Kosten verstehen: Arten, Berechnung und Gewinn
Kosten sind der in Geld bewertete Verbrauch von Gütern und Leistungen, der für betriebliche Leistungen oder die Betriebsbereitschaft nötig ist. Dazu zählen zum Beispiel Material, Arbeit, Dienstleistungen und Nutzungsrechte.
Du lernst, Kosten sicher zu erkennen, nach verschiedenen Merkmalen einzuordnen und in einem linearen Modell Gesamt- und Stückkosten zu berechnen. Danach kannst du Kosten von Erlös und Gewinn unterscheiden.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du Kosten?
Stell dir eine Bäckerei vor: Sie verbraucht Mehl, nutzt einen Ofen und beschäftigt Mitarbeitende. Diese Einsatzgüter werden in Geld bewertet und dienen der Herstellung von Backwaren. Damit sind sie Kosten.
Kosten
Kosten sind der in Geld bewertete Verbrauch materieller oder immaterieller Güter und Leistungen für die Erstellung und den Absatz betrieblicher Leistungen oder für die Betriebsbereitschaft.
Drei Merkmale helfen dir bei der Prüfung:
- Verbrauch: Ein Betrieb setzt zum Beispiel Material, Arbeitsleistung, Dienste oder Rechte ein.
- Leistungsbezug: Der Einsatz dient einer betrieblichen Leistung oder hält den Betrieb dafür bereit.
- Bewertung: Menge und Preis werden zu einem Geldbetrag verbunden, zum Beispiel 20 kg × 2 €/kg = 40 €.
Eine Werkstatt verbraucht Lack für eine Kundenreparatur. Der Lackverbrauch ist betrieblich veranlasst und wird in Euro bewertet. Er erfüllt deshalb alle drei Merkmale von Kosten.
Wie unterscheiden sich Kosten, Ausgaben und Aufwand?
Eine Ausgabe ist ein Geldausgang. Sie ist nicht automatisch eine Kostenposition. Für Kosten muss zusätzlich ein Bezug zur betrieblichen Leistung oder Betriebsbereitschaft bestehen.
Kosten werden in der Betriebswirtschaft meist aus dem Aufwand hergeleitet. Aufwand ohne betrieblichen Leistungsbezug heißt neutraler Aufwand und wird nicht als Kosten übernommen. Umgekehrt können kalkulatorische Kosten berücksichtigt werden, obwohl dafür kein entsprechender Aufwand verbucht wurde.
Nicht jeder Geldausgang und nicht jeder Aufwand ist Kostenbestandteil. Frage immer: Dient der bewertete Verbrauch der betrieblichen Leistung?
Metall, Löhne und Logistik für die Herstellung und den Vertrieb von Schrauben sind Kosten. Ein Aktienkauf zur Geldanlage ist zwar mit einer Ausgabe verbunden, gehört in diesem Beispiel aber nicht zur betrieblichen Leistungserstellung und damit nicht zu den Kosten.
Nach welchen Merkmalen werden Kosten eingeteilt?
Eine Kostenposition kann gleichzeitig zu mehreren Gruppen gehören. Die Gruppen beantworten unterschiedliche Fragen.
| Einteilung | Leitfrage | Begriffe |
|---|---|---|
| Verhalten bei Mengenänderung | Ändert sich der Betrag mit der Produktionsmenge? | fixe und variable Kosten |
| Zurechenbarkeit | Kann der Betrag direkt einem Produkt oder Auftrag zugeordnet werden? | Einzel- und Gemeinkosten |
| Zeitpunkt | Ist der Betrag bereits angefallen oder im Voraus geplant? | Ist- und Plankosten |
| Bezug zum Aufwand | Beruht der Betrag auf belegtem Aufwand oder wird er kalkulatorisch ergänzt? | Grund- und kalkulatorische Kosten |
Fixkosten bleiben innerhalb des betrachteten Rahmens von der Produktionsmenge unabhängig, zum Beispiel die Ladenmiete. Variable Kosten ändern sich mit der Menge, zum Beispiel der Materialverbrauch.
