Wirtschaft

Fonds einfach erklärt: Arten, Chancen und Risiken

Fonds einfach erklärt: Arten, Chancen und Risiken
Fonds einfach erklärt: Arten, Chancen und Risiken
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Ein Fonds bündelt das Geld vieler Anlegerinnen und Anleger und investiert es nach einer festgelegten Strategie. Du erhältst Fondsanteile und nimmst damit an Wertsteigerungen und Verlusten teil. Die Verteilung auf mehrere Anlagen kann Risiken streuen, verhindert Verluste aber nicht.

Auf dieser Seite lernst du, Fondsarten zu unterscheiden und einen Fonds nach Streuung, Kosten, Risiken und Anlageziel zu beurteilen. Es geht um Prinzipien und Musterfälle, nicht um eine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

So funktioniert ein Fonds

Viele Menschen zahlen Geld in einen gemeinsamen Fonds ein. Eine Fondsgesellschaft verwaltet dieses Vermögen nach festgelegten Anlagegrundsätzen. Das Geld kann zum Beispiel in Aktien, Anleihen oder Immobilien fließen.

Definition

Fondsanteil

Ein Fondsanteil ist eine Einheit des Fondsvermögens. Sein Wert verändert sich entsprechend der Wertentwicklung des Fonds. Steigt der Wert der enthaltenen Anlagen, kann auch der Anteilwert steigen. Fallen ihre Werte, kann der Anteilwert sinken.

Ein Fondsanteil ist nicht dasselbe wie eine einzelne Aktie: Mit einer Aktie bist du an einem bestimmten Unternehmen beteiligt. Ein Fondsanteil verbindet dich dagegen wirtschaftlich mit allen Anlagen, die der Fonds hält.

Das Fondsvermögen gilt als Sondervermögen. Es ist rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt und deshalb bei deren Insolvenz geschützt. Dieser Schutz gilt nicht gegen Kursverluste der enthaltenen Anlagen.

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Frage 1 von 1LeichtWas bedeutet der Status als Sondervermögen?
Lösung: Das Fondsvermögen ist vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. — Entscheidend ist die Art des Schutzes: Das Vermögen bleibt rechtlich getrennt, kann durch fallende Kurse aber trotzdem an Wert verlieren.
Warum Streuung hilft, aber keine Sicherheit garantiert

Diversifikation bedeutet, Geld auf unterschiedliche Anlagen zu verteilen. Hält ein Fonds viele verschiedene Wertpapiere, hängt sein Ergebnis weniger stark von einem einzigen Unternehmen oder Schuldner ab.

Beispiel

Ein Fonds besitzt Aktien von 60 Unternehmen aus mehreren Branchen. Ein einzelnes Unternehmen meldet hohe Verluste. Dadurch kann der Fondsanteil an Wert verlieren. Die übrigen 59 Unternehmen entwickeln sich jedoch unabhängig davon und können den negativen Einfluss begrenzen.

Ein Fonds, der ausschließlich fünf Unternehmen derselben Branche hält, ist trotz mehrerer Positionen weniger breit gestreut. Eine Krise dieser Branche könnte alle fünf Anlagen gleichzeitig treffen.

Diversifikation verringert vor allem die Abhängigkeit von Einzelwerten. Ein allgemeiner Börsenrückgang, steigende Zinsen oder eine Wirtschaftskrise können trotzdem viele Fondsanlagen gleichzeitig belasten. Auch bei einem breit gestreuten Fonds sind erhebliche Verluste möglich.

Merke

Breite Streuung kann Risiken vermindern, aber sie beseitigt weder das Marktrisiko noch die Möglichkeit eines Verlusts.

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Frage 1 von 1MittelWelcher Fonds ist innerhalb derselben Anlageklasse breiter gestreut?
Lösung: Ein Fonds mit vielen Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen — Gute Streuung verteilt die Abhängigkeit auf viele Einzelwerte, Branchen und gegebenenfalls Regionen.
Welche Fondsarten es gibt

Fonds lassen sich danach unterscheiden, worin sie hauptsächlich investieren. Die Fondsart gibt erste Hinweise auf mögliche Erträge und Risiken.

FondsartTypische AnlagenWichtige Chancen und Risiken
AktienfondsAktien mehrerer UnternehmenDividenden und Kurssteigerungen sind möglich; Unternehmens- und Marktrisiken können starke Schwankungen verursachen.
RentenfondsAnleihen und andere verzinsliche WertpapiereZinsen und Kursgewinne sind möglich; Zinsänderungen und die Zahlungsfähigkeit der Schuldner beeinflussen den Wert. „Rente“ meint hier regelmäßige Zahlungen, nicht die Altersrente.
ImmobilienfondsHäuser und Grundstücke, häufig GewerbeimmobilienMieteinnahmen und Wertsteigerungen sind möglich; Immobilienwerte und Verfügbarkeit können sich verändern. Offene und geschlossene Fonds unterscheiden sich beim Ein- und Ausstieg.
MischfondsMindestens zwei Anlageklassen, häufig Aktien und AnleihenDie Mischung verbindet unterschiedliche Chancen und Risiken. Entscheidend ist ihre tatsächliche Gewichtung.
Geldmarkt- oder RohstofffondsGeldmarktinstrumente beziehungsweise RohstoffeSie erschließen weitere Anlagebereiche, tragen aber jeweils eigene Markt- und Preisrisiken.

