Physik

Resonanz in der Physik einfach erklärt

Resonanz in der Physik einfach erklärt
Resonanz in der Physik einfach erklärt
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Resonanz entsteht, wenn ein schwingungsfähiges System periodisch passend zu seiner Eigenfrequenz angeregt wird. Dann nimmt es besonders wirksam Energie auf und seine Amplitude kann stark wachsen.

Auf dieser Seite lernst du, Resonanz von anderen Schwingungen zu unterscheiden, den Einfluss der Dämpfung zu erklären und Chancen sowie Gefahren einzuschätzen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was schwingt frei, was wird angetrieben?

Ein schwingungsfähiges System bewegt sich wiederholt um eine Gleichgewichtslage. Beispiele sind ein Pendel, eine Schaukel, eine Stimmgabel oder ein elastisches Bauteil.

Definition

Amplitude

Die Amplitude ist die größte Auslenkung aus der Gleichgewichtslage. Eine größere Amplitude bedeutet bei einer Schaukel beispielsweise einen größeren Abstand von ihrer tiefsten Lage.

Definition

Frequenz

Die Frequenz $f$ gibt an, wie viele vollständige Schwingungen pro Sekunde stattfinden. Ihre Einheit ist Hertz: $1\,\text{Hz}$ bedeutet eine Schwingung pro Sekunde.

Bei einer freien Schwingung wird das System einmal ausgelenkt und danach sich selbst überlassen. Es schwingt mit einer für seine Eigenschaften typischen Frequenz, der Eigenfrequenz $f_0$.

Bei einer erzwungenen Schwingung wirkt dagegen eine wiederholte, periodische Anregung. Der Energielieferant heißt Erreger, seine Frequenz Erregerfrequenz $f_E$.

Beispiel

Du ziehst eine Schaukel einmal zurück und lässt sie los: Danach führt sie eine freie Schwingung aus.

Schubst du sie regelmäßig weiter an, erzwingst du ihre Schwingung. Die Schaukel übernimmt auf Dauer den Rhythmus der wiederholten Anregung.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Situation zeigt eine freie Schwingung?
Lösung: Ein Pendel wird einmal ausgelenkt, losgelassen und danach nicht mehr berührt. — Frei bedeutet: Nach der einmaligen Anregung wirkt kein periodischer Erreger mehr.
Wann entsteht Resonanz?

Resonanz ist ein besonderer Fall der erzwungenen Schwingung. Im einfachen Schulmodell gilt die Resonanzbedingung:

$$f_E=f_0$$

Die Erregerfrequenz stimmt also mit der Eigenfrequenz des Systems überein. Jede neue Anregung kommt in einem günstigen Bewegungszustand. Dadurch wird wiederholt Energie übertragen und die Amplitude wächst deutlich.

Merke

Nicht jede erzwungene Schwingung ist Resonanz. Erst die passende Frequenz macht die Energieübertragung besonders wirksam.

Die Periodendauer $T$ ist die Zeit für eine vollständige Schwingung. Frequenz und Periodendauer hängen so zusammen:

$$T=\frac{1}{f}$$

Beispiel

Eine Schaukel besitzt die Eigenfrequenz $f_0=0{,}5\,\text{Hz}$. Ihre freie Schwingung dauert daher

$$T_0=\frac{1}{0{,}5\,\text{Hz}}=2\,\text{s}.$$

Eine periodische Anregung mit derselben Frequenz wiederholt sich ebenfalls alle $2\,\text{s}$. Erfolgt der Anschub jeweils passend zur Bewegung, liegt im einfachen Modell Resonanz vor. Die Auslenkung wird größer.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei einer freien Schwingung heißt die typische Frequenz des Systems . Eine fortlaufende äußere Anregung besitzt eine . Stimmen beide Frequenzen im einfachen Modell überein, liegt vor.

Lösungen: Lücke 1: Eigenfrequenz; Lücke 2: Erregerfrequenz; Lücke 3: Resonanz. Entscheidend ist die Rollenverteilung: Das System besitzt die Eigenfrequenz, der äußere Antrieb die Erregerfrequenz.
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Frage 1 von 1MittelEin Schwinger hat $f_0=0{,}5\,\text{Hz}$. Welche Anregung erfüllt die Resonanzbedingung des einfachen Modells?
Lösung: Eine Anregung mit $f_E=0{,}5\,\text{Hz}$ — Setze die Frequenzen in die Resonanzbedingung ein: Nur $0{,}5\,\text{Hz}=0{,}5\,\text{Hz}$ erfüllt sie.
Warum wächst die Amplitude nicht unbegrenzt?

Reale Schwingungen verlieren Energie, beispielsweise durch Reibung. Diese Energieabgabe heißt Dämpfung.

Bei einer erzwungenen Schwingung wirken zwei Vorgänge gegeneinander:

  1. Der Erreger führt dem System Energie zu.
  2. Die Dämpfung entzieht dem System Energie.

Bei Resonanz kann die zugeführte Energie besonders groß sein. Trotzdem begrenzt die Dämpfung normalerweise die erreichbare Amplitude. Je geringer die Dämpfung ist, desto größer kann die Resonanzamplitude werden.

Beispiel

Zwei gleichartige Schaukeln werden im passenden Rhythmus angeschubst. Bei der ersten bremsen Lagerreibung und Luftwiderstand stark, bei der zweiten nur schwach. Unter vergleichbarer Anregung erreicht die schwächer gedämpfte Schaukel die größere Amplitude.

