Wirtschaft

Abschreibung einfach erklärt: Rechnen und buchen

Abschreibung einfach erklärt: Rechnen und buchen
Abschreibung einfach erklärt: Rechnen und buchen
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Eine Abschreibung verteilt die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines länger genutzten, abnutzbaren Wirtschaftsguts auf seine Nutzungsjahre. Sie erfasst den Werteverzehr als Aufwand, senkt den Buchwert des Wirtschaftsguts und mindert den Gewinn. Dabei fließt nicht erneut Geld ab: Die Zahlung gehört zum Kauf.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum wird ein Kaufpreis auf mehrere Jahre verteilt?

Stell dir vor, ein Unternehmen kauft eine Maschine und nutzt sie fünf Jahre. Würde es den gesamten Kaufpreis nur im ersten Jahr als Aufwand erfassen, wäre dieses Jahr stark belastet. In den folgenden Jahren würde die Maschine weiterarbeiten, ohne dass ein entsprechender Aufwand sichtbar wäre.

Durch die Abschreibung werden die Kosten auf die Nutzungsjahre verteilt. So zeigt die Buchhaltung, dass die Maschine nach und nach an Wert verliert.

Definition

Abschreibung

Eine Abschreibung erfasst den Werteverzehr eines Vermögensgegenstands. Bei abnutzbarem Anlagevermögen werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten grundsätzlich über die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt.

Zum Anlagevermögen gehören Wirtschaftsgüter, die dem Betrieb längerfristig dienen, zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge oder Geschäftsausstattung. Abschreibbar sind dabei vor allem Güter, die sich abnutzen oder deren Nutzungsrecht zeitlich begrenzt ist.

Grund und Boden ist dagegen normalerweise nicht planmäßig abschreibbar, weil er sich durch die betriebliche Nutzung nicht in derselben Weise abnutzt.

Merke

Kauf und Abschreibung sind zwei verschiedene Vorgänge: Beim Kauf fließt Geld ab. Die spätere Abschreibung verteilt den Aufwand und vermindert den Buchwert.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt eine Abschreibung richtig?
Lösung: Sie erfasst den Werteverzehr eines Vermögensgegenstands als Aufwand. — Eine Abschreibung vermindert den Buchwert und erhöht den Aufwand. Dadurch sinkt grundsätzlich auch der Gewinn.
Wie berechnest du die lineare Abschreibung?

Bei der linearen Abschreibung ist der Abschreibungsbetrag in jedem vollständigen Nutzungsjahr gleich hoch.

Du brauchst dafür:

  1. die Anschaffungs- oder Herstellungskosten,
  2. die voraussichtliche Nutzungsdauer,
  3. die Information, ob das Gut das ganze Jahr genutzt wurde.

Die Nutzungsdauer wird für steuerliche Zwecke meist mithilfe amtlicher AfA-Tabellen geschätzt. AfA bedeutet Absetzung für Abnutzung.

Die Grundrechnung lautet in Worten:

jährliche Abschreibung = Anschaffungs- oder Herstellungskosten geteilt durch Nutzungsdauer

Beispiel

Eine Poliermaschine kostet insgesamt 15.000 €. Ihre Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre.

Jährliche Abschreibung:

$$15.000\,€ : 5 = 3.000\,€$$

Der Buchwert sinkt in jedem vollständigen Jahr um 3.000 €:

ZeitpunktAbschreibung des JahresBuchwert am Jahresende
Anschaffung15.000 €
Ende Jahr 13.000 €12.000 €
Ende Jahr 23.000 €9.000 €
Ende Jahr 33.000 €6.000 €
Ende Jahr 43.000 €3.000 €
Ende Jahr 53.000 €0 €

Die fünf gleichen Jahresbeträge ergeben zusammen wieder die Anschaffungskosten von 15.000 €.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Maschine kostet 15.000 € und wird fünf Jahre linear abgeschrieben. Wie hoch ist der jährliche Betrag?
Lösung: 3.000 € — Teile 15.000 € durch fünf Jahre. Das ergibt 3.000 € pro vollständigem Nutzungsjahr.
Wie funktioniert die zeitanteilige Abschreibung?

Wird ein Wirtschaftsgut während des Jahres angeschafft, darf für das erste Jahr grundsätzlich nur der tatsächlich genutzte Jahresanteil abgeschrieben werden.

Gehe in zwei Schritten vor:

  1. Berechne zuerst den Betrag für ein vollständiges Jahr.
  2. Multipliziere ihn mit dem genutzten Anteil des Jahres.
Beispiel

Eine Maschine kostet 12.000 € und hat eine Nutzungsdauer von vier Jahren. Im Anschaffungsjahr wird sie vier Monate genutzt.

Zuerst berechnest du den Jahresbetrag:

$$12.000\,€ : 4 = 3.000\,€$$

Vier Monate sind vier Zwölftel eines Jahres:

$$3.000\,€ \cdot \frac{4}{12} = 1.000\,€$$

Im ersten Jahr beträgt die zeitanteilige Abschreibung somit 1.000 €.

