Wirtschaft

Deckungsbeitrag berechnen und richtig deuten

Deckungsbeitrag berechnen und richtig deuten
Deckungsbeitrag berechnen und richtig deuten
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Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der vom Erlös nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Er deckt zunächst die Fixkosten. Erst ein darüber hinausgehender Betrag führt im betrachteten Modell zu Gewinn.

Auf dieser Seite lernst du, den Deckungsbeitrag zu berechnen und seine Aussagekraft richtig einzuschätzen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Zuerst die Kosten richtig einordnen

Stell dir ein Café vor: Für jedes verkaufte Stück Kuchen werden Zutaten und eine Verpackung benötigt. Diese Kosten steigen mit der verkauften Menge. Die Miete fällt dagegen auch dann an, wenn kein Kuchen verkauft wird.

Definition

Variable Kosten

Variable Kosten verändern sich mit Produktion oder Absatz. Dazu können Material, Verpackung, Provisionen oder produktionsabhängige Transportkosten gehören.

Definition

Fixkosten

Fixkosten verändern sich innerhalb des betrachteten Zeitraums und Beschäftigungsbereichs nicht unmittelbar mit der Absatzmenge. Beispiele sind Miete, Versicherungen oder feste Gehälter.

Die Einordnung hängt vom konkreten Fall ab. Energiekosten können zum Beispiel einen fixen Grundpreis und einen verbrauchsabhängigen Anteil enthalten.

Merke

Frage bei jeder Kostenposition: Verändert sich dieser Betrag unmittelbar, wenn eine Einheit mehr oder weniger hergestellt oder verkauft wird?

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Frage 1 von 1LeichtWelche Kosten sind in einem Café typischerweise variabel?
Lösung: Zutaten für jedes verkaufte Stück Kuchen — Variable Kosten verändern sich mit der hergestellten oder verkauften Menge.
Stück- und Gesamtdeckungsbeitrag berechnen

Der Stückdeckungsbeitrag zeigt, wie viel eine verkaufte Einheit zur Deckung der Fixkosten beiträgt:

$$\text{Stück-DB}=\text{Preis je Stück}-\text{variable Kosten je Stück}$$

Der Gesamtdeckungsbeitrag bezieht sich auf alle verkauften Einheiten:

$$\text{Gesamt-DB}=\text{Stück-DB}\times\text{Absatzmenge}$$

Du kannst ihn auch direkt berechnen:

$$\text{Gesamt-DB}=\text{Gesamtumsatz}-\text{variable Gesamtkosten}$$

Beispiel

Ein Café verkauft ein Stück Kuchen für 4,00 €. Zutaten und Verpackung kosten zusammen 1,50 € je Stück.

  1. Zuerst berechnest du den Stückdeckungsbeitrag:

$$4{,}00\,€-1{,}50\,€=2{,}50\,€$$

  1. Bei 1.000 verkauften Stücken beträgt der Gesamtdeckungsbeitrag:

$$2{,}50\,€\times1.000=2.500\,€$$

Jedes Stück trägt somit 2,50 € bei; alle verkauften Stücke zusammen liefern 2.500 € zur Deckung der Fixkosten.

Ein positiver Stück-DB bedeutet nur, dass der Preis über den variablen Stückkosten liegt. Er beweist noch keinen Unternehmensgewinn. Ein negativer Stück-DB bedeutet dagegen, dass schon jede weitere verkaufte Einheit auf dieser Rechenebene einen Fehlbetrag erzeugt.

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Frage 1 von 1MittelEin Produkt kostet 10 € und verursacht 6 € variable Kosten je Stück. Wie hoch ist der Gesamt-DB bei 300 Stück?
Lösung: 1.200 € — Der Stück-DB beträgt 10 € − 6 € = 4 €. Daher gilt: 4 € × 300 = 1.200 €.
Vom Deckungsbeitrag zum Betriebsergebnis

Vom Gesamtdeckungsbeitrag werden die Fixkosten abgezogen:

$$\text{Betriebsergebnis}=\text{Gesamt-DB}-\text{Fixkosten}$$

Daraus entstehen drei Fälle:

  • Gesamt-DB größer als Fixkosten: Das Betriebsergebnis ist positiv.
  • Gesamt-DB gleich Fixkosten: Weder Gewinn noch Verlust entsteht; der Break-even ist erreicht.
  • Gesamt-DB kleiner als Fixkosten: Das Betriebsergebnis ist negativ.

