Anlagevermögen einfach erklärt: Arten und Beispiele
Zum Anlagevermögen gehören Vermögensgegenstände, die dem Geschäftsbetrieb dauerhaft dienen sollen. Entscheidend ist ihr betrieblicher Zweck: Eine dauerhaft genutzte Maschine ist Anlagevermögen, eine zum Verkauf bestimmte Maschine dagegen Umlaufvermögen.
Auf dieser Seite lernst du, Anlagevermögen zu erkennen, seinen drei Hauptgruppen zuzuordnen und die Wirkung von Abschreibungen zu erklären.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Entscheide nach dem betrieblichen Zweck
Nicht die Art oder der Preis eines Gegenstands entscheidet über seine Zuordnung. Maßgeblich ist, wozu das Unternehmen ihn bestimmt hat.
Anlagevermögen
Anlagevermögen umfasst Vermögensgegenstände, die dauerhaft im Unternehmen eingesetzt werden sollen. Es steht auf der Aktivseite der Bilanz und bildet den langfristig gebundenen Teil des Unternehmensvermögens.
Umlaufvermögen wird dagegen kurzfristig verkauft, verbraucht oder verarbeitet.
Ein Autohaus besitzt 20 Fahrzeuge für den Verkauf und einen Firmenwagen für Kundenbesuche.
- Die 20 Verkaufsfahrzeuge sollen das Unternehmen durch den Verkauf wieder verlassen. Sie gehören zum Umlaufvermögen.
- Der Firmenwagen soll dauerhaft betrieblich genutzt werden. Er gehört zum Anlagevermögen.
Obwohl alle Fahrzeuge gleichartige Gegenstände sind, führt ihre unterschiedliche Zweckbestimmung zu einer anderen Zuordnung.
Frage nicht zuerst: „Was ist das für ein Gegenstand?“ Frage: „Soll er dem Betrieb dauerhaft dienen oder kurzfristig umgesetzt werden?“
Ordne Anlagevermögen in drei Gruppen
In der Bilanz wird das Anlagevermögen in drei Hauptgruppen gegliedert.
Immaterielle Vermögensgegenstände
Das sind nicht körperliche Werte und Rechte, die dauerhaft betrieblich genutzt werden. Beispiele sind entgeltlich erworbene Lizenzen, Patente oder langfristig eingesetzte Software.
Sachanlagen
Das sind körperliche Anlagegüter. Dazu gehören beispielsweise Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Finanzanlagen
Das sind langfristig gehaltene finanzielle Vermögenswerte. Beispiele sind dauerhafte Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens und langfristige Ausleihungen.
Ein Produktionsunternehmen besitzt eine dauerhaft genutzte Planungssoftware, eine Fertigungsmaschine und eine langfristige Beteiligung an einem Zulieferer.
- Die Software ist ein immaterieller Vermögensgegenstand.
- Die Maschine ist eine Sachanlage.
- Die Beteiligung ist eine Finanzanlage.
Alle drei gehören zum Anlagevermögen, weil sie dem Unternehmen dauerhaft dienen sollen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Eine dauerhaft genutzte Maschine gehört zu den . Eine langfristig genutzte Lizenz ist ein . Eine dauerhaft gehaltene Beteiligung gehört zu den . Zum Verkauf hergestellte Maschinen sind .
Prüfe Abnutzung und Abschreibung
Anlagevermögen kann abnutzbar oder nicht abnutzbar sein. Diese Unterscheidung bestimmt, ob eine planmäßige Abschreibung erfolgt.
Abnutzbares Anlagevermögen
Seine Nutzung ist zeitlich begrenzt, etwa durch Verschleiß oder technischen Fortschritt. Dazu zählen häufig Maschinen, Fahrzeuge, Gebäude und Geschäftsausstattung.
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden durch planmäßige Abschreibungen auf die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt.
Nicht abnutzbares Anlagevermögen
Bei diesem Anlagevermögen wird keine planmäßige, nutzungsbedingte Wertminderung angesetzt. Typische Beispiele sind Grund und Boden sowie dauerhaft gehaltene Beteiligungen.
Auch nicht planmäßig abnutzbare Güter können außergewöhnlich oder dauerhaft an Wert verlieren. Dann kann eine außerplanmäßige Abschreibung erforderlich sein.
Eine Maschine wird mehrere Jahre in der Produktion eingesetzt. Durch ihre Nutzung verschleißt sie. Deshalb werden ihre Kosten nicht nur einem einzigen Geschäftsjahr zugerechnet, sondern planmäßig über die Nutzungsdauer verteilt.
Ein unbebautes Grundstück nutzt sich durch den betrieblichen Gebrauch dagegen normalerweise nicht planmäßig ab. Deshalb erfolgt darauf keine planmäßige Abschreibung.
Verfolge Buchwert und Dokumentation
Bei der Anschaffung wird ein Anlagegut grundsätzlich mit seinen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfasst. Dieses Erfassen als Vermögenswert heißt Aktivierung.
Der in der Bilanz ausgewiesene Wert heißt Buchwert. Bei einem abnutzbaren Anlagegut sinkt er durch die Abschreibungen.
Ein Unternehmen kauft eine Maschine für die dauerhafte Produktion.
- Die Maschine wird als Sachanlage aktiviert.
- Ihre Kosten werden planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt.
- Jede Abschreibung senkt den Buchwert der Maschine.
- Der Abschreibungsbetrag wird als Aufwand erfasst und mindert dadurch den Gewinn des jeweiligen Geschäftsjahres.
Der entscheidende Zusammenhang lautet: Abschreibung erhöht den Aufwand, senkt den Gewinn und vermindert den Buchwert des Anlageguts.
Ein Anlagenverzeichnis dokumentiert die einzelnen Anlagegüter, ihre Anschaffung, Abschreibungen und Restbuchwerte. Ein Anlagespiegel fasst die Entwicklung der Anlageposten zusammen, etwa Zugänge, Abgänge und Abschreibungen.
Wird ein Anlagegut verkauft, verschenkt, zerstört oder in das Privatvermögen entnommen, muss es aus dem Anlagevermögen ausgebucht werden.
Anlagevermögen bindet Kapital meist langfristig. Ein großer Bestand kann die betriebliche Leistungsfähigkeit und mögliche Kreditsicherheiten stärken, aber zugleich die kurzfristige finanzielle Beweglichkeit begrenzen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Anlagevermögen
- Zweck: dauerhafter betrieblicher Einsatz
- Gruppen: immaterielle Werte, Sachanlagen, Finanzanlagen
- Abnutzung: planmäßig abschreibbar oder nicht planmäßig abschreibbar
- Bewertung: Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen
- Wirkung: langfristige Kapitalbindung
- Dokumentation: Anlagenverzeichnis und Anlagespiegel
Prüfe bei einem Vermögensgegenstand in dieser Reihenfolge:
- Zweck: Soll er dauerhaft dienen oder kurzfristig umgesetzt werden?
- Gruppe: Ist er nicht körperlich, körperlich oder finanziell?
- Abnutzung: Ist seine Nutzungsdauer begrenzt?
- Wertentwicklung: Muss sein Buchwert planmäßig oder wegen eines besonderen Wertverlusts vermindert werden?
Abschluss-Check
Wenn du einen neuen Fall lösen kannst, ohne dich von Gegenstandsart oder Preis ablenken zu lassen, hast du die wichtigste Entscheidung verstanden: Der betriebliche Zweck bestimmt die Zuordnung.
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