Ein Fonds kann zusätzlich einen Schwerpunkt setzen, etwa ein Land, eine Branche oder eine bestimmte Unternehmensgröße. Ein Aktienfonds ist deshalb nicht automatisch breit gestreut.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Ein Fonds mit Aktien und Anleihen ist ein . Ein Fonds mit überwiegend verzinslichen Wertpapieren heißt . Die Verteilung auf verschiedene Anlagen nennt man .

Lösungen: Lücke 1: Mischfonds; Lücke 2: Rentenfonds; Lücke 3: Diversifikation. Prüfe jeweils das entscheidende Merkmal: enthaltene Anlageklassen, überwiegende Anlageform und Verteilung des Vermögens.
Aktiv, passiv und ETF unterscheiden

Bei einem aktiv verwalteten Fonds entscheidet ein Fondsmanagement innerhalb der vorgegebenen Strategie über Käufe und Verkäufe. Es analysiert Märkte und kann die Zusammensetzung verändern. Dieser Aufwand führt regelmäßig zu höheren Verwaltungskosten. Ein Mehrertrag gegenüber dem Vergleichsmarkt ist möglich, aber nicht sicher.

Ein passiver Indexfonds versucht dagegen, einen festgelegten Index möglichst genau nachzubilden. Seine Entwicklung bleibt dadurch weitgehend an diesen Index gebunden. Die Verwaltung ist meist weniger aufwendig und deshalb häufig kostengünstiger.

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds. ETFs bilden häufig einen Index passiv ab. Ein ETF ist also selbst ein Fonds und keine risikofreie Alternative zu Fonds. Fällt der nachgebildete Index, kann auch der ETF deutlich an Wert verlieren.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt einen passiven Indexfonds?
Lösung: Er bildet einen festgelegten Index möglichst genau nach. — Passiv beschreibt die Bindung an vorgegebene Indexregeln. Daraus folgt keine Wertgarantie.
Frage 2 von 2MittelEin Aktienindex fällt stark. Was ist bei einem ETF wahrscheinlich, der genau diesen Index nachbildet?
Lösung: Sein Wert fällt grundsätzlich ebenfalls. — Die Indexbindung überträgt die Entwicklung des Index weitgehend auf den ETF. Sondervermögen schützt nur vor der Insolvenz der Fondsgesellschaft.
Erträge und Kosten richtig einordnen

Fonds können Erträge aus Dividenden, Zinsen und Wertsteigerungen erzielen. Verluste entstehen, wenn der Wert der enthaltenen Anlagen oder des Fondsanteils sinkt.

Ausschüttende Fonds zahlen Erträge oder Teile davon aus. Thesaurierende Fonds behalten sie im Fonds und legen sie erneut an. Durch die Wiederanlage kann ein Zinseszinseffekt entstehen. Eine positive Wertentwicklung ist dadurch jedoch nicht garantiert.

Mögliche Kosten sind:

  • ein einmaliger Ausgabeaufschlag beim Kauf,
  • laufende Verwaltungs- und Managementkosten,
  • interne Transaktionskosten,
  • mögliche Depot- oder Handelskosten.

Die laufende Kostenquote erleichtert Vergleiche, enthält aber nicht unbedingt sämtliche Kosten. Kosten mindern den Anlageerfolg und müssen deshalb zusammen mit Chancen und Risiken betrachtet werden.

Beispiel

Ein vereinfachter Musterfall beginnt mit 1.000 Euro. Nach einem Jahr beträgt der Wert vor den angenommenen Kosten 1.080 Euro. Es fallen 30 Euro Kosten an.

  1. Wertzuwachs vor Kosten: 1.080 Euro minus 1.000 Euro = 80 Euro.
  2. Nettoertrag nach Kosten: 80 Euro minus 30 Euro = 50 Euro.

Der Musterfall ergibt somit 50 Euro Gewinn nach den genannten Kosten. Steuern und weitere mögliche Kosten sind in diesem vereinfachten Beispiel nicht berücksichtigt.

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Frage 1 von 1MittelZwei Fonds entwickeln sich vor Kosten gleich. Fonds A verursacht höhere Kosten als Fonds B. Was folgt im vereinfachten Vergleich?
Lösung: Der Nettoertrag von Fonds A ist niedriger. — Bei gleicher Wertentwicklung vor Kosten bleibt nach höheren Kosten weniger übrig.
So beurteilst du einen Musterfonds

Ein Fonds passt nicht allein deshalb, weil er in der Vergangenheit gestiegen ist. Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für die Zukunft. Prüfe stattdessen systematisch:

  1. Anlageziel: Wofür soll das Geld später verwendet werden?
  2. Anlagehorizont: Wann wird das Geld voraussichtlich benötigt?
  3. Risiko: Welche Verluste und Schwankungen wären möglich?
  4. Streuung: Wie verteilt der Fonds das Geld auf Anlageklassen, Einzelwerte, Branchen und Regionen?
  5. Kosten: Welche einmaligen und laufenden Belastungen mindern das Ergebnis?
  6. Liquidität: Wie leicht lassen sich Anteile zurückgeben oder verkaufen? Bei geschlossenen Fonds und in besonderen Marktlagen kann der Ausstieg eingeschränkt sein.
  7. Informationslage: Sind Strategie, Risiken und Kosten verständlich beschrieben?