Im Café-Beispiel stehen dem Gesamt-DB von 2.500 € Fixkosten von 3.000 € gegenüber:

$$2.500\,€-3.000\,€=-500\,€$$

Das Café erzielt nach diesen Angaben einen Verlust von 500 €.

Bei nur einem Produkt und einem positiven Stück-DB lässt sich die Break-even-Menge berechnen:

$$\text{Break-even-Menge}=\frac{\text{Fixkosten}}{\text{Stück-DB}}$$

Für das Café gilt:

$$\frac{3.000\,€}{2{,}50\,€\text{ je Stück}}=1.200\text{ Stück}$$

Bei 1.200 Stück deckt der Gesamt-DB genau die Fixkosten. Der Deckungsbeitrag ist also ein Geldbetrag; die Break-even-Menge ist eine Absatzmenge.

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Frage 1 von 1MittelDer Gesamt-DB beträgt 18.000 €, die Fixkosten betragen 18.000 €. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Der Break-even ist erreicht. — Sind Gesamt-DB und Fixkosten gleich hoch, beträgt das Betriebsergebnis 0 €.
Weitere Kennzahlen gezielt einsetzen

Der absolute Deckungsbeitrag beantwortet die Frage: Wie viele Euro stehen zur Fixkostendeckung bereit? Für manche Vergleiche helfen zusätzliche Kennzahlen.

Deckungsbeitragsquote

Die DB-Quote zeigt, welcher Anteil des Umsatzes nach Abzug der variablen Kosten verbleibt:

$$\text{DB-Quote}=\frac{\text{Deckungsbeitrag}}{\text{Umsatz}}\times100\,\%$$

Bei 20.000 € DB und 50.000 € Umsatz gilt:

$$\frac{20.000}{50.000}\times100\,\%=40\,\%$$

Damit bleiben 40 Cent von jedem Euro Umsatz zur Deckung der Fixkosten und anschließend für einen möglichen Gewinn.

Relativer Deckungsbeitrag bei einem Engpass

Ist eine Ressource knapp, zählt nicht nur der DB je Stück. Dann vergleichst du den DB je Einheit der knappen Ressource:

$$\text{relativer DB}=\frac{\text{Stück-DB}}{\text{benötigte Engpasseinheiten}}$$

Beispiel

Produkt A erzielt 20 € Stück-DB und benötigt zwei Maschinenstunden. Produkt B erzielt 15 € Stück-DB und benötigt eine Maschinenstunde.

$$A:\frac{20\,€}{2\,\mathrm{h}}=10\,€/\mathrm{h}$$

$$B:\frac{15\,€}{1\,\mathrm{h}}=15\,€/\mathrm{h}$$

Bei knapper Maschinenzeit ist B vorteilhafter, obwohl sein DB je Stück niedriger ist. Es erzielt den höheren Beitrag pro Engpasseinheit.

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Frage 1 von 1SchwerProdukt X liefert 8 € DB in zwei Maschinenstunden. Produkt Y liefert 6 € DB in einer Maschinenstunde. Welches Produkt hat bei knapper Maschinenzeit Vorrang?
Lösung: Produkt Y, weil es 6 € DB je Maschinenstunde erzielt — X erzielt 8 € ÷ 2 h = 4 €/h, Y dagegen 6 € ÷ 1 h = 6 €/h.
Entscheidungen treffen, ohne die Kennzahl zu überschätzen

Ein positiver Stück-DB kann einen Zusatzauftrag kurzfristig interessant machen, wenn freie Kapazität vorhanden ist und keine zusätzlichen Fixkosten entstehen. Die kurzfristige Preisuntergrenze liegt dann bei den variablen Stückkosten: Dort ist der Stück-DB genau 0 €.

