Aktie einfach erklärt: Rechte, Chancen und Risiken
Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verkörpert. Kaufst du eine Aktie, wirst du Aktionärin oder Aktionär und damit Miteigentümer des Unternehmens. Du kannst von Kurssteigerungen und möglichen Dividenden profitieren, trägst aber auch das Risiko von Kursverlusten bis hin zum Totalverlust.
Auf dieser Seite lernst du, was dir eine Aktie gibt, wodurch ihr Kurs entsteht und wie du ihre Chancen und Risiken sachlich beurteilst.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was besitzt du mit einer Aktie?
Eine Aktiengesellschaft kann ihr Eigentum in viele Aktien aufteilen. Jede Aktie steht für einen kleinen Teil des Unternehmens. Wie groß dieser Teil ist, hängt davon ab, wie viele Aktien insgesamt ausgegeben wurden.
Aktie
Eine Aktie ist ein Wertpapier und ein Teilhaberecht an einer Aktiengesellschaft. Wer eine Aktie besitzt, heißt Aktionärin oder Aktionär und ist am Unternehmen beteiligt.
Du besitzt mit einer Aktie nicht einen bestimmten Schreibtisch, eine Maschine oder eine Filiale. Dein Anteil bezieht sich auf das Unternehmen als Ganzes.
Mina kauft eine Aktie eines Unternehmens. Damit erhält sie einen kleinen Eigentumsanteil und die mit dieser Aktienart verbundenen Rechte. Sie hat dem Unternehmen jedoch kein Darlehen gegeben. Ihre Stellung unterscheidet sich deshalb von der eines Gläubigers, der geliehenes Geld zurückfordert.
Für ein Unternehmen sind Aktien eine Möglichkeit, Eigenkapital aufzunehmen. Bei einem Börsengang, auch IPO genannt, werden Aktien erstmals öffentlich angeboten. Auch durch eine spätere Kapitalerhöhung kann das Unternehmen neue Aktien ausgeben.
Danach handeln Anleger die Aktien untereinander. Dieser Handel verändert den Börsenkurs, führt dem Unternehmen aber nicht bei jedem Kauf erneut Geld zu.
Welche Rechte und Ertragschancen hast du?
Mit einer Aktie können verschiedene Rechte verbunden sein. Dazu gehören die Teilnahme an der Hauptversammlung, die Stimmabgabe und eine mögliche Beteiligung am ausgeschütteten Gewinn. Die genaue Ausstattung hängt von der Aktienart ab.
Hauptversammlung
Die Hauptversammlung ist das regelmäßige Treffen der Aktionärinnen und Aktionäre. Dort wird unter anderem über wichtige Beschlüsse, die Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrats und die Verwendung des Gewinns abgestimmt.
Stammaktien besitzen üblicherweise ein Stimmrecht. Vorzugsaktien gewähren häufig einen Vorteil bei der Dividende, haben dafür aber typischerweise kein Stimmrecht.
Eine Aktie kann auf zwei Arten Ertrag bringen:
- Kursgewinn: Du verkaufst die Aktie zu einem höheren Kurs, als du beim Kauf bezahlt hast.
- Dividende: Das Unternehmen schüttet einen Teil seines Gewinns an die Aktionäre aus.
Eine Dividende ist nicht sicher. Macht das Unternehmen keinen Gewinn oder soll das Geld im Unternehmen bleiben, kann die Ausschüttung geringer ausfallen oder ganz entfallen. Auch Unternehmen mit Gewinn müssen nicht den gesamten Gewinn ausschütten.
Leons Aktie ist seit dem Kauf im Kurs gestiegen. Solange er sie nicht verkauft, ist der Anstieg noch kein tatsächlich ausgezahlter Kursgewinn. Zusätzlich könnte das Unternehmen eine Dividende ausschütten. Kursgewinn und Dividende sind daher zwei verschiedene Ertragsquellen.
