Wirtschaft

Break-even-Point berechnen: Formel und Beispiel

Break-even-Point berechnen: Formel und Beispiel
Break-even-Point berechnen: Formel und Beispiel
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Der Break-even-Point ist die Gewinnschwelle: Erlös und Gesamtkosten sind gleich hoch. Der Gewinn beträgt genau 0 €. Mit Fixkosten, Verkaufspreis und variablen Stückkosten kannst du berechnen, wie viele Einheiten dafür verkauft werden müssen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was bedeutet der Break-even-Point?

Am Break-even-Point deckt der Erlös genau alle Kosten. Deshalb entstehen dort weder Gewinn noch Verlust. Weitere Bezeichnungen sind Gewinnschwelle und Kostendeckungspunkt.

Definition

Break-even-Point

Der Break-even-Point ist die Absatzmenge, bei der Erlös und Gesamtkosten gleich sind. Es gilt: Gewinn = 0 €.

  • Unterhalb der Break-even-Menge sind die Kosten höher als der Erlös: Das Unternehmen macht Verlust.
  • Am Break-even-Point sind Kosten und Erlös gleich hoch.
  • Oberhalb der Break-even-Menge ist der Erlös höher als die Kosten: Im Modell entsteht Gewinn.

In einem Diagramm ist der Break-even-Point der Schnittpunkt von Erlösgerade und Gesamtkostengerade. Links davon liegt die Verlustzone, rechts davon die Gewinnzone.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt den Break-even-Point richtig?
Lösung: Erlös und Gesamtkosten sind gleich hoch. — Am Break-even-Point gilt Erlös = Gesamtkosten. Daher beträgt der Gewinn genau 0 €.
So berechnest du die Gewinnschwelle

Du brauchst vier Größen:

  • $x$: Absatzmenge
  • $K_f$: Fixkosten, die unabhängig von der Absatzmenge anfallen
  • $p$: Verkaufspreis je Stück
  • $k_v$: variable Kosten je Stück

Der Stückdeckungsbeitrag zeigt, wie viel ein verkauftes Stück zur Deckung der Fixkosten beiträgt:

$$db=p-k_v$$

Die Break-even-Menge berechnest du mit:

$$x=\frac{K_f}{db}=\frac{K_f}{p-k_v}$$

Warum funktioniert diese Formel? Im linearen Modell lauten die Erlös- und Kostenfunktionen:

$$E(x)=p\cdot x$$

$$K(x)=k_v\cdot x+K_f$$

Am Break-even-Point gilt $E(x)=K(x)$:

$$p\cdot x=k_v\cdot x+K_f$$

Ziehst du die variablen Kosten beiderseits ab, erhältst du:

$$x\cdot(p-k_v)=K_f$$

Jedes Stück liefert also den Beitrag $p-k_v$. Die Gewinnschwelle ist erreicht, sobald alle Stückdeckungsbeiträge zusammen die Fixkosten decken.

Merke

Erst den Stückdeckungsbeitrag bestimmen, dann die Fixkosten durch diesen Beitrag teilen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der Stückdeckungsbeitrag entsteht aus minus . Für die Break-even-Menge werden die Fixkosten durch den geteilt.

Lösungen: Lücke 1: Verkaufspreis; Lücke 2: variablen Stückkosten; Lücke 3: Stückdeckungsbeitrag. Der Verkaufspreis abzüglich der variablen Stückkosten ergibt den Beitrag eines Stücks zur Deckung der Fixkosten.
Vollständiges Beispiel: Coffee-Truck

Ein Coffee-Truck betrachtet einen Verkaufstag. Gegeben sind:

  • Fixkosten: 300 €
  • Verkaufspreis je Becher: 2,80 €
  • variable Kosten je Becher: 0,80 €

Schritt 1: Stückdeckungsbeitrag berechnen

$$db=2{,}80\,€-0{,}80\,€=2{,}00\,€$$

Jeder verkaufte Becher trägt 2,00 € zur Deckung der täglichen Fixkosten bei.

Schritt 2: Break-even-Menge berechnen

$$x=\frac{300\,€}{2{,}00\,€}=150$$

Schritt 3: Ergebnis im Zusammenhang deuten

Beispiel

Bei 150 verkauften Bechern sind alle Kosten gedeckt. Der Gewinn beträgt 0 €. Bei weniger als 150 Bechern entsteht Verlust. Ab dem 151. Becher liegt der Coffee-Truck im linearen Modell in der Gewinnzone.