Geld für laufende Ausgaben oder Notfälle sollte in einem Musterfall nicht so angelegt werden, dass es bei Bedarf nur mit Verlust oder Verzögerung verfügbar wäre.

Beispiel

Mira vergleicht zwei fiktive Aktienfonds. Fonds A hält wenige Unternehmen aus einer einzigen Branche und kostet mehr. Fonds B verteilt das Vermögen auf viele Unternehmen verschiedener Branchen und Regionen und kostet weniger.

Die Beurteilung lautet nicht automatisch „Fonds B gewinnt“. Zuerst ist festzustellen: Fonds B ist breiter gestreut und günstiger. Beide bleiben aber Aktienfonds und können bei einem allgemeinen Börsenrückgang verlieren. Zusätzlich müsste Mira prüfen, ob ein Aktienfonds überhaupt zu Ziel, Laufzeit und möglichem Verlust des Musterfalls passt.

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Frage 1 von 1SchwerEin Schüler möchte Geld in zwei Jahren sicher für eine notwendige Anschaffung nutzen. Ein schwankungsreicher Aktienfonds kann bis dahin deutlich verlieren. Welche Beurteilung ist am besten begründet?
Lösung: Das mögliche Verlustrisiko und der kurze Horizont passen schlecht zum Ziel des Musterfalls. — Anlageziel, Zeitraum und möglicher Verlust müssen zusammenpassen. Eine frühere Wertsteigerung löst diesen Zielkonflikt nicht.
Was ein Fondssparplan verändert

Bei einem Fondssparplan wird regelmäßig ein fester Geldbetrag investiert. Bei einem niedrigen Anteilpreis kauft derselbe Betrag mehr Anteile, bei einem hohen Anteilpreis weniger.

Das verteilt die Käufe über mehrere Zeitpunkte und verhindert, dass der gesamte Betrag an einem einzigen Tag angelegt wird. Daraus folgt jedoch kein garantierter Renditevorteil. Die gekauften Anteile können weiterhin an Wert verlieren, und auch Kosten bleiben relevant.

Ein Sparplan verändert also den Kaufzeitpunkt und die Zahl der jeweils erworbenen Anteile. Er verändert nicht die grundlegenden Risiken des gewählten Fonds.

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Frage 1 von 1MittelWas bewirkt eine gleichbleibende Sparrate bei schwankenden Anteilpreisen unmittelbar?
Lösung: Bei niedrigen Preisen werden mehr, bei hohen Preisen weniger Anteile gekauft. — Der feste Geldbetrag trifft auf wechselnde Preise. Deshalb ändert sich die gekaufte Anteilszahl, nicht das Marktrisiko.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Fonds
    • Aufbau
      • gebündeltes Kapital
      • Fondsanteile
      • Sondervermögen
    • Anlageformen
      • Aktien-, Renten- und Immobilienfonds
      • Misch- und weitere Fonds
    • Verwaltung
      • aktiv ausgewählt
      • passiv am Index orientiert
    • Ergebnis
      • Dividenden, Zinsen und Wertänderungen
      • Kosten mindern den Anlageerfolg
    • Beurteilung
      • Ziel und Anlagehorizont
      • Risiko und Diversifikation
      • Kosten und Verfügbarkeit
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage über Diversifikation ist richtig?
Lösung: Sie verringert die Abhängigkeit von einzelnen Anlagen. — Diversifikation verteilt Risiken. Sie erzeugt weder eine Garantie noch gleiche Ergebnisse aller Anlagen.
Frage 2 von 3MittelEin Fonds investiert in Aktien und Anleihen, wird von einem Management aktiv angepasst und legt Erträge wieder an. Welche Beschreibung passt vollständig?
Lösung: Aktiv verwalteter, thesaurierender Mischfonds — Aktien und Anleihen kennzeichnen den Mischfonds. Managemententscheidungen bedeuten aktiv, die Wiederanlage der Erträge bedeutet thesaurierend.
Frage 3 von 3SchwerEin breit gestreuter Fonds ist kostengünstig, kann aber bis zum benötigten Auszahlungstermin stark schwanken. Welche Information fehlt für ein begründetes Urteil vor allem noch?
Lösung: Ob Anlageziel, Zeitraum und möglicher Verlust zusammenpassen — Ein Fonds wird nicht nach einem einzelnen Merkmal beurteilt. Ziel, Horizont, Risiko, Streuung, Kosten und Verfügbarkeit müssen gemeinsam betrachtet werden.

Du hast den Kern verstanden, wenn du einen Fonds nicht einfach als „sicher“ oder „riskant“ bezeichnest, sondern begründest, wie Aufbau, Streuung, Verwaltung, Kosten und Anlageziel zusammenwirken.

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