Fonds einfach erklärt: Arten, Chancen und Risiken
Ein Fonds bündelt das Geld vieler Anlegerinnen und Anleger und investiert es nach einer festgelegten Strategie. Du erhältst Fondsanteile und nimmst damit an Wertsteigerungen und Verlusten teil. Die Verteilung auf mehrere Anlagen kann Risiken streuen, verhindert Verluste aber nicht.
Auf dieser Seite lernst du, Fondsarten zu unterscheiden und einen Fonds nach Streuung, Kosten, Risiken und Anlageziel zu beurteilen. Es geht um Prinzipien und Musterfälle, nicht um eine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
So funktioniert ein Fonds
Viele Menschen zahlen Geld in einen gemeinsamen Fonds ein. Eine Fondsgesellschaft verwaltet dieses Vermögen nach festgelegten Anlagegrundsätzen. Das Geld kann zum Beispiel in Aktien, Anleihen oder Immobilien fließen.
Fondsanteil
Ein Fondsanteil ist eine Einheit des Fondsvermögens. Sein Wert verändert sich entsprechend der Wertentwicklung des Fonds. Steigt der Wert der enthaltenen Anlagen, kann auch der Anteilwert steigen. Fallen ihre Werte, kann der Anteilwert sinken.
Ein Fondsanteil ist nicht dasselbe wie eine einzelne Aktie: Mit einer Aktie bist du an einem bestimmten Unternehmen beteiligt. Ein Fondsanteil verbindet dich dagegen wirtschaftlich mit allen Anlagen, die der Fonds hält.
Das Fondsvermögen gilt als Sondervermögen. Es ist rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt und deshalb bei deren Insolvenz geschützt. Dieser Schutz gilt nicht gegen Kursverluste der enthaltenen Anlagen.
Warum Streuung hilft, aber keine Sicherheit garantiert
Diversifikation bedeutet, Geld auf unterschiedliche Anlagen zu verteilen. Hält ein Fonds viele verschiedene Wertpapiere, hängt sein Ergebnis weniger stark von einem einzigen Unternehmen oder Schuldner ab.
Ein Fonds besitzt Aktien von 60 Unternehmen aus mehreren Branchen. Ein einzelnes Unternehmen meldet hohe Verluste. Dadurch kann der Fondsanteil an Wert verlieren. Die übrigen 59 Unternehmen entwickeln sich jedoch unabhängig davon und können den negativen Einfluss begrenzen.
Ein Fonds, der ausschließlich fünf Unternehmen derselben Branche hält, ist trotz mehrerer Positionen weniger breit gestreut. Eine Krise dieser Branche könnte alle fünf Anlagen gleichzeitig treffen.
Diversifikation verringert vor allem die Abhängigkeit von Einzelwerten. Ein allgemeiner Börsenrückgang, steigende Zinsen oder eine Wirtschaftskrise können trotzdem viele Fondsanlagen gleichzeitig belasten. Auch bei einem breit gestreuten Fonds sind erhebliche Verluste möglich.
Breite Streuung kann Risiken vermindern, aber sie beseitigt weder das Marktrisiko noch die Möglichkeit eines Verlusts.
Welche Fondsarten es gibt
Fonds lassen sich danach unterscheiden, worin sie hauptsächlich investieren. Die Fondsart gibt erste Hinweise auf mögliche Erträge und Risiken.
| Fondsart | Typische Anlagen | Wichtige Chancen und Risiken |
|---|---|---|
| Aktienfonds | Aktien mehrerer Unternehmen | Dividenden und Kurssteigerungen sind möglich; Unternehmens- und Marktrisiken können starke Schwankungen verursachen. |
| Rentenfonds | Anleihen und andere verzinsliche Wertpapiere | Zinsen und Kursgewinne sind möglich; Zinsänderungen und die Zahlungsfähigkeit der Schuldner beeinflussen den Wert. „Rente“ meint hier regelmäßige Zahlungen, nicht die Altersrente. |
| Immobilienfonds | Häuser und Grundstücke, häufig Gewerbeimmobilien | Mieteinnahmen und Wertsteigerungen sind möglich; Immobilienwerte und Verfügbarkeit können sich verändern. Offene und geschlossene Fonds unterscheiden sich beim Ein- und Ausstieg. |
| Mischfonds | Mindestens zwei Anlageklassen, häufig Aktien und Anleihen | Die Mischung verbindet unterschiedliche Chancen und Risiken. Entscheidend ist ihre tatsächliche Gewichtung. |
| Geldmarkt- oder Rohstofffonds | Geldmarktinstrumente beziehungsweise Rohstoffe | Sie erschließen weitere Anlagebereiche, tragen aber jeweils eigene Markt- und Preisrisiken. |
Ein Fonds kann zusätzlich einen Schwerpunkt setzen, etwa ein Land, eine Branche oder eine bestimmte Unternehmensgröße. Ein Aktienfonds ist deshalb nicht automatisch breit gestreut.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ein Fonds mit Aktien und Anleihen ist ein . Ein Fonds mit überwiegend verzinslichen Wertpapieren heißt . Die Verteilung auf verschiedene Anlagen nennt man .
Aktiv, passiv und ETF unterscheiden
Bei einem aktiv verwalteten Fonds entscheidet ein Fondsmanagement innerhalb der vorgegebenen Strategie über Käufe und Verkäufe. Es analysiert Märkte und kann die Zusammensetzung verändern. Dieser Aufwand führt regelmäßig zu höheren Verwaltungskosten. Ein Mehrertrag gegenüber dem Vergleichsmarkt ist möglich, aber nicht sicher.