Einzelkosten lassen sich einem bestimmten Produkt oder Auftrag direkt zurechnen. Gemeinkosten lassen sich nicht auf dieselbe direkte Weise einem einzelnen Kostenträger zuordnen, etwa gemeinsam genutzter Strom.
Istkosten sind tatsächlich angefallen. Plankosten werden für eine künftige Periode angesetzt. Grundkosten beruhen auf entsprechendem Aufwand; kalkulatorische Kosten werden für die betriebliche Rechnung angesetzt, zum Beispiel kalkulatorische Zinsen auf Eigenkapital.
„Fix“ bedeutet nicht „für immer unveränderlich“. Fixkosten gelten nur innerhalb des betrachteten Zeitraums und Beschäftigungsbereichs als mengenunabhängig.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Ladenmiete ist im betrachteten Monat meist . Material je produziertem Stück verursacht meist Kosten. Direkt einem Auftrag zurechenbares Material zählt zu den . Eine bereits eingegangene Wasserrechnung liefert .
Wie berechnest du Gesamt- und Stückkosten?
Für ein einfaches lineares Modell gelten konstante variable Kosten je Stück. Dann lautet die Kostenfunktion:
$$K(x)=K_f+k_v\cdot x$$
Dabei ist $x$ die Produktionsmenge, $K_f$ sind die Fixkosten und $k_v$ sind die variablen Kosten je Stück. Die Stückkosten erhältst du für $x>0$ durch:
$$k(x)=\frac{K(x)}{x}$$
Ein Betrieb hat Fixkosten von 300 € und variable Kosten von 0,40 € je Stück.
Bei 500 Stück:
$$K(500)=300\,€+0{,}40\,€\cdot 500=500\,€$$
Die Stückkosten betragen:
$$k(500)=\frac{500\,€}{500}=1{,}00\,€\text{ je Stück}$$
Bei 1.000 Stück ergeben sich Gesamtkosten von 700 € und Stückkosten von 0,70 € je Stück. Die Fixkosten verteilen sich nun auf mehr Einheiten. Dieses Sinken der Stückkosten heißt Fixkostendegression.
| Menge | Fixkosten | variable Kosten | Gesamtkosten | Stückkosten |
|---|---|---|---|---|
| 500 Stück | 300 € | 200 € | 500 € | 1,00 €/Stück |
| 1.000 Stück | 300 € | 400 € | 700 € | 0,70 €/Stück |
Bei null produzierten Stück sind die Stückkosten nicht definiert, weil eine Division durch null nicht möglich ist.
Wie hängen Kosten, Erlös und Gewinn zusammen?
Der Erlös oder Umsatz ist der Verkaufspreis je Stück mal verkaufte Menge. Der Gewinn ist der Erlös nach Abzug der Kosten:
$$E(x)=p\cdot x$$
$$G(x)=E(x)-K(x)$$
Ist $G(x)$ negativ, entsteht ein Verlust. An der Gewinnschwelle oder am Break-even-Point gilt $E(x)=K(x)$: Erlös und Kosten sind gleich, also beträgt der Gewinn 0 €.
Der Betrieb verkauft jedes Stück für 0,90 €. Seine Kostenfunktion lautet $K(x)=300+0{,}40x$.
Bei 500 Stück gilt: $E(500)=450\,€$, $K(500)=500\,€$ und damit $G(500)=-50\,€$. Es entsteht ein Verlust von 50 €.
Für die Gewinnschwelle setzt du Erlös und Kosten gleich:
$$0{,}90x=300+0{,}40x$$
$$0{,}50x=300$$
$$x=600$$
Bei 600 Stück betragen Erlös und Kosten jeweils 540 €. Erst oberhalb dieser Menge ist der Gewinn in diesem linearen Modell positiv.
Umsatz ist nicht Gewinn. Vom Erlös müssen zuerst alle Kosten abgezogen werden.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Kosten
- erkennen: Verbrauch, Leistungsbezug und Geldbewertung
- einteilen: fix oder variabel
- zurechnen: Einzelkosten oder Gemeinkosten
- planen: Istkosten oder Plankosten
- berechnen: Fixkosten plus variable Stückkosten mal Menge
- beurteilen: Erlös minus Kosten ergibt Gewinn
- prüfen: Erlös gleich Kosten an der Gewinnschwelle
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