Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel nach Abzug der variablen Kosten vom Verkauf übrig bleibt. Dieser Betrag hilft, die Fixkosten eines Unternehmens zu decken.
Der wichtigste Anfängerfehler ist: Deckungsbeitrag mit Gewinn verwechseln. Gewinn entsteht erst, wenn vom Deckungsbeitrag auch die Fixkosten abgezogen wurden.
- Du erklärst den Deckungsbeitrag in eigenen Worten.
- Du unterscheidest variable Kosten, Fixkosten, Deckungsbeitrag und Gewinn.
- Du berechnest Stückdeckungsbeitrag, Gesamtdeckungsbeitrag und Betriebsergebnis.
- Du nutzt den Deckungsbeitrag für einfache Entscheidungen über Preise, Aufträge und Sortimente.
Grundidee
Deckungsbeitrag = Erlöse minus variable Kosten. Er zeigt, welcher Betrag zur Deckung der Fixkosten übrig bleibt.
Variable Kosten ändern sich mit der Menge. Wenn du mehr Produkte herstellst oder verkaufst, steigen sie. Beispiele sind Material, Verpackung, Provisionen oder Versandkosten pro Stück.
Fixkosten bleiben in einem bestimmten Zeitraum zunächst gleich, auch wenn du etwas mehr oder weniger verkaufst. Beispiele sind Miete, Grundgehälter, Versicherungen oder Leasingraten.
Deckungsbeitrag deckt Fixkosten. Gewinn entsteht erst nach den Fixkosten.
Stückdeckungsbeitrag
Der Stückdeckungsbeitrag betrachtet ein einzelnes Produkt.
Stückdeckungsbeitrag = Verkaufspreis pro Stück minus variable Kosten pro Stück
Ein Sandwich wird für 12,00 Euro verkauft.
Die variablen Kosten pro Sandwich betragen 7,50 Euro.
Rechnung: 12,00 Euro minus 7,50 Euro = 4,50 Euro.
Der Stückdeckungsbeitrag beträgt 4,50 Euro.
Das heißt nicht, dass jedes Sandwich 4,50 Euro Gewinn bringt. Es heißt: Jedes verkaufte Sandwich trägt 4,50 Euro dazu bei, Miete, Gehälter und andere Fixkosten zu decken.
Gesamtdeckungsbeitrag und Ergebnis
Wenn du den Stückdeckungsbeitrag mit der verkauften Menge multiplizierst, erhältst du den Gesamtdeckungsbeitrag.
Gesamtdeckungsbeitrag = Stückdeckungsbeitrag mal Absatzmenge
Das Unternehmen verkauft 400 Sandwiches.
Stückdeckungsbeitrag: 4,50 Euro.
Gesamtdeckungsbeitrag: 4,50 Euro mal 400 = 1.800 Euro.
Die monatlichen Fixkosten betragen 1.500 Euro.
Betriebsergebnis: 1.800 Euro minus 1.500 Euro = 300 Euro Gewinn.
Der gleiche Verkauf wäre bei höheren Fixkosten anders zu bewerten. Wenn die Fixkosten 2.100 Euro betragen, ergibt sich trotz positivem Deckungsbeitrag ein Verlust von 300 Euro.
Break-even verstehen
Der Break-even-Punkt ist die Menge, bei der weder Gewinn noch Verlust entsteht. Dafür müssen die gesamten Deckungsbeiträge genau die Fixkosten decken.
Break-even-Menge = Fixkosten geteilt durch Stückdeckungsbeitrag
Fixkosten: 1.500 Euro.
Stückdeckungsbeitrag: 4,50 Euro.
Rechnung: 1.500 geteilt durch 4,50 = 333,33.
Da man keine 0,33 Sandwiches sinnvoll verkaufen kann, braucht das Unternehmen mindestens 334 verkaufte Sandwiches, um die Fixkosten vollständig zu decken.
Positiv, null oder negativ?
Ein positiver Deckungsbeitrag bedeutet: Das Produkt trägt zur Deckung der Fixkosten bei.
Ein Deckungsbeitrag von null bedeutet: Der Verkauf deckt gerade die variablen Kosten, aber nichts von den Fixkosten.
Ein negativer Deckungsbeitrag bedeutet: Schon jeder einzelne Verkauf verschlechtert das Ergebnis, weil die variablen Kosten höher sind als der Preis.
Ein Produkt kostet im Verkauf 8 Euro.
Die variablen Kosten betragen 9 Euro.
Deckungsbeitrag: 8 Euro minus 9 Euro = minus 1 Euro.
Mit jedem Verkauf verliert das Unternehmen zusätzlich 1 Euro, noch bevor Fixkosten betrachtet werden.
Wofür nutzt man den Deckungsbeitrag?
Unternehmen verwenden Deckungsbeiträge, um Entscheidungen besser zu treffen. Besonders wichtig ist die Frage: Welches Produkt hilft wirklich, die Fixkosten zu decken?
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Entscheidungsbeispiel mit Zusatzauftrag
Ein Betrieb hat freie Kapazität. Ein Kunde fragt einen Sonderauftrag an: 100 Stück für je 9 Euro. Die variablen Kosten liegen bei 7 Euro pro Stück. Die Fixkosten fallen ohnehin an.
Der Stückdeckungsbeitrag beträgt 2 Euro. Für 100 Stück ergibt das 200 Euro zusätzlicher Deckungsbeitrag.
Wenn keine anderen Nachteile entstehen, kann der Auftrag kurzfristig sinnvoll sein, obwohl der Preis vielleicht unter dem normalen Verkaufspreis liegt. Aber Vorsicht: Wenn der Sonderpreis Stammkunden verärgert oder normale Verkäufe verdrängt, muss man anders entscheiden.
Deckungsbeitrag hilft beim Rechnen. Er ersetzt nicht das Nachdenken über Markt, Kapazität, Kundenwirkung und langfristige Strategie.
Häufige Missverständnisse
Ein Missverständnis lautet: "Hoher Umsatz bedeutet automatisch hoher Gewinn." Falsch. Wenn die variablen Kosten hoch sind, kann vom Umsatz wenig übrig bleiben.
Ein zweites Missverständnis lautet: "Ein Produkt mit positivem Deckungsbeitrag sollte immer bleiben." Nicht immer. Vielleicht bindet es viel Zeit, verdrängt bessere Produkte oder verursacht später zusätzliche Fixkosten.
Ein drittes Missverständnis lautet: "Fixkosten sind für Produktentscheidungen egal." In der einstufigen Rechnung werden sie zunächst als Block betrachtet. Für langfristige Entscheidungen musst du aber prüfen, ob Fixkosten wirklich wegfallen, wenn ein Produkt gestrichen wird.
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Zusammenfassung
Der Deckungsbeitrag ist die Differenz aus Erlösen und variablen Kosten. Er zeigt, wie viel zur Deckung der Fixkosten übrig bleibt. Der Stückdeckungsbeitrag bezieht sich auf ein einzelnes Produkt, der Gesamtdeckungsbeitrag auf eine Menge. Gewinn entsteht erst, wenn die Fixkosten gedeckt sind. Besonders nützlich ist der Deckungsbeitrag bei Preisfragen, Zusatzaufträgen, Sortimentsentscheidungen, Break-even-Rechnungen und Engpässen.
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