Eine Aktie verspricht weder einen festen Zins noch eine feste Dividende. Höhere Ertragschancen gehen mit dem Risiko von Verlusten einher.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Eine Aktie macht dich zum . Eine mögliche Gewinnausschüttung heißt . Ein Gewinn aus einem späteren Verkauf zu einem höheren Preis heißt .
Warum steigt oder fällt der Aktienkurs?
Der Aktienkurs ist der aktuelle Marktpreis einer Aktie. Er entsteht an der Börse durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.
- Wollen viele Marktteilnehmer kaufen, kann der Kurs steigen.
- Wollen viele verkaufen und gibt es nur wenige Käufer, kann der Kurs fallen.
Börse
Eine Börse ist ein organisierter und beaufsichtigter Marktplatz. Sie bringt Kauf- und Verkaufsaufträge zusammen, stellt Regeln bereit und organisiert die Abwicklung des Handels.
Für Kurse sind nicht nur bekannte Tatsachen wichtig. Marktteilnehmer handeln vor allem ihre Erwartungen über die Zukunft. Deshalb kann selbst eine gute Unternehmensnachricht einen Kursrückgang auslösen, wenn Anleger mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet hatten.
Kurse können unter anderem auf folgende Einflüsse reagieren:
- erwartete Umsätze und Gewinne des Unternehmens,
- Zinsänderungen,
- Konjunktur und politische Entscheidungen,
- technologische Veränderungen,
- Krisen und die Risikobereitschaft der Anleger,
- Stimmungen und Moden am Markt.
Ein Unternehmen meldet einen Gewinnanstieg. Viele Anleger hatten aber einen deutlich stärkeren Anstieg erwartet. Einige verkaufen deshalb ihre Aktien. Das zusätzliche Angebot kann den Kurs drücken, obwohl der gemeldete Gewinn höher als zuvor ist.
Der Kurs ist also keine einfache Bewertung der Gegenwart. Er bündelt unterschiedliche Erwartungen. Nachträgliche Erklärungen für eine Kursbewegung bleiben oft Vermutungen, weil die Börse die Motive aller Käufer und Verkäufer nicht erfasst.
Welche Risiken trägst du?
Aktienkurse können stark schwanken. Volatilität bezeichnet solche deutlichen Kursbewegungen innerhalb kurzer Zeit.
Zwei Risikoarten sind besonders wichtig:
- Unternehmensrisiko: Ein einzelnes Unternehmen verliert Kunden, scheitert mit seinem Geschäftsmodell, begeht Betrug oder wird insolvent. Seine Aktie kann im Extremfall wertlos werden.
- Marktrisiko: Viele Aktien fallen gleichzeitig, etwa während einer Wirtschafts- oder Finanzkrise. Dieses Risiko betrifft auch breit gestreute Anlagen.
Ein Kursrückgang senkt sofort den aktuellen Wert des Bestands. Solange die Aktie nicht verkauft wurde, spricht man häufig von einem Buchverlust. Durch einen Verkauf wird dieser Verlust realisiert. Die Bezeichnung Buchverlust bedeutet daher nicht, dass der Wertverlust unwichtig oder sicher vorübergehend ist.
Historische Aktienmärkte haben sich nach manchen Einbrüchen erholt. Dauer und Tiefe waren jedoch sehr unterschiedlich. Vergangene Erholungen und Renditen garantieren keine zukünftige Entwicklung.
Diversifikation
Diversifikation bedeutet, Geld auf viele Unternehmen, Branchen und Länder zu verteilen. Dadurch hängt das Ergebnis weniger stark vom Erfolg eines einzelnen Unternehmens ab.
Ein Depot enthält nur die Aktie eines einzigen Unternehmens. Scheitert dieses Unternehmen, ist der gesamte Bestand betroffen. Sind viele unterschiedliche Unternehmen enthalten, trifft derselbe Ausfall nur einen Teil des Depots. Das Unternehmensrisiko wird verteilt; allgemeine Markteinbrüche bleiben trotzdem möglich.