Merke

Berechne bei einer unterjährigen Anschaffung nicht sofort mit den Monaten. Bestimme zuerst die volle Jahresabschreibung und anschließend den Zeitanteil.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Maschine hat eine Jahresabschreibung von 3.000 € und wird im ersten Jahr vier Monate genutzt. Welcher Betrag gehört in dieses Jahr?
Lösung: 1.000 € — Vier Monate entsprechen vier Zwölfteln. Daher rechnest du 3.000 € mal 4 geteilt durch 12.
Welche Arten musst du unterscheiden?

Eine planmäßige Abschreibung bildet einen vorhersehbaren Werteverzehr ab. Dazu gehören zum Beispiel die gewöhnliche Abnutzung einer Maschine oder das Ablaufen einer zeitlich begrenzten Lizenz.

Eine außerplanmäßige Abschreibung berücksichtigt einen unerwarteten, außergewöhnlich starken Wertverlust. Ein Beispiel ist eine irreparabel beschädigte Maschine, deren Buchwert plötzlich nicht mehr gerechtfertigt ist.

Auch die Berechnungsmethode kann sich unterscheiden:

  • linear: jedes vollständige Jahr derselbe Betrag;
  • degressiv: anfangs höhere und später niedrigere Beträge;
  • leistungsbezogen: der Betrag richtet sich nach der tatsächlichen Nutzung, etwa Betriebsstunden oder gefahrenen Kilometern.

Welche Methode steuerlich zulässig ist, hängt vom Wirtschaftsgut und teilweise vom Anschaffungszeitpunkt ab. Für schulische Grundaufgaben ist die lineare Methode meist der Ausgangspunkt.

Wie wird eine lineare Abschreibung gebucht?

Für die Poliermaschine aus dem Beispiel lautet der vereinfachte Buchungssatz:

Abschreibungen auf Sachanlagen 3.000 € an Maschinen 3.000 €

Dabei geschieht zweierlei:

  • Das Aufwandskonto Abschreibungen auf Sachanlagen nimmt im Soll zu.
  • Das Aktivkonto Maschinen nimmt im Haben ab.

Die Abschreibung senkt damit den Wert des Anlagevermögens in der Bilanz. In der Gewinn- und Verlustrechnung, kurz GuV, steigt der Aufwand. Dadurch sinkt der Gewinn. Beim Abschluss der Erfolgskonten wirkt sich der niedrigere Gewinn auch mindernd auf das Eigenkapital aus.

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Frage 1 von 2LeichtWoran erkennst du eine außerplanmäßige Abschreibung?
Lösung: Ein unerwartetes Ereignis verursacht einen außergewöhnlich starken Wertverlust. — Planmäßig bedeutet vorhersehbar und regelmäßig. Außerplanmäßig ist eine zusätzliche Anpassung wegen eines unerwarteten starken Wertverlusts.
Frage 2 von 2SchwerEine Maschine wird abgeschrieben. Welche Wirkungskette ist richtig?
Lösung: Anlagenwert sinkt, Aufwand steigt, Gewinn sinkt. — Die Zahlung wurde bereits beim Kauf erfasst. Die Abschreibung vermindert den Buchwert, erhöht den Aufwand und senkt dadurch den Gewinn.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Abschreibung
    • Zweck: Werteverzehr erfassen und Aufwand auf Nutzungsjahre verteilen
    • Berechnung: Kosten durch Nutzungsdauer teilen
    • Zeitanteil: Jahresbetrag mit dem genutzten Jahresanteil multiplizieren
    • Arten: planmäßig oder außerplanmäßig
    • Bilanzwirkung: Buchwert sinkt
    • GuV-Wirkung: Aufwand steigt und Gewinn sinkt
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Größe brauchst du neben den Kosten für die lineare Jahresabschreibung?
Lösung: Die Nutzungsdauer — Bei der linearen Methode teilst du die Anschaffungs- oder Herstellungskosten durch die Nutzungsdauer.
Frage 2 von 3MittelEine Maschine kostet 15.000 € und wird fünf Jahre linear genutzt. Welche Rechnung ist richtig?
Lösung: 15.000 € geteilt durch 5 ergibt 3.000 € pro Jahr. — Die lineare Abschreibung verteilt die Kosten gleichmäßig: 15.000 € geteilt durch fünf Jahre sind 3.000 € jährlich.
Frage 3 von 3SchwerEin Unternehmen schreibt eine Maschine ab. Gleichzeitig überweist es in diesem Jahr keinen weiteren Betrag für den Kauf. Ist das widersprüchlich?
Lösung: Nein. Die Zahlung wurde beim Kauf erfasst; die Abschreibung verteilt lediglich den Aufwand und vermindert den Buchwert. — Abschreibungsaufwand kann den Gewinn mindern, obwohl im selben Jahr kein neuer Geldabfluss für den Kauf entsteht.

Wenn du Kosten, Nutzungsdauer und Nutzungszeitraum sauber trennst, kannst du den Abschreibungsbetrag berechnen. Mit dem Buchungssatz erklärst du anschließend, warum der Anlagenwert sinkt und der Aufwand in der GuV steigt.

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