Bestandskonten: Aktiv, Passiv und Saldo

Bestandskonten: Aktiv, Passiv und Saldo
Bestandskonten: Aktiv, Passiv und Saldo
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Bestandskonten zeigen, wie sich Vermögen, Eigenkapital und Schulden eines Unternehmens verändern. Aktivkonten übernehmen die Werte der Aktivseite, Passivkonten die Werte der Passivseite der Bilanz. Entscheidend ist, auf welcher Kontoseite Anfangsbestand, Zugänge und Abgänge stehen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Aktivkonto oder Passivkonto?

Bestandskonten entstehen aus den einzelnen Positionen der Bilanz. Statt nach jedem Geschäftsvorfall eine neue Bilanz aufzustellen, erfasst das Unternehmen die Veränderungen auf Konten.

Definition

Aktivkonto

Ein Aktivkonto erfasst einen Vermögenswert. Beispiele sind Bank, Kasse, Maschinen, Gebäude und Forderungen.

Auf einem Aktivkonto stehen der Anfangsbestand und die Zugänge im Soll. Abgänge und der Schlussbestand stehen im Haben.

Definition

Passivkonto

Ein Passivkonto erfasst Eigenkapital oder Fremdkapital. Beispiele sind Eigenkapital, Darlehen und Verbindlichkeiten.

Auf einem Passivkonto stehen der Anfangsbestand und die Zugänge im Haben. Abgänge und der Schlussbestand stehen im Soll.

KontenartAnfangsbestand und ZugängeAbgänge und Schlussbestand
AktivkontoSollHaben
PassivkontoHabenSoll
Merke

Der Anfangsbestand und die Zugänge stehen auf derselben Seite wie der zugehörige Posten in der Bilanz: Aktiv links im Soll, Passiv rechts im Haben.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Konto ist ein Aktivkonto?
Lösung: Bank — Aktivkonten erfassen Vermögenswerte. Ein Bankguthaben ist Vermögen des Unternehmens.
Frage 2 von 2MittelEin Darlehen nimmt um 8.000 € zu. Wo wird der Zugang gebucht?
Lösung: Im Haben des Darlehenskontos — Ein Darlehen ist ein Passivkonto. Anfangsbestand und Zugänge stehen dort im Haben.
Einen Geschäftsvorfall buchen

Jeder Geschäftsvorfall betrifft mindestens zwei Konten. Im Buchungssatz steht zuerst das Konto der Sollbuchung, dann das Wort an und danach das Konto der Habenbuchung.

Gehe in vier Schritten vor:

  1. Bestimme die betroffenen Konten.
  2. Ordne jedes Konto als Aktiv- oder Passivkonto ein.
  3. Prüfe bei jedem Konto, ob sein Bestand zu- oder abnimmt.
  4. Wende die passende Buchungsregel an und formuliere „Soll an Haben“.
Beispiel

Ein Unternehmen kauft einen Bürostuhl für 150 € und bezahlt per Banküberweisung.

  • Betriebsausstattung ist ein Aktivkonto und nimmt zu: Buchung im Soll.
  • Bank ist ein Aktivkonto und nimmt ab: Buchung im Haben.

Der Buchungssatz lautet:

Betriebsausstattung 150 € an Bank 150 €

Es wird kein Erfolgskonto angesprochen. Innerhalb des Vermögens wird lediglich Bankguthaben gegen Betriebsausstattung getauscht.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei einem Aktivkonto stehen Zugänge im . Abgänge stehen im . Bei einem Passivkonto stehen Zugänge im und Abgänge im .

Lösungen: Lücke 1: Soll; Lücke 2: Haben; Lücke 3: Haben; Lücke 4: Soll. Prüfe zuerst die Kontenart. Aktivkonten wachsen im Soll, Passivkonten wachsen im Haben.
Den Saldo richtig bilden

Der Saldo ist die Differenz zwischen der Soll- und der Habenseite. Er gleicht das Konto aus und zeigt beim Bestandskonto den Endbestand.

So gehst du vor:

  1. Addiere die Beträge auf jeder Seite.
  2. Bestimme die größere Seitensumme.
  3. Ziehe die kleinere von der größeren Seitensumme ab.
  4. Trage die Differenz auf der kleineren Seite ein.
  5. Danach besitzen Soll und Haben dieselbe Summe.
Beispiel

Das Aktivkonto „Gebäude“ enthält:

  • Anfangsbestand im Soll: 500.000 €
  • Zugang im Soll: 200.000 €
  • Abgang im Haben: 50.000 €

Die Sollseite umfasst 700.000 €, die Habenseite vor dem Abschluss 50.000 €. Die Differenz beträgt:

500.000 € + 200.000 € − 50.000 € = 650.000 €

Der Saldo von 650.000 € wird zum Ausgleich im Haben eingetragen. Er ist der Schlussbestand des Gebäudekontos.

Gut zu wissen

Der Saldo steht auf der kleineren Kontoseite, damit beide Seiten gleich groß werden. Das bedeutet nicht, dass ein Aktivkonto plötzlich zum Passivkonto wird. Der wirtschaftliche Endbestand des Aktivkontos bleibt ein Vermögenswert.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Aktivkonto enthält 500.000 € Anfangsbestand, 200.000 € Zugang und 50.000 € Abgang. Wie hoch ist der Schlussbestand?
Lösung: 650.000 € — Anfangsbestand plus Zugang minus Abgang ergibt 650.000 €.
Vier Wirkungen auf die Bilanz

Eine Buchung zwischen Bestandskonten ist erfolgsneutral: Sie verändert nicht unmittelbar den Gewinn oder Verlust. Je nach beteiligten Konten verändert sich jedoch die Zusammensetzung oder die Summe der Bilanz.