Fonds und ETFs können viele Wertpapiere bündeln. Dadurch erleichtern sie eine breite Streuung. Sie beseitigen das Marktrisiko jedoch nicht.
Diversifikation verringert die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen. Sie verhindert weder allgemeine Kurseinbrüche noch jeden Verlust.
Wie beurteilst du eine Aktie sachlich?
Eine hohe vergangene Rendite allein reicht nicht für ein Urteil. Prüfe zuerst, welches Ziel verfolgt wird und welche Unsicherheiten bestehen.
Eine sachliche Beurteilung betrachtet mindestens:
- Eigentumsanteil: Welche Rechte sind mit der Aktienart verbunden?
- Ertragsquellen: Beruht die Erwartung auf möglichen Kurssteigerungen, Dividenden oder beidem?
- Risiko: Wie stark hängt das Ergebnis von einem einzelnen Unternehmen und vom Gesamtmarkt ab?
- Zeithorizont: Könnte das eingesetzte Geld während eines Kurseinbruchs benötigt werden?
- Streuung: Ist die Aktie Teil einer breiteren Anlage oder die einzige Position?
- Informationslage: Welche Annahmen über das Unternehmen und seine Zukunft stecken in der Beurteilung?
Noah möchte Geld anlegen, das er bald für eine notwendige Anschaffung braucht. Eine einzelne Aktie kann bis zu diesem Zeitpunkt stark fallen. Die Aussicht auf einen Kursgewinn genügt deshalb nicht als Begründung: Noah muss auch den kurzen Zeithorizont, die fehlende Streuung und einen möglichen Verlust berücksichtigen.
Ein langer Anlagehorizont kann die Bedeutung kurzfristiger Schwankungen verringern. Er garantiert aber weder einen Gewinn noch die Erholung einer bestimmten Einzelaktie.
Diese Kriterien helfen dir, einen Musterfall zu analysieren. Sie sind keine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf eines konkreten Wertpapiers.
Vertiefung: Wie gelangt eine Aktie ins Depot?
Für den Aktienhandel benötigen Privatanleger ein Depot und einen Broker, etwa eine Bank oder einen Online-Broker. Das Depot erfasst die gehaltenen Wertpapiere.
Ein vereinfachter Kauf läuft so ab:
- Du wählst Aktie, Stückzahl, Handelsplatz und Ordertyp.
- Der Broker leitet die Order weiter.
- Die Börse sucht eine passende Gegenorder.
- Nach der Ausführung werden Geld und Wertpapiere verrechnet und übertragen.
- Die Aktie erscheint im Depot.
Eine Market-Order soll zum aktuell verfügbaren Preis ausgeführt werden. Dieser Preis kann sich bei schnellen Marktbewegungen verändern. Bei einer Limit-Order legst du beim Kauf einen Höchstpreis fest. Gibt es zu diesem Preis kein passendes Angebot, wird die Order möglicherweise nicht ausgeführt.
Zwischen Kauf- und Verkaufsangeboten besteht häufig eine Differenz. Der höchste gebotene Kaufpreis heißt Geldkurs oder Bid, der niedrigste verlangte Verkaufspreis Briefkurs oder Ask. Ihre Differenz heißt Spread und gehört zu den indirekten Handelskosten.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Aktie
- Eigentum: Anteil an einer Aktiengesellschaft
- Rechte: Hauptversammlung und je nach Aktienart Stimmrecht
- Ertrag: möglicher Kursgewinn oder mögliche Dividende
- Kurs: Angebot, Nachfrage und Zukunftserwartungen
- Risiko: Unternehmensrisiko und Marktrisiko
- Risikosteuerung: Diversifikation begrenzt Einzeltitelrisiken
- Handel: Depot, Broker, Börse und Order
Eine Aktie verbindet Eigentumsrechte und Ertragschancen mit Unsicherheit. Für ein begründetes Urteil musst du deshalb immer Anteil, Rechte, Kursbildung, Zeithorizont, Verlustmöglichkeit und Streuung gemeinsam betrachten.
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