Wirtschaft

Anlagevermögen einfach erklärt: Arten und Beispiele

Anlagevermögen einfach erklärt: Arten und Beispiele
Anlagevermögen einfach erklärt: Arten und Beispiele
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Zum Anlagevermögen gehören Vermögensgegenstände, die dem Geschäftsbetrieb dauerhaft dienen sollen. Entscheidend ist ihr betrieblicher Zweck: Eine dauerhaft genutzte Maschine ist Anlagevermögen, eine zum Verkauf bestimmte Maschine dagegen Umlaufvermögen.

Auf dieser Seite lernst du, Anlagevermögen zu erkennen, seinen drei Hauptgruppen zuzuordnen und die Wirkung von Abschreibungen zu erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Entscheide nach dem betrieblichen Zweck

Nicht die Art oder der Preis eines Gegenstands entscheidet über seine Zuordnung. Maßgeblich ist, wozu das Unternehmen ihn bestimmt hat.

Definition

Anlagevermögen

Anlagevermögen umfasst Vermögensgegenstände, die dauerhaft im Unternehmen eingesetzt werden sollen. Es steht auf der Aktivseite der Bilanz und bildet den langfristig gebundenen Teil des Unternehmensvermögens.

Umlaufvermögen wird dagegen kurzfristig verkauft, verbraucht oder verarbeitet.

Beispiel

Ein Autohaus besitzt 20 Fahrzeuge für den Verkauf und einen Firmenwagen für Kundenbesuche.

  1. Die 20 Verkaufsfahrzeuge sollen das Unternehmen durch den Verkauf wieder verlassen. Sie gehören zum Umlaufvermögen.
  2. Der Firmenwagen soll dauerhaft betrieblich genutzt werden. Er gehört zum Anlagevermögen.

Obwohl alle Fahrzeuge gleichartige Gegenstände sind, führt ihre unterschiedliche Zweckbestimmung zu einer anderen Zuordnung.

Merke

Frage nicht zuerst: „Was ist das für ein Gegenstand?“ Frage: „Soll er dem Betrieb dauerhaft dienen oder kurzfristig umgesetzt werden?“

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Merkmal entscheidet grundsätzlich über die Zuordnung zum Anlagevermögen?
Lösung: Der Gegenstand soll dem Geschäftsbetrieb dauerhaft dienen. — Entscheidend ist die betriebliche Zweckbestimmung, nicht der Preis oder die Körperlichkeit.
Frage 2 von 2MittelEine Schreinerei fertigt zehn Schreibtische für den Verkauf und nutzt einen weiteren Schreibtisch im eigenen Büro. Wie werden sie eingeordnet?
Lösung: Die Verkaufstische sind Umlaufvermögen; der Bürotisch ist Anlagevermögen. — Der Verwendungszweck trennt die Verkaufserzeugnisse vom dauerhaft eingesetzten Bürotisch.
Ordne Anlagevermögen in drei Gruppen

In der Bilanz wird das Anlagevermögen in drei Hauptgruppen gegliedert.

Definition

Immaterielle Vermögensgegenstände

Das sind nicht körperliche Werte und Rechte, die dauerhaft betrieblich genutzt werden. Beispiele sind entgeltlich erworbene Lizenzen, Patente oder langfristig eingesetzte Software.

Definition

Sachanlagen

Das sind körperliche Anlagegüter. Dazu gehören beispielsweise Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Definition

Finanzanlagen

Das sind langfristig gehaltene finanzielle Vermögenswerte. Beispiele sind dauerhafte Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens und langfristige Ausleihungen.

Beispiel

Ein Produktionsunternehmen besitzt eine dauerhaft genutzte Planungssoftware, eine Fertigungsmaschine und eine langfristige Beteiligung an einem Zulieferer.

  • Die Software ist ein immaterieller Vermögensgegenstand.
  • Die Maschine ist eine Sachanlage.
  • Die Beteiligung ist eine Finanzanlage.