VeränderungWirkungBilanzsumme
AktivtauschEin Aktivkonto steigt, ein anderes sinkt.unverändert
PassivtauschEin Passivkonto steigt, ein anderes sinkt.unverändert
Aktiv-Passiv-MehrungAktiv- und Passivkonto steigen.steigt
Aktiv-Passiv-MinderungAktiv- und Passivkonto sinken.sinkt
Beispiel

Eine Maschine wird für 100.000 € auf Ziel gekauft, also noch nicht bezahlt.

  • Das Aktivkonto „Maschinen“ nimmt zu.
  • Das Passivkonto „Verbindlichkeiten“ nimmt ebenfalls zu.

Buchungssatz: Maschinen 100.000 € an Verbindlichkeiten 100.000 €

Vermögen und Schulden steigen um denselben Betrag. Das ist eine Aktiv-Passiv-Mehrung, auch Bilanzverlängerung genannt.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEine Lieferverbindlichkeit von 100.000 € wird per Banküberweisung bezahlt. Welche Bilanzwirkung liegt vor?
Lösung: Aktiv-Passiv-Minderung — Das Aktivkonto Bank und das Passivkonto Verbindlichkeiten sinken. Dadurch fällt auch die Bilanzsumme.
Frage 2 von 2SchwerEine Lieferverbindlichkeit wird in ein langfristiges Darlehen umgewandelt. Wie ist der Vorgang einzuordnen?
Lösung: Passivtausch — Ein Passivkonto nimmt ab, ein anderes Passivkonto nimmt zu. Die Bilanzsumme bleibt unverändert.
Bestandskonten eröffnen und abschließen

Der Anfangsbestand eines Geschäftsjahres entspricht dem Schlussbestand des Vorjahres. Er wird über das Eröffnungsbilanzkonto, kurz EBK, auf das Bestandskonto übertragen.

Für die Eröffnung gilt:

  • Aktivkonto: Aktivkonto an EBK
  • Passivkonto: EBK an Passivkonto

Am Jahresende wird der Saldo über das Schlussbilanzkonto, kurz SBK, abgeschlossen. Danach ist das einzelne Bestandskonto ausgeglichen.

Für den Abschluss gilt:

  • Aktivkonto: SBK an Aktivkonto
  • Passivkonto: Passivkonto an SBK
Beispiel

Ein Maschinenkonto weist am Jahresende einen Schlussbestand von 850.000 € auf. Als Aktivkonto wird es so abgeschlossen:

SBK 850.000 € an Maschinen 850.000 €

Der Wert gelangt über das SBK in die Schlussbilanz und wird im nächsten Geschäftsjahr wieder als Anfangsbestand übernommen.

Merke

Bestandskonten werden über das SBK abgeschlossen und in das nächste Jahr fortgeführt. Erfolgskonten erfassen dagegen Aufwendungen und Erträge, beginnen jede Periode bei null und werden über die Gewinn- und Verlustrechnung abgeschlossen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtÜber welches Konto wird ein Bestandskonto am Jahresende abgeschlossen?
Lösung: Schlussbilanzkonto — Das SBK sammelt die Schlussbestände der Bestandskonten für die Schlussbilanz.
Frage 2 von 2SchwerWarum beginnt ein Bestandskonto im neuen Jahr nicht bei null?
Lösung: Weil sein Schlussbestand als neuer Anfangsbestand fortgeführt wird — Der Bestand besteht über den Jahreswechsel fort. Nur das alte Konto wird technisch abgeschlossen und anschließend mit dem übernommenen Bestand neu eröffnet.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Bestandskonten
    • Aktivkonten
      • Anfangsbestand und Zugang im Soll
      • Abgang und Schlussbestand im Haben
    • Passivkonten
      • Anfangsbestand und Zugang im Haben
      • Abgang und Schlussbestand im Soll
    • Laufende Buchung
      • Konten bestimmen
      • Zu- oder Abgang prüfen
      • Soll an Haben buchen
    • Jahreswechsel
      • Eröffnung über EBK
      • Abschluss über SBK
    • Bilanzwirkungen
      • Tausch: Summe unverändert
      • Mehrung: Summe steigt
      • Minderung: Summe sinkt
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWo wird der Anfangsbestand eines Aktivkontos eingetragen?
Lösung: Im Soll — Anfangsbestand und Zugänge eines Aktivkontos stehen im Soll.
Frage 2 von 3MittelEin Unternehmen nimmt ein Darlehen auf; der Betrag geht auf dem Bankkonto ein. Welche Veränderung liegt vor?
Lösung: Aktiv-Passiv-Mehrung — Bankvermögen und Darlehensschuld steigen gleichzeitig. Die Bilanzsumme wächst.
Frage 3 von 3SchwerAuf der Sollseite eines Passivkontos steht am Jahresende der Saldo. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: Der Saldo gleicht die kleinere Seite aus und zeigt den Schlussbestand. — Bei Passivkonten stehen Anfangsbestand und Zugänge im Haben. Der Schlussbestand wird zum Ausgleich im Soll eingetragen und über das SBK abgeschlossen.

Du beherrschst die Grundlogik, wenn du bei einem neuen Vorgang zuerst die Kontenart bestimmst, dann Zu- oder Abgang prüfst und erst danach Soll und Haben festlegst.

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