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Frage 1 von 1MittelWas geschieht, wenn bei sonst gleicher Anregung die Dämpfung kleiner wird?
Lösung: Die mögliche Resonanzamplitude wird größer. — Geringere Dämpfung entzieht pro Bewegung weniger Energie. Deshalb kann sich bei passender Anregung eine größere Amplitude aufbauen.
Wann hilft Resonanz und wann wird sie gefährlich?

Resonanz ist weder grundsätzlich gut noch grundsätzlich schlecht. Entscheidend ist, ob die große Amplitude erwünscht ist und ob das System sie aushält.

Erwünschte Resonanz

Bei einer Gitarre übertragen die Saiten ihre Schwingungen auf den Resonanzkörper. Dieser schwingt bei vielen Tonhöhen mit und verstärkt den Klang. Auch Resonanzböden von Klavieren nutzen diesen Effekt.

Resonanz kann außerdem zur Frequenzbestimmung dienen: Bei einem Zungenfrequenzmesser schwingt die Zunge mit der passenden Eigenfrequenz besonders stark.

Unerwünschte Resonanz

Lockere Fahrzeugteile können bei einer bestimmten Motordrehzahl stark dröhnen. Ein Glas kann bei passender Tonfrequenz heftig mitschwingen. Auch Bauwerke können durch periodische Kräfte angeregt werden.

Definition

Resonanzkatastrophe

Eine Resonanzkatastrophe entsteht, wenn die Resonanzamplitude so groß wird, dass die Belastungsgrenze des Systems überschritten wird und Schäden oder Zerstörung auftreten.

Dagegen helfen je nach System eine stärkere Dämpfung, eine veränderte Eigenfrequenz oder das Vermeiden einer dauerhaften Anregung im Resonanzbereich.

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Frage 1 von 1SchwerEin Maschinenteil schwingt bei einer bestimmten Drehzahl gefährlich stark. Welche Maßnahme setzt direkt an der Resonanz an?
Lösung: Die Dämpfung erhöhen oder die Eigenfrequenz des Bauteils verändern. — Eine wirksame Maßnahme verändert die Energieverluste oder verhindert die Übereinstimmung von Erreger- und Eigenfrequenz.
Vertiefung: Was zeigt eine Resonanzkurve?

Eine Resonanzkurve stellt die Amplitude einer erzwungenen Schwingung in Abhängigkeit von der Erregerfrequenz dar:

  • Auf der waagerechten Achse steht $f_E$.
  • Auf der senkrechten Achse steht die erreichte Amplitude.
  • Im Resonanzbereich besitzt die Kurve ihr Maximum.
  • Bei geringer Dämpfung kann dieses Maximum besonders groß werden.

Auch die zeitliche Lage von Erreger und Schwinger verändert sich. Diese Verschiebung heißt Phasenverschiebung. Bei sehr niedriger Erregerfrequenz bewegen sich beide nahezu im Gleichtakt. Im Resonanzbereich beträgt der Betrag der Phasenverschiebung im beschriebenen Modell etwa $\frac{\pi}{2}$, also $90^\circ$. Bei sehr hoher Erregerfrequenz ist die Amplitude des Schwingers klein und seine Bewegung nahezu gegensinnig zur Anregung.

Das Vorzeichen des Phasenwinkels hängt davon ab, welche Bewegung als Bezug gewählt wird. Für die Deutung ist daher wichtiger, wer gegenüber wem vor- oder nacheilt, als ein Vorzeichen ohne erklärte Konvention.

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Frage 1 von 1SchwerEine Messreihe zeigt bei einer bestimmten Erregerfrequenz ein deutliches Amplitudenmaximum. Welche Deutung ist am besten begründet?
Lösung: Die Messwerte weisen auf den Resonanzbereich des Systems hin. — Das kennzeichnende Merkmal der Resonanzkurve ist ein Amplitudenmaximum bei passender Erregerfrequenz.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Resonanz
    • Voraussetzung: schwingungsfähiges System
    • Systemgröße: Eigenfrequenz $f_0$
    • Antrieb: Erregerfrequenz $f_E$
    • Bedingung im einfachen Modell: $f_E=f_0$
    • Wirkung: besonders große Amplitude
    • Begrenzung: Dämpfung entzieht Energie
    • Nutzen: Klangverstärkung und Frequenzmessung
    • Gefahr: Überschreiten der Belastungsgrenze
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt Resonanz richtig?
Lösung: Resonanz ist eine erzwungene Schwingung mit besonders wirksamer Energieübertragung bei passender Erregerfrequenz. — Resonanz benötigt ein schwingungsfähiges System und eine passende periodische äußere Anregung.
Frage 2 von 3MittelZwei gleiche Systeme werden gleich stark und mit passender Frequenz angeregt. System A ist stärker gedämpft als System B. Welches erreicht voraussichtlich die größere Amplitude?
Lösung: System B — Bei sonst gleichen Bedingungen ermöglicht die geringere Dämpfung von System B eine größere Resonanzamplitude.
Frage 3 von 3SchwerEine Konstruktion beginnt nur bei einer bestimmten Anregungsfrequenz stark zu schwingen. Wie untersuchst du, ob Resonanz die Ursache ist?
Lösung: Du vergleichst die Erregerfrequenz mit der Eigenfrequenz und beobachtest die Amplitude bei benachbarten Frequenzen. — Ein Amplitudenmaximum bei einer Erregerfrequenz nahe der Eigenfrequenz ist der entscheidende Hinweis auf Resonanz. Zusätzlich musst du die Dämpfung und die Belastungsgrenze berücksichtigen.

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