Ein passiver Indexfonds versucht dagegen, einen festgelegten Index möglichst genau nachzubilden. Seine Entwicklung bleibt dadurch weitgehend an diesen Index gebunden. Die Verwaltung ist meist weniger aufwendig und deshalb häufig kostengünstiger.
Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds. ETFs bilden häufig einen Index passiv ab. Ein ETF ist also selbst ein Fonds und keine risikofreie Alternative zu Fonds. Fällt der nachgebildete Index, kann auch der ETF deutlich an Wert verlieren.
Erträge und Kosten richtig einordnen
Fonds können Erträge aus Dividenden, Zinsen und Wertsteigerungen erzielen. Verluste entstehen, wenn der Wert der enthaltenen Anlagen oder des Fondsanteils sinkt.
Ausschüttende Fonds zahlen Erträge oder Teile davon aus. Thesaurierende Fonds behalten sie im Fonds und legen sie erneut an. Durch die Wiederanlage kann ein Zinseszinseffekt entstehen. Eine positive Wertentwicklung ist dadurch jedoch nicht garantiert.
Mögliche Kosten sind:
- ein einmaliger Ausgabeaufschlag beim Kauf,
- laufende Verwaltungs- und Managementkosten,
- interne Transaktionskosten,
- mögliche Depot- oder Handelskosten.
Die laufende Kostenquote erleichtert Vergleiche, enthält aber nicht unbedingt sämtliche Kosten. Kosten mindern den Anlageerfolg und müssen deshalb zusammen mit Chancen und Risiken betrachtet werden.
Ein vereinfachter Musterfall beginnt mit 1.000 Euro. Nach einem Jahr beträgt der Wert vor den angenommenen Kosten 1.080 Euro. Es fallen 30 Euro Kosten an.
- Wertzuwachs vor Kosten: 1.080 Euro minus 1.000 Euro = 80 Euro.
- Nettoertrag nach Kosten: 80 Euro minus 30 Euro = 50 Euro.
Der Musterfall ergibt somit 50 Euro Gewinn nach den genannten Kosten. Steuern und weitere mögliche Kosten sind in diesem vereinfachten Beispiel nicht berücksichtigt.
So beurteilst du einen Musterfonds
Ein Fonds passt nicht allein deshalb, weil er in der Vergangenheit gestiegen ist. Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für die Zukunft. Prüfe stattdessen systematisch:
- Anlageziel: Wofür soll das Geld später verwendet werden?
- Anlagehorizont: Wann wird das Geld voraussichtlich benötigt?
- Risiko: Welche Verluste und Schwankungen wären möglich?
- Streuung: Wie verteilt der Fonds das Geld auf Anlageklassen, Einzelwerte, Branchen und Regionen?
- Kosten: Welche einmaligen und laufenden Belastungen mindern das Ergebnis?
- Liquidität: Wie leicht lassen sich Anteile zurückgeben oder verkaufen? Bei geschlossenen Fonds und in besonderen Marktlagen kann der Ausstieg eingeschränkt sein.
- Informationslage: Sind Strategie, Risiken und Kosten verständlich beschrieben?
Geld für laufende Ausgaben oder Notfälle sollte in einem Musterfall nicht so angelegt werden, dass es bei Bedarf nur mit Verlust oder Verzögerung verfügbar wäre.
Mira vergleicht zwei fiktive Aktienfonds. Fonds A hält wenige Unternehmen aus einer einzigen Branche und kostet mehr. Fonds B verteilt das Vermögen auf viele Unternehmen verschiedener Branchen und Regionen und kostet weniger.
Die Beurteilung lautet nicht automatisch „Fonds B gewinnt“. Zuerst ist festzustellen: Fonds B ist breiter gestreut und günstiger. Beide bleiben aber Aktienfonds und können bei einem allgemeinen Börsenrückgang verlieren. Zusätzlich müsste Mira prüfen, ob ein Aktienfonds überhaupt zu Ziel, Laufzeit und möglichem Verlust des Musterfalls passt.
Was ein Fondssparplan verändert
Bei einem Fondssparplan wird regelmäßig ein fester Geldbetrag investiert. Bei einem niedrigen Anteilpreis kauft derselbe Betrag mehr Anteile, bei einem hohen Anteilpreis weniger.
Das verteilt die Käufe über mehrere Zeitpunkte und verhindert, dass der gesamte Betrag an einem einzigen Tag angelegt wird. Daraus folgt jedoch kein garantierter Renditevorteil. Die gekauften Anteile können weiterhin an Wert verlieren, und auch Kosten bleiben relevant.
Ein Sparplan verändert also den Kaufzeitpunkt und die Zahl der jeweils erworbenen Anteile. Er verändert nicht die grundlegenden Risiken des gewählten Fonds.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Fonds
- Aufbau
- gebündeltes Kapital
- Fondsanteile
- Sondervermögen
- Anlageformen
- Aktien-, Renten- und Immobilienfonds
- Misch- und weitere Fonds
- Verwaltung
- aktiv ausgewählt
- passiv am Index orientiert
- Ergebnis
- Dividenden, Zinsen und Wertänderungen
- Kosten mindern den Anlageerfolg
- Beurteilung
- Ziel und Anlagehorizont
- Risiko und Diversifikation
- Kosten und Verfügbarkeit
- Aufbau
Abschluss-Check
Du hast den Kern verstanden, wenn du einen Fonds nicht einfach als „sicher“ oder „riskant“ bezeichnest, sondern begründest, wie Aufbau, Streuung, Verwaltung, Kosten und Anlageziel zusammenwirken.
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