Zur Kontrolle kannst du Erlös und Kosten bei 150 Bechern vergleichen:

$$E(150)=2{,}80\,€\cdot150=420\,€$$

$$K(150)=0{,}80\,€\cdot150+300\,€=420\,€$$

Beide Werte stimmen überein. Die berechnete Menge ist damit plausibel.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWas ändert sich, wenn der Verkaufspreis sinkt, während alle Kosten gleich bleiben?
Lösung: Der Stückdeckungsbeitrag sinkt und die Break-even-Menge steigt. — Sinkt der Preis, wird $p-k_v$ kleiner. Die Fixkosten müssen dann durch mehr verkaufte Einheiten gedeckt werden.
So beurteilst du das Ergebnis richtig

Eine Rechnung allein reicht nicht. Prüfe anschließend vier Punkte.

Ist der Stückdeckungsbeitrag positiv?

Bei positiven Fixkosten muss $p>k_v$ gelten, damit jedes verkaufte Stück zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Bei $p\leq k_v$ ist im Grundmodell kein Break-even-Point durch zusätzliche Verkäufe erreichbar.

Muss aufgerundet werden?

Manche Ergebnisse sind keine ganzen Zahlen. Bei Süßwaren mit 5.000 € Fixkosten, 2,00 € Verkaufspreis und 0,90 € variablen Stückkosten ergibt sich:

$$db=2{,}00\,€-0{,}90\,€=1{,}10\,€$$

$$x=\frac{5.000\,€}{1{,}10\,€}=4.545{,}45$$

Ein einzelnes Produkt lässt sich nicht in Bruchteilen verkaufen. Deshalb sind 4.546 Stück die kleinste ganze Absatzmenge, die mindestens kostendeckend ist. Sie liegt bereits geringfügig in der Gewinnzone.

Ist genügend Sicherheitsabstand vorhanden?

Vergleiche den geplanten Absatz mit der Break-even-Menge. Liegt der Plan nur knapp darüber, können kleine Nachfragerückgänge wieder zu einem Verlust führen. Ein größerer Abstand macht die Planung robuster.

Passt das Modell zur Wirklichkeit?

Die einfache Formel setzt konstante Preise und variable Stückkosten sowie einen linearen Verlauf voraus. Mehrere Produkte, saisonale Nachfrage, Erstinvestitionen oder sprunghaft steigende Fixkosten machen die Planung komplexer. Auch Kosten- oder Preisänderungen verlangen eine neue Berechnung.

Gut zu wissen

Das Erreichen des Break-even-Points bedeutet nur Kostendeckung. Es garantiert weder einen ausreichenden Gewinn noch genügend Geld für Rücklagen, Kredite oder den Lebensunterhalt.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche praktische Break-even-Menge gehört zum Süßwarenbeispiel?
Lösung: 4.546 Stück — Bei unteilbaren Produkten wird die rechnerische Menge auf die nächste ganze Einheit aufgerundet.
Frage 2 von 2SchwerEin Betrieb plant nur wenig mehr Absatz als die Break-even-Menge. Wie ist das zu beurteilen?
Lösung: Schon kleine Absatzrückgänge können wieder zu Verlust führen. — Ein knapper Abstand zur Gewinnschwelle bedeutet ein höheres Risiko bei schwankender Nachfrage.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Break-even-Point
    • Bedeutung
      • Erlös = Gesamtkosten
      • Gewinn = 0 €
    • Berechnung
      • Stückdeckungsbeitrag = Preis − variable Stückkosten
      • Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag
    • Einordnung
      • darunter: Verlustzone
      • darüber: Gewinnzone
    • Prüfung
      • positiver Stückdeckungsbeitrag
      • ganze Einheiten aufrunden
      • Sicherheitsabstand beachten
      • Modellgrenzen prüfen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWo liegt der Break-even-Point im Diagramm?
Lösung: Am Schnittpunkt von Erlös- und Gesamtkostengerade — Der Schnittpunkt zeigt die Absatzmenge, bei der Erlös und Gesamtkosten gleich hoch sind.
Frage 2 von 3MittelEin Sneaker kostet 50 €, verursacht 30 € variable Stückkosten und hat 3.500 € Fixkosten. Wie hoch ist die Break-even-Menge?
Lösung: 175 Stück — Der Stückdeckungsbeitrag beträgt $50\,€-30\,€=20\,€$. Daher gilt $3.500\,€\div20\,€=175$ Stück.
Frage 3 von 3SchwerDer Verkaufspreis entspricht genau den variablen Stückkosten. Was folgt daraus bei positiven Fixkosten?
Lösung: Zusätzliche Verkäufe können die Fixkosten nicht decken. — Bei $p=k_v$ beträgt der Stückdeckungsbeitrag 0 €. Jede Einheit deckt nur ihre eigenen variablen Kosten, aber keinen Teil der Fixkosten.

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