Wetter und Klima: Unterschiede einfach erklärt
Wetter beschreibt den Zustand der Atmosphäre an einem Ort zu einer bestimmten Zeit. Witterung fasst den vorherrschenden Wetterablauf über mehrere Tage oder Wochen zusammen. Klima beschreibt typische Wetterverhältnisse und ihre Schwankungen über lange Zeiträume. Ein einzelner heißer Tag ist deshalb Wetter, noch kein Klimatrend.
Auf dieser Seite lernst du, Wetterbeobachtungen einzuordnen, wichtige physikalische Zusammenhänge zu erklären und Aussagen über Klima kritisch zu prüfen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wetter, Witterung oder Klima?
Die drei Begriffe unterscheiden sich vor allem durch ihren Zeitraum und die Art der Aussage.
| Begriff | Worum geht es? | Beispiel |
|---|---|---|
| Wetter | aktueller oder kurzfristiger Zustand der Atmosphäre an einem Ort | Heute regnet es bei 12 °C. |
| Witterung | vorherrschender Wetterablauf über mehrere Tage oder Wochen | Die Woche war kühl und regnerisch. |
| Klima | typische Wetterverhältnisse und Schwankungen über lange Zeiträume in einem Gebiet | Für die Region werden langjährige Temperatur- und Niederschlagsdaten ausgewertet. |
Wetter wird mit mess- und beobachtbaren Größen beschrieben. Dazu gehören Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchte, Wind, Bewölkung und Niederschlag. Für Aussagen über Klima braucht man viele solcher Beobachtungen über lange Zeiträume.
Kurzer Zeitraum und einzelner Ort: Wetter. Mehrere Tage oder Wochen: Witterung. Langfristige typische Verhältnisse und Schwankungen: Klima.
Was Wetter antreibt
Die Sonne liefert den entscheidenden Energieeintrag für das Erdsystem. Erdoberflächen nehmen Sonnenenergie unterschiedlich stark auf. Dadurch erwärmen sich Boden, Wasser und die darüberliegende Luft nicht überall gleich.
Unterschiede in Temperatur und Luftdruck tragen dazu bei, dass Luft sich bewegt: Wind entsteht. Enthält Luft Wasserdampf, kann dieser bei passenden Bedingungen kondensieren. So können Wolken, Nebel und Niederschlag entstehen.
An einem sonnigen Tag erwärmen sich Land und Wasser unterschiedlich. Die Luft darüber erwärmt sich ebenfalls unterschiedlich. Damit können Druckunterschiede und eine Luftbewegung entstehen. Das Beispiel zeigt eine Kette: Sonnenenergie → unterschiedliche Erwärmung → Druckunterschiede → Wind.
Diese Kette erklärt nicht jedes Wetterdetail. Gelände, Höhenlage, Verteilung von Land und Meer, Feuchtigkeit und großräumige Luftbewegungen wirken ebenfalls mit.
Strahlungshaushalt der Erde
Im globalen und zeitlichen Mittel treffen ungefähr 341 W/m² Sonnenstrahlung auf die Erde. Diese Angabe ist ein Mittelwert über die gesamte Erdoberfläche und keine Messung für einen einzelnen Ort oder Augenblick.
Ein Teil der eintreffenden Strahlung wird zurückgeworfen, ein anderer Teil aufgenommen. Die Erde gibt Energie wieder als Wärmestrahlung ab. Langfristig ist der Strahlungshaushalt annähernd ausgeglichen: Aufgenommene und abgegebene Energie entsprechen einander ungefähr.
Strahlungshaushalt
Der Strahlungshaushalt ist die Bilanz aus eintreffender, zurückgeworfener, aufgenommener und abgegebener Strahlungsenergie. Darstellungen davon sind vereinfachte Modelle eines Systems mit vielen Einflussgrößen.
