Abschreibung einfach erklärt: Rechnen und buchen
Eine Abschreibung verteilt die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines länger genutzten, abnutzbaren Wirtschaftsguts auf seine Nutzungsjahre. Sie erfasst den Werteverzehr als Aufwand, senkt den Buchwert des Wirtschaftsguts und mindert den Gewinn. Dabei fließt nicht erneut Geld ab: Die Zahlung gehört zum Kauf.
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Warum wird ein Kaufpreis auf mehrere Jahre verteilt?
Stell dir vor, ein Unternehmen kauft eine Maschine und nutzt sie fünf Jahre. Würde es den gesamten Kaufpreis nur im ersten Jahr als Aufwand erfassen, wäre dieses Jahr stark belastet. In den folgenden Jahren würde die Maschine weiterarbeiten, ohne dass ein entsprechender Aufwand sichtbar wäre.
Durch die Abschreibung werden die Kosten auf die Nutzungsjahre verteilt. So zeigt die Buchhaltung, dass die Maschine nach und nach an Wert verliert.
Abschreibung
Eine Abschreibung erfasst den Werteverzehr eines Vermögensgegenstands. Bei abnutzbarem Anlagevermögen werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten grundsätzlich über die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt.
Zum Anlagevermögen gehören Wirtschaftsgüter, die dem Betrieb längerfristig dienen, zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge oder Geschäftsausstattung. Abschreibbar sind dabei vor allem Güter, die sich abnutzen oder deren Nutzungsrecht zeitlich begrenzt ist.
Grund und Boden ist dagegen normalerweise nicht planmäßig abschreibbar, weil er sich durch die betriebliche Nutzung nicht in derselben Weise abnutzt.
Kauf und Abschreibung sind zwei verschiedene Vorgänge: Beim Kauf fließt Geld ab. Die spätere Abschreibung verteilt den Aufwand und vermindert den Buchwert.
Wie berechnest du die lineare Abschreibung?
Bei der linearen Abschreibung ist der Abschreibungsbetrag in jedem vollständigen Nutzungsjahr gleich hoch.
Du brauchst dafür:
- die Anschaffungs- oder Herstellungskosten,
- die voraussichtliche Nutzungsdauer,
- die Information, ob das Gut das ganze Jahr genutzt wurde.
Die Nutzungsdauer wird für steuerliche Zwecke meist mithilfe amtlicher AfA-Tabellen geschätzt. AfA bedeutet Absetzung für Abnutzung.
Die Grundrechnung lautet in Worten:
jährliche Abschreibung = Anschaffungs- oder Herstellungskosten geteilt durch Nutzungsdauer
Eine Poliermaschine kostet insgesamt 15.000 €. Ihre Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre.
Jährliche Abschreibung:
$$15.000\,€ : 5 = 3.000\,€$$
Der Buchwert sinkt in jedem vollständigen Jahr um 3.000 €:
| Zeitpunkt | Abschreibung des Jahres | Buchwert am Jahresende |
|---|---|---|
| Anschaffung | – | 15.000 € |
| Ende Jahr 1 | 3.000 € | 12.000 € |
| Ende Jahr 2 | 3.000 € | 9.000 € |
| Ende Jahr 3 | 3.000 € | 6.000 € |
| Ende Jahr 4 | 3.000 € | 3.000 € |
| Ende Jahr 5 | 3.000 € | 0 € |
Die fünf gleichen Jahresbeträge ergeben zusammen wieder die Anschaffungskosten von 15.000 €.
Wie funktioniert die zeitanteilige Abschreibung?
Wird ein Wirtschaftsgut während des Jahres angeschafft, darf für das erste Jahr grundsätzlich nur der tatsächlich genutzte Jahresanteil abgeschrieben werden.
Gehe in zwei Schritten vor:
- Berechne zuerst den Betrag für ein vollständiges Jahr.
- Multipliziere ihn mit dem genutzten Anteil des Jahres.
Eine Maschine kostet 12.000 € und hat eine Nutzungsdauer von vier Jahren. Im Anschaffungsjahr wird sie vier Monate genutzt.
Zuerst berechnest du den Jahresbetrag:
$$12.000\,€ : 4 = 3.000\,€$$
Vier Monate sind vier Zwölftel eines Jahres:
$$3.000\,€ \cdot \frac{4}{12} = 1.000\,€$$
Im ersten Jahr beträgt die zeitanteilige Abschreibung somit 1.000 €.
Berechne bei einer unterjährigen Anschaffung nicht sofort mit den Monaten. Bestimme zuerst die volle Jahresabschreibung und anschließend den Zeitanteil.
Welche Arten musst du unterscheiden?
Eine planmäßige Abschreibung bildet einen vorhersehbaren Werteverzehr ab. Dazu gehören zum Beispiel die gewöhnliche Abnutzung einer Maschine oder das Ablaufen einer zeitlich begrenzten Lizenz.
Eine außerplanmäßige Abschreibung berücksichtigt einen unerwarteten, außergewöhnlich starken Wertverlust. Ein Beispiel ist eine irreparabel beschädigte Maschine, deren Buchwert plötzlich nicht mehr gerechtfertigt ist.
Auch die Berechnungsmethode kann sich unterscheiden:
- linear: jedes vollständige Jahr derselbe Betrag;
- degressiv: anfangs höhere und später niedrigere Beträge;
- leistungsbezogen: der Betrag richtet sich nach der tatsächlichen Nutzung, etwa Betriebsstunden oder gefahrenen Kilometern.
Welche Methode steuerlich zulässig ist, hängt vom Wirtschaftsgut und teilweise vom Anschaffungszeitpunkt ab. Für schulische Grundaufgaben ist die lineare Methode meist der Ausgangspunkt.
Wie wird eine lineare Abschreibung gebucht?
Für die Poliermaschine aus dem Beispiel lautet der vereinfachte Buchungssatz:
Abschreibungen auf Sachanlagen 3.000 € an Maschinen 3.000 €
Dabei geschieht zweierlei:
- Das Aufwandskonto Abschreibungen auf Sachanlagen nimmt im Soll zu.
- Das Aktivkonto Maschinen nimmt im Haben ab.
Die Abschreibung senkt damit den Wert des Anlagevermögens in der Bilanz. In der Gewinn- und Verlustrechnung, kurz GuV, steigt der Aufwand. Dadurch sinkt der Gewinn. Beim Abschluss der Erfolgskonten wirkt sich der niedrigere Gewinn auch mindernd auf das Eigenkapital aus.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Abschreibung
- Zweck: Werteverzehr erfassen und Aufwand auf Nutzungsjahre verteilen
- Berechnung: Kosten durch Nutzungsdauer teilen
- Zeitanteil: Jahresbetrag mit dem genutzten Jahresanteil multiplizieren
- Arten: planmäßig oder außerplanmäßig
- Bilanzwirkung: Buchwert sinkt
- GuV-Wirkung: Aufwand steigt und Gewinn sinkt
Abschluss-Check
Wenn du Kosten, Nutzungsdauer und Nutzungszeitraum sauber trennst, kannst du den Abschreibungsbetrag berechnen. Mit dem Buchungssatz erklärst du anschließend, warum der Anlagenwert sinkt und der Aufwand in der GuV steigt.
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