Alle drei gehören zum Anlagevermögen, weil sie dem Unternehmen dauerhaft dienen sollen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Eine dauerhaft genutzte Maschine gehört zu den . Eine langfristig genutzte Lizenz ist ein . Eine dauerhaft gehaltene Beteiligung gehört zu den . Zum Verkauf hergestellte Maschinen sind .

Lösungen: Lücke 1: Sachanlagen; Lücke 2: immaterieller Vermögensgegenstand; Lücke 3: Finanzanlagen; Lücke 4: Umlaufvermögen. Ordne zuerst nach dem betrieblichen Zweck. Gehört der Wert zum Anlagevermögen, prüfst du anschließend, ob er nicht körperlich, körperlich oder finanziell ist.
Prüfe Abnutzung und Abschreibung

Anlagevermögen kann abnutzbar oder nicht abnutzbar sein. Diese Unterscheidung bestimmt, ob eine planmäßige Abschreibung erfolgt.

Definition

Abnutzbares Anlagevermögen

Seine Nutzung ist zeitlich begrenzt, etwa durch Verschleiß oder technischen Fortschritt. Dazu zählen häufig Maschinen, Fahrzeuge, Gebäude und Geschäftsausstattung.

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden durch planmäßige Abschreibungen auf die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt.

Definition

Nicht abnutzbares Anlagevermögen

Bei diesem Anlagevermögen wird keine planmäßige, nutzungsbedingte Wertminderung angesetzt. Typische Beispiele sind Grund und Boden sowie dauerhaft gehaltene Beteiligungen.

Auch nicht planmäßig abnutzbare Güter können außergewöhnlich oder dauerhaft an Wert verlieren. Dann kann eine außerplanmäßige Abschreibung erforderlich sein.

Beispiel

Eine Maschine wird mehrere Jahre in der Produktion eingesetzt. Durch ihre Nutzung verschleißt sie. Deshalb werden ihre Kosten nicht nur einem einzigen Geschäftsjahr zugerechnet, sondern planmäßig über die Nutzungsdauer verteilt.

Ein unbebautes Grundstück nutzt sich durch den betrieblichen Gebrauch dagegen normalerweise nicht planmäßig ab. Deshalb erfolgt darauf keine planmäßige Abschreibung.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelcher Gegenstand wird typischerweise nicht planmäßig abgeschrieben?
Lösung: Ein unbebautes Grundstück — Grund und Boden gilt typischerweise als nicht abnutzbar. Maschinen und Fahrzeuge haben dagegen eine begrenzte Nutzungsdauer.
Frage 2 von 2MittelEine dauerhaft genutzte Maschine wird durch einen Unfall schwer beschädigt. Welche Aussage passt?
Lösung: Neben der planmäßigen Abschreibung kann eine außerplanmäßige Wertminderung zu berücksichtigen sein. — Ein außergewöhnlicher Wertverlust ändert nicht automatisch den Verwendungszweck, kann aber eine außerplanmäßige Abschreibung auslösen.
Verfolge Buchwert und Dokumentation

Bei der Anschaffung wird ein Anlagegut grundsätzlich mit seinen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfasst. Dieses Erfassen als Vermögenswert heißt Aktivierung.

Der in der Bilanz ausgewiesene Wert heißt Buchwert. Bei einem abnutzbaren Anlagegut sinkt er durch die Abschreibungen.

Beispiel

Ein Unternehmen kauft eine Maschine für die dauerhafte Produktion.

  1. Die Maschine wird als Sachanlage aktiviert.
  2. Ihre Kosten werden planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt.
  3. Jede Abschreibung senkt den Buchwert der Maschine.
  4. Der Abschreibungsbetrag wird als Aufwand erfasst und mindert dadurch den Gewinn des jeweiligen Geschäftsjahres.

