine hydraulische Hebebühne soll mit möglichst kleiner Eingangskraft eine große Last heben. Welche Anordnung ist geeignet?
Lösung: Die Eingangskraft wirkt auf den kleinen, die Last auf den großen Kolben. — Der kleine Eingangskolben erzeugt den Druck. Derselbe Druck wirkt am großen Ausgangskolben auf eine größere Fläche und erzeugt dort eine größere Kraft.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Druck
    • Grundformel: $p=F/A$
    • Einheit: Pascal
    • Abhängigkeit: mehr Kraft oder weniger Fläche erhöht den Druck
    • Fluide: Druckbetrag am Ort in allen Richtungen gleich
    • Schweredruck: wächst mit der Flüssigkeits- oder Gassäule
    • Hydraulik: gleicher Druck wirkt auf verschieden große Kolbenflächen
    • Druckbezug: absoluter Druck, Umgebungsdruck und Überdruck
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Einheit ist gleichbedeutend mit Pascal?
Lösung: Newton pro Quadratmeter — Nach der Definition gilt $1\,\mathrm{Pa}=1\,\mathrm{N/m^2}$.
Frage 2 von 3MittelEine Kraft von $1400\,\mathrm N$ wirkt senkrecht auf $0{,}5\,\mathrm{m^2}$. Welcher Druck entsteht?
Lösung: $2800\,\mathrm{Pa}$ — Setze in $p=F/A$ ein. Das Ergebnis ist $2800\,\mathrm{N/m^2}=2800\,\mathrm{Pa}$.
Frage 3 von 3SchwerZwei hydraulische Kolben stehen unter demselben Druck. Kolben B hat die dreifache Fläche von Kolben A. Wie groß ist die Kraft an B?
Lösung: Sie ist dreimal so groß wie die Kraft an A. — Bei unverändertem Druck ist die Kraft proportional zur Fläche. Die dreifache Fläche führt daher zur dreifachen Kraft.

Du beherrschst das Thema, wenn du zuerst Kraft und Fläche richtig zuordnest, die passende Formel auswählst, auf Einheiten achtest und dein Ergebnis mit den Zusammenhängen prüfst: mehr Kraft erhöht den Druck, mehr Fläche senkt ihn bei gleichbleibender Kraft.

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