Für langfristige Entscheidungen reicht diese Betrachtung nicht. Dann müssen auch Fixkosten, Investitionen, Kapazitätsänderungen und Folgewirkungen berücksichtigt werden.

Ein Produkt mit niedrigem DB sollte außerdem nicht automatisch gestrichen werden. Bei einer Streichung entfällt sein Deckungsbeitrag sofort. Fixkosten verschwinden jedoch nur, wenn sie tatsächlich vermeidbar sind. Auch Verbundwirkungen im Sortiment können wichtig sein.

Einstufig oder mehrstufig rechnen

Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden alle Fixkosten gemeinsam vom Gesamt-DB abgezogen.

Eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung zieht verursachungsgerecht zugeordnete Fixkosten nacheinander ab, etwa:

  1. variable Kosten,
  2. produktspezifische Fixkosten,
  3. Produktgruppen- oder Bereichsfixkosten,
  4. Unternehmensfixkosten.

Die Bezeichnungen DB1, DB2 oder DB3 sind nicht überall gleich definiert. Lies deshalb immer nach, welche Kostenschicht auf einer Stufe abgezogen wurde.

Merke

Der Deckungsbeitrag liefert eine wichtige Teilantwort. Prüfe vor einer Entscheidung zusätzlich Kapazität, Zeitraum, tatsächlich vermeidbare Fixkosten und mögliche Folgen für andere Produkte.

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Frage 1 von 1SchwerEin Produkt hat einen positiven DB. Nach seiner Streichung würden sämtliche Fixkosten unverändert bleiben und es gäbe keinen Ersatzabsatz. Was ist die unmittelbare Folge?
Lösung: Der bisherige Deckungsbeitrag fällt weg und das Ergebnis verschlechtert sich. — Eine Streichung verbessert das Ergebnis nur, wenn eingesparte Kosten oder zusätzlicher Absatz den verlorenen DB mindestens ausgleichen.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Deckungsbeitrag
    • Berechnung
      • Erlös minus variable Kosten
      • Stück-DB mal Absatzmenge
    • Verwendung
      • Fixkosten decken
      • Betriebsergebnis bestimmen
      • Produkte und Engpässe vergleichen
    • Grenzen
      • positiver DB ist nicht automatisch Gewinn
      • Fixkosten können fortbestehen
      • langfristige Folgen gesondert prüfen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Formel beschreibt den Stückdeckungsbeitrag?
Lösung: Preis je Stück minus variable Kosten je Stück — Der Stück-DB zeigt, welcher Betrag pro Einheit nach Abzug der variablen Stückkosten verbleibt.
Frage 2 von 3MittelEin Produkt wird für 50 € verkauft. Die variablen Kosten betragen 30 € je Stück. Bei 1.000 Stück fallen 12.000 € Fixkosten an. Wie hoch ist das Betriebsergebnis?
Lösung: 8.000 € — Der Stück-DB beträgt 20 €. Der Gesamt-DB beträgt 20 € × 1.000 = 20.000 €. Nach Abzug von 12.000 € Fixkosten bleiben 8.000 €.
Frage 3 von 3SchwerEin Zusatzauftrag bietet einen Preis über den variablen Stückkosten. Welche Information brauchst du für eine verantwortbare kurzfristige Beurteilung zusätzlich?
Lösung: Ob freie Kapazität besteht und durch den Auftrag weitere Kosten entstehen — Ein positiver Stück-DB kann kurzfristig vorteilhaft sein, wenn freie Kapazität besteht und keine zusätzlichen Kosten die Rechnung verändern. Langfristig sind weitere Folgen zu prüfen.

Wenn du alle drei Aufgaben begründen kannst, kannst du den Deckungsbeitrag nicht nur berechnen, sondern auch seine Grenzen bei wirtschaftlichen Entscheidungen berücksichtigen.

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