Externe Effekte: Arten, Folgen, Internalisierung
Ein externer Effekt liegt vor, wenn die wirtschaftliche Handlung einer Person oder eines Unternehmens andere betrifft. Bei technologischen Externalitäten wirkt die Handlung direkt auf ihren Nutzen oder ihre Produktion, ohne dass diese Wirkung vollständig berücksichtigt wird. Negative Wirkungen führen dann meist zu zu viel, positive meist zu zu wenig wirtschaftlicher Aktivität. Pekuniäre Externalitäten wirken dagegen über veränderte Marktpreise und verursachen nicht notwendig eine ineffiziente Ressourcenverwendung. Du lernst hier, diese Fälle zu erkennen, ihre Folgen zu erklären und Maßnahmen zur Internalisierung einzuordnen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du einen externen Effekt?
Stelle bei einem Wirtschaftsfall drei Fragen:
- Wer handelt? Das ist der Verursacher, zum Beispiel ein Unternehmen oder ein Haushalt.
- Wer wird zusätzlich betroffen? Das können Dritte oder andere Marktteilnehmer sein.
- Wie verläuft die Wirkung? Wirkt sie direkt auf Nutzen oder Produktion und bleibt unberücksichtigt, ist sie technologisch. Wirkt sie ausschließlich über veränderte Marktpreise, ist sie pekuniär.
Externer Effekt
Ein externer Effekt ist eine Auswirkung wirtschaftlicher Aktivitäten auf andere. Technologische Externalitäten wirken direkt auf deren Nutzen oder Produktion, ohne vollständig in der Entscheidung des Verursachers berücksichtigt zu werden. Pekuniäre Externalitäten wirken dagegen über Marktpreise.
Ein kohlebefeuertes Heizkraftwerk erzeugt Strom. Seine Abgase belasten Anwohner und die Gesellschaft: Atemwegserkrankungen sowie die Reinigung von Gebäuden und Fahrzeugen verursachen zusätzliche Kosten. Wenn das Kraftwerk diese Kosten nicht trägt und sie nicht im Strompreis stehen, handelt es sich um einen negativen technologischen externen Effekt.
- Verursacher: das Heizkraftwerk
- Betroffene: Anwohner und Gesellschaft
- Externe Wirkung: Gesundheits- und Reinigungskosten
- Warum extern? Das Kraftwerk berücksichtigt diese Kosten nicht vollständig in seiner eigenen Rechnung.
Warum entstehen zu hohe oder zu niedrige Mengen?
Private Kosten trägt der Handelnde selbst, etwa Material- und Lohnkosten. Soziale Kosten umfassen zusätzlich die Kosten, die unbeteiligten Dritten entstehen.
Bei einem negativen technologischen externen Effekt liegen die sozialen Kosten über den privaten Kosten. Der Marktpreis bildet dann nicht alle Kosten ab. Das Gut erscheint zu billig, wird stärker nachgefragt und in zu großer Menge produziert oder konsumiert.
Bei einem positiven technologischen externen Effekt entsteht Dritten ein Nutzen, für den sie nicht bezahlen. Der Handelnde erhält also nicht den gesamten gesellschaftlichen Nutzen vergütet. Das Gut erscheint aus gesellschaftlicher Sicht zu teuer und wird in zu geringer Menge bereitgestellt.
Negativer technologischer externer Effekt: Nicht eingerechnete Kosten führen meist zu einer zu hohen Aktivität. Positiver technologischer externer Effekt: Nicht vergüteter Nutzen führt meist zu einer zu niedrigen Aktivität.
Ein Imker stellt Bienenstöcke auf. Die Bienen liefern ihm Honig und bestäuben zugleich die Blüten eines Obstbauern. Der Obstbauer erhält dadurch einen Vorteil, ohne dafür bezahlen zu müssen. Dieser Drittnutzen ist ein positiver externer Effekt.
Entscheidend ist nicht, dass „Bienen gut“ sind. Entscheidend ist die unbezahlte Wirkung auf einen Dritten.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Bei einem negativen technologischen externen Effekt liegen die Kosten über den Kosten. Deshalb ist der Marktpreis tendenziell und die Aktivität . Bei einem positiven technologischen externen Effekt wird ein Drittnutzen nicht vergütet; die Aktivität ist deshalb tendenziell .