Der entscheidende Zusammenhang lautet: Abschreibung erhöht den Aufwand, senkt den Gewinn und vermindert den Buchwert des Anlageguts.

Ein Anlagenverzeichnis dokumentiert die einzelnen Anlagegüter, ihre Anschaffung, Abschreibungen und Restbuchwerte. Ein Anlagespiegel fasst die Entwicklung der Anlageposten zusammen, etwa Zugänge, Abgänge und Abschreibungen.

Wird ein Anlagegut verkauft, verschenkt, zerstört oder in das Privatvermögen entnommen, muss es aus dem Anlagevermögen ausgebucht werden.

Gut zu wissen

Anlagevermögen bindet Kapital meist langfristig. Ein großer Bestand kann die betriebliche Leistungsfähigkeit und mögliche Kreditsicherheiten stärken, aber zugleich die kurzfristige finanzielle Beweglichkeit begrenzen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Folge hat eine planmäßige Abschreibung auf eine Maschine?
Lösung: Ihr Buchwert und der Gewinn des Geschäftsjahres sinken. — Die Abschreibung wird als Aufwand erfasst. Sie vermindert sowohl den Buchwert des Anlageguts als auch den Gewinn.
Frage 2 von 2SchwerEine Maschine ist vollständig zerstört und kann nicht mehr genutzt werden. Was ist als nächster Schritt sachgerecht?
Lösung: Der Wertverlust ist zu berücksichtigen und die Maschine ist gegebenenfalls auszubuchen. — Eine Zerstörung kann eine außerplanmäßige Wertminderung und schließlich die Ausbuchung des Anlageguts erfordern.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Anlagevermögen
    • Zweck: dauerhafter betrieblicher Einsatz
    • Gruppen: immaterielle Werte, Sachanlagen, Finanzanlagen
    • Abnutzung: planmäßig abschreibbar oder nicht planmäßig abschreibbar
    • Bewertung: Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen
    • Wirkung: langfristige Kapitalbindung
    • Dokumentation: Anlagenverzeichnis und Anlagespiegel

Prüfe bei einem Vermögensgegenstand in dieser Reihenfolge:

  1. Zweck: Soll er dauerhaft dienen oder kurzfristig umgesetzt werden?
  2. Gruppe: Ist er nicht körperlich, körperlich oder finanziell?
  3. Abnutzung: Ist seine Nutzungsdauer begrenzt?
  4. Wertentwicklung: Muss sein Buchwert planmäßig oder wegen eines besonderen Wertverlusts vermindert werden?
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWas kennzeichnet Anlagevermögen?
Lösung: Es soll dem Geschäftsbetrieb dauerhaft dienen. — Zum Anlagevermögen können körperliche, nicht körperliche und finanzielle Werte gehören. Entscheidend ist der dauerhafte betriebliche Zweck.
Frage 2 von 3MittelEin Unternehmen kauft Software zur dauerhaften Produktionsplanung. Wie ist sie einzuordnen?
Lösung: Als immaterieller Vermögensgegenstand des Anlagevermögens — Dauerhaft genutzte Software ist nicht körperlich und gehört daher grundsätzlich zu den immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens.
Frage 3 von 3SchwerEin Maschinenbauer stellt zwei gleichartige Maschinen her. Eine soll verkauft, die andere dauerhaft in der eigenen Produktion eingesetzt werden. Welche Zuordnung ist richtig?
Lösung: Die Verkaufsmaschine ist Umlaufvermögen; die selbst genutzte Maschine ist Anlagevermögen. — Derselbe Gegenstandstyp kann je nach Zweck zu unterschiedlichen Vermögensklassen gehören. Der geplante dauerhafte Eigengebrauch führt zum Anlagevermögen.

Wenn du einen neuen Fall lösen kannst, ohne dich von Gegenstandsart oder Preis ablenken zu lassen, hast du die wichtigste Entscheidung verstanden: Der betriebliche Zweck bestimmt die Zuordnung.

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