Buchungssatz bilden: Soll und Haben sicher zuordnen
Ein Buchungssatz übersetzt einen Geschäftsvorfall in die Sprache der doppelten Buchführung. Er nennt die betroffenen Konten, ihre Buchungsseiten und den Betrag. Die Grundform lautet: Soll an Haben.
Auf dieser Seite lernst du, Konten einzuordnen, Zu- und Abnahmen richtig zu buchen und dein Ergebnis zu kontrollieren.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was bedeuten Soll und Haben?
Soll bezeichnet die linke Seite eines Kontos, Haben die rechte. Die Wörter bedeuten hier weder „gut“ und „schlecht“ noch „Guthaben“ und „Schulden“.
Buchungssatz
Ein Buchungssatz stellt einen Geschäftsvorfall in der Reihenfolge Sollkonto an Habenkonto: Betrag dar. Bei mehreren Konten stehen alle Sollkonten vor „an“ und alle Habenkonten danach.
Soll steht links, Haben steht rechts. Welche Seite richtig ist, hängt von der Kontenart und der Veränderung ab.
Wie reagieren die vier Kontenarten?
Bevor du Soll oder Haben bestimmst, ordnest du jedes betroffene Konto einer Kontenart zu.
Bestandskonten
Bestandskonten bilden Vermögen und Kapital beziehungsweise Schulden ab. Aktivkonten sind zum Beispiel Kasse, Bank, Maschinen oder Forderungen. Passivkonten sind zum Beispiel Eigenkapital, Darlehen oder Verbindlichkeiten.
Erfolgskonten
Erfolgskonten erfassen Aufwendungen und Erträge. Ein Aufwand mindert das Betriebsergebnis, ein Ertrag erhöht es.
| Kontenart | Zunahme | Abnahme |
|---|---|---|
| Aktivkonto | Soll | Haben |
| Passivkonto | Haben | Soll |
| Aufwandskonto | Soll | Haben |
| Ertragskonto | Haben | Soll |
Aktiv- und Aufwandskonten nehmen also im Soll zu. Passiv- und Ertragskonten nehmen im Haben zu. Bei einer Abnahme gilt jeweils die andere Seite.
Du hebst 300 € vom Bankkonto ab und legst das Geld in die Kasse.
- Kasse: Aktivkonto, Zunahme → Soll
- Bank: Aktivkonto, Abnahme → Haben
Der Buchungssatz lautet:
Kasse 300 € an Bank 300 €
Wie bildest du einen Buchungssatz Schritt für Schritt?
Arbeite nicht sofort mit Kontonummern. Verstehe zuerst den wirtschaftlichen Vorgang.
- Kläre, was tatsächlich passiert.
- Bestimme die betroffenen Konten.
- Ordne jedem Konto seine Kontenart zu.
- Entscheide, ob das Konto zu- oder abnimmt.
- Leite daraus Soll oder Haben ab.
- Schreibe die Sollkonten vor und die Habenkonten nach „an“.
- Prüfe: Sollsumme = Habensumme.
Ein Unternehmen kauft einen Bürostuhl für 200 € und bezahlt über das Bankkonto. Die Umsatzsteuer bleibt in diesem Beispiel unberücksichtigt.
- Betroffen sind Betriebsausstattung und Bank.
- Beide sind Aktivkonten.
- Die Betriebsausstattung nimmt zu: Buchung im Soll.
- Das Bankguthaben nimmt ab: Buchung im Haben.
Der Buchungssatz lautet:
Betriebsausstattung 200 € an Bank 200 €
Die Soll- und Habensumme beträgt jeweils 200 €. Der Satz ist ausgeglichen.
Warum musst du Rechnung und Zahlung unterscheiden?
Eine Rechnung und ihre spätere Zahlung sind zwei verschiedene Geschäftsvorfälle. Entscheidend ist, ob sofort bezahlt wird oder zunächst eine Forderung beziehungsweise Verbindlichkeit entsteht.
Eine Maschine kostet 20.000 €.
Sofortige Zahlung per Bank:
- Maschinen nehmen als Aktivkonto im Soll zu.
- Bank nimmt als Aktivkonto im Haben ab.
Maschinen 20.000 € an Bank 20.000 €
Kauf auf Ziel: „Auf Ziel“ bedeutet, dass noch nicht bezahlt wird.
- Maschinen nehmen im Soll zu.
- Verbindlichkeiten nehmen als Passivkonto im Haben zu.
Maschinen 20.000 € an Verbindlichkeiten aus LuL 20.000 €
Spätere Zahlung der Verbindlichkeit:
- Verbindlichkeiten nehmen als Passivkonto im Soll ab.
- Bank nimmt als Aktivkonto im Haben ab.
Verbindlichkeiten aus LuL 20.000 € an Bank 20.000 €
Frage immer: Entsteht gerade eine Rechnung oder fließt bereits Geld? Dadurch vermeidest du die Verwechslung von Bank, Forderungen und Verbindlichkeiten.
Wann ist ein Buchungssatz zusammengesetzt?
Ein einfacher Buchungssatz enthält genau ein Sollkonto und ein Habenkonto. Ein zusammengesetzter Buchungssatz enthält auf mindestens einer Seite mehrere Konten.
Unabhängig von der Anzahl gilt immer:
Summe der Sollbeträge = Summe der Habenbeträge
Ein Bürostuhl kostet netto 200 €. Zusätzlich werden in diesem Beispiel 19 % Vorsteuer erfasst und der Gesamtbetrag bar bezahlt.
Die Vorsteuer beträgt:
$$200 \cdot 0{,}19 = 38$$
Der zu zahlende Gesamtbetrag beträgt:
$$200 + 38 = 238$$
- Betriebsausstattung: Zunahme im Soll, 200 €
- Vorsteuer: Zunahme im Soll, 38 €
- Kasse: Abnahme im Haben, 238 €
Der zusammengesetzte Buchungssatz lautet:
Betriebsausstattung 200 € Vorsteuer 38 € an Kasse 238 €
Kontrolle: Sollsumme 238 €, Habensumme 238 €.
Welche Fehler solltest du vermeiden?
Prüfe vor dem Abschreiben oder Kontieren jeden Satz mit diesen Fragen:
- Hast du Rechnung und Zahlung unterschieden?
- Passen die gewählten Konten wirklich zum Vorgang?
- Hast du die Kontenarten richtig bestimmt?
- Hast du Zu- und Abnahme getrennt geprüft?
- Stehen alle Sollkonten vor „an“?
- Sind Umsatzsteuer oder Vorsteuer zu berücksichtigen, wenn der Vorgang sie ausdrücklich enthält?
- Stimmen Soll- und Habensumme überein?
Kontonummern hängen vom verwendeten Kontenplan ab. Ergänze sie deshalb erst, nachdem der Vorgang und die Konten fachlich geklärt sind.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Buchungssatz
- Geschäftsvorfall zuerst verstehen
- Betroffene Konten bestimmen
- Kontenart zuordnen
- Zu- oder Abnahme feststellen
- Sollkonten vor „an“ notieren
- Habenkonten nach „an“ notieren
- Soll- und Habensumme vergleichen
Abschluss-Check
Wenn du unsicher bist, springe nicht direkt zu Soll und Haben. Gehe wieder vom realen Vorgang aus: Konten bestimmen, Kontenart erkennen, Veränderung prüfen, Buchungsseite ableiten und Summen vergleichen.
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