Welche Arten kannst du unterscheiden?
Technologische externe Effekte können bei Produktion oder Konsum entstehen. Beide Bereiche können positive und negative Wirkungen haben.
| Bereich | Positiver externer Effekt | Negativer externer Effekt |
|---|---|---|
| Produktion | Bienen eines Imkers bestäuben die Blüten eines Obstbauern. | Abgase eines Heizkraftwerks belasten Anwohner und Gesellschaft. |
| Konsum | Ein angenehmer Duft erhöht den Nutzen anderer Personen. | Zigarettenrauch beeinträchtigt einen Nichtraucher. |
Die Einordnung folgt immer derselben Logik: Finde zuerst die Handlung, dann die betroffenen Dritten und zuletzt die nicht berücksichtigte Wirkung.
Wie werden externe Wirkungen internalisiert?
Internalisierung bedeutet: Die bisher externe Wirkung wird in die Entscheidung des Verursachers oder Begünstigten einbezogen. Dadurch sollen private und gesellschaftliche Anreize näher zusammenrücken.
Bei negativen externen Effekten nennt das Ausgangsmaterial zwei Wege:
- Eine Auflage kann eine bestimmte Schutzmaßnahme verlangen. Muss ein Heizkraftwerk Rauchgasfilter einbauen, trägt es Kosten für die Verringerung der Luftverschmutzung. Der Strompreis steigt, während Nachfrage und schädliche Produktion sinken.
- Eine Steuer kann externe Kosten in den Preis einbeziehen. Ihre passende Höhe ist jedoch schwer festzulegen, wenn der Schaden unterschiedlich bewertet wird.
Bei positiven externen Effekten kann eine Subvention zusätzliche Anreize schaffen. Sie stärkt den privaten Anreiz für eine nützliche Aktivität, deren Vorteil auch Dritten zugutekommt.
Internalisierung beseitigt einen Schaden nicht automatisch vollständig. Sie verändert Anreize oder schreibt Maßnahmen vor. Ob eine Regel gut wirkt, hängt unter anderem davon ab, ob die externe Wirkung richtig erkannt und bewertet wurde.
Vertiefung: Technologisch oder nur über Preise vermittelt?
Nicht jede Wirkung auf andere Marktteilnehmer verursacht dieselbe Art von Marktproblem.
Eine technologische Externalität wirkt direkt auf den Nutzen eines Haushalts oder auf die Produktion eines Unternehmens. Fluglärm senkt zum Beispiel unmittelbar die Lebensqualität von Menschen in Flughafennähe. Dass später auch Immobilienpreise reagieren können, ändert nichts an dieser ursprünglichen direkten Wirkung.
Eine pekuniäre Externalität wirkt dagegen direkt über Marktpreise. Tritt eine neue Bahngesellschaft in einen Markt ein, können Ticketpreise sinken und Trassengebühren steigen. Fahrgäste, der bisherige Anbieter und der Netzbetreiber sind über veränderte Preise betroffen.
Frage nach dem ersten Glied der Wirkungskette: Direkte Wirkung auf Nutzen oder Produktion bedeutet technologisch. Direkte Wirkung über einen Marktpreis bedeutet pekuniär.
Pekuniäre Externalitäten können Vorteile und Nachteile verteilen, gelten im Ausgangsmaterial aber nicht als Ursache ineffizienter Ressourcenverwendung. Technologische Externalitäten können dagegen dazu führen, dass der Markt zu viel oder zu wenig einer Aktivität hervorbringt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Externe Effekte
- Erkennen: Verursacher, Betroffene und Wirkungskette
- Negativ: soziale Kosten über privaten Kosten, Aktivität zu hoch
- Positiv: Drittnutzen ohne Vergütung, Aktivität zu niedrig
- Arten: Produktion oder Konsum
- Wirkungskette: technologisch direkt, pekuniär über Preise
- Internalisierung: Auflage, Steuer oder Subvention
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