Die Zahl 341 W/m² darfst du nicht als dauerhafte Sonneneinstrahlung auf dein Schuldach lesen. Nachts trifft dort keine direkte Sonnenstrahlung ein, mittags kann der Wert deutlich anders sein. Die Zahl beschreibt einen räumlichen und zeitlichen Mittelwert für die Erde.
Natürlicher und menschengemachter Treibhauseffekt
Die Erdoberfläche nimmt einen Teil der Sonnenenergie auf und gibt Energie als Wärmestrahlung ab. Treibhausgase in der Atmosphäre wechselwirken mit einem Teil dieser Wärmestrahlung. Dadurch bleibt mehr Energie im System Erde und Atmosphäre, als es ohne diese Gase der Fall wäre.
Der natürliche Treibhauseffekt gehört zum Klimasystem und ermöglicht lebensfreundliche Bedingungen. Der anthropogene Treibhauseffekt ist die zusätzliche Verstärkung durch Treibhausgase, die Menschen ausstoßen.
Natürlich bedeutet hier nicht „unwichtig“ und menschengemacht nicht „ein völlig anderer Vorgang“. Es ist derselbe physikalische Grundzusammenhang; menschliche Emissionen verstärken ihn.
Beobachten, modellieren und beurteilen
Eine Messstation erfasst Zustände der Atmosphäre, zum Beispiel Temperatur, Luftdruck, Wind oder Niederschlag. Aus vielen Messungen entstehen Zeitreihen. Sie helfen, Wetterabläufe zu beschreiben und langfristige Veränderungen zu untersuchen.
Modelle verbinden Messdaten mit physikalischen Gesetzen. Eine Wettervorhersage berechnet mögliche kurzfristige Entwicklungen aus dem aktuellen Zustand. Ein Klimamodell untersucht langfristige Muster und den Einfluss verschiedener Faktoren.
Modell
Ein Modell ist eine vereinfachte Darstellung der Wirklichkeit. Es hilft, Zusammenhänge zu untersuchen und Folgen unter festgelegten Annahmen abzuschätzen. Weil es vereinfacht und Eingangsdaten begrenzt sind, hat jedes Modell einen Gültigkeitsbereich und Unsicherheiten.
Vorhersagen sind deshalb keine Gewissheiten. Bei Wetter und Klima wirken viele Größen zusammen; nichtlineare und chaotische Vorgänge begrenzen besonders die genaue Wettervorhersage weit in die Zukunft.
Eine Klimabehauptung prüfen
Gehe in vier Schritten vor:
- Aussage klären: Geht es um Wetter, Witterung, einen Klimatrend oder ein Werturteil?
- Zeitraum und Gebiet prüfen: Reicht die Datenreihe zur behaupteten Aussage?
- Grundlage prüfen: Beruht die Aussage auf einzelnen Beobachtungen, einer Zeitreihe oder einem Modell?
- Grenzen nennen: Welche Messunsicherheiten, Annahmen oder Modellgrenzen sind wichtig?
Behauptung: „Weil dieser Sommer kühl war, gibt es keine langfristige Erwärmung.“
Die Behauptung vermischt einen begrenzten Wetter- oder Witterungsverlauf mit einem Klimatrend. Für die Klimafrage braucht man langfristige Daten eines passenden Gebiets. Ein einzelner Sommer reicht dafür nicht.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Wetter und Klima
- Zeiträume
- Wetter: kurz und örtlich
- Witterung: mehrere Tage oder Wochen
- Klima: langfristige typische Verhältnisse
- Physikalische Zusammenhänge
- Sonnenenergie und Strahlungshaushalt
- Erwärmung, Luftdruck und Wind
- Wasserdampf, Wolken und Niederschlag
- Treibhauseffekt
- natürlich: lebensfreundliche Bedingungen
- anthropogen: zusätzliche Verstärkung
- Erkenntniswege
- Beobachtungen und Zeitreihen
- Modelle mit Annahmen und Grenzen
- Zeiträume
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