Kostenartenrechnung einfach erklärt
Die Kostenartenrechnung erfasst, welche Kosten in einer bestimmten Periode angefallen sind und wie hoch sie sind. Sie ist die erste Stufe der Kosten- und Leistungsrechnung und liefert die Daten für die Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Welche Frage beantwortet die Kostenartenrechnung?
Stell dir vor, ein Betrieb möchte seine Kosten untersuchen. Zuerst braucht er eine vollständige Bestandsaufnahme: Welche Kosten sind innerhalb eines Monats, Quartals oder Jahres angefallen?
Kostenartenrechnung
Die Kostenartenrechnung erfasst und gliedert die kostenrechnungsrelevanten Kosten einer Periode nach Art und Höhe. Eine Periode ist der betrachtete Zeitabschnitt, zum Beispiel ein Monat.
Sie beantwortet die Frage „Was für Kosten sind in welcher Höhe angefallen?“ Noch nicht geklärt wird, in welcher Abteilung die Kosten entstanden sind oder für welches Produkt sie angefallen sind.
Die drei Stufen der Kostenrechnung lassen sich deshalb mit drei Fragen ordnen:
- Was? Kostenartenrechnung
- Wo? Kostenstellenrechnung
- Wofür? Kostenträgerrechnung
Erfasst werden die für den Betriebszweck relevanten Kosten. Dazu können auch kalkulatorische Kosten gehören. Diese werden intern angesetzt und erscheinen in der Finanzbuchhaltung gar nicht oder nicht in derselben Höhe.
Die Kostenartenrechnung sammelt und sortiert Kosten. Sie verteilt Gemeinkosten noch nicht auf Abteilungen oder Produkte.
Wie werden Kostenarten gebildet?
Eine Kostenart ist eine Kategorie für gleichartige Kosten. Ein Betrieb kann seinen Kostenartenplan an den eigenen Informationsbedarf anpassen.
Häufig werden Kosten nach den verbrauchten Produktionsfaktoren gegliedert:
- Materialkosten: zum Beispiel Mehl, Holz oder Verpackungsmaterial
- Personalkosten: zum Beispiel Fertigungslöhne und Gehälter
- Dienstleistungskosten: zum Beispiel extern bezogene Leistungen
- Raum- und Betriebsmittelkosten: zum Beispiel Miete oder Maschinenkosten
- kalkulatorische Kosten: zum Beispiel kalkulatorische Abschreibungen oder Wagnisse
Daneben gibt es weitere Gliederungszwecke. Kosten können etwa nach ihrer Zurechenbarkeit oder ihrem Verhalten bei Beschäftigungsänderungen untersucht werden.
Eine Hallenmiete kann in unterschiedlichen Untersuchungen verschieden beschrieben werden:
- nach der Kostenart als Raumkosten,
- nach der Zurechenbarkeit zu Produkten meist als Gemeinkosten,
- nach dem Verhalten bei Beschäftigungsänderungen typischerweise als fixe Kosten.
Diese Bezeichnungen widersprechen sich nicht. Sie beantworten unterschiedliche Fragen.
Innerhalb eines gewählten Kostenartenplans muss ein Betrag eindeutig zugeordnet werden. Dafür gelten vier wichtige Grundsätze:
- Eindeutigkeit: Jede Kostenart ist klar definiert.
- Überschneidungsfreiheit: Ein Betrag wird innerhalb derselben Gliederung nicht doppelt erfasst.
- Vollständigkeit: Jeder relevante Kostenbetrag findet einen Platz.
- Wirtschaftlichkeit: Die Gliederung soll genau genug sein, aber keinen unverhältnismäßigen Aufwand verursachen.
Wann sind Kosten einzeln zurechenbar?
Für die spätere Produktkalkulation ist die Unterscheidung zwischen Einzelkosten und Gemeinkosten besonders wichtig.
Einzelkosten
Einzelkosten lassen sich einem bestimmten Produkt oder einer bestimmten Leistung direkt zurechnen. Der Trüffel für eine Trüffelpizza ist ein Beispiel: Er wird ausschließlich für dieses Produkt verwendet.
Gemeinkosten
Gemeinkosten lassen sich einem einzelnen Produkt nicht unmittelbar zurechnen. Eine gemeinsame Stromrechnung für Pizzaofen und Getränkekühlung ist ein Beispiel, wenn die jeweiligen Anteile nicht getrennt erfasst werden.
Der weitere Kostenweg unterscheidet sich:
- Einzelkosten fließen direkt in die Kostenträgerrechnung.
- Gemeinkosten werden zunächst über Kostenstellen und geeignete Verteilungsschlüssel weitergegeben.
Die Zuordnung hängt von der verfügbaren Erfassung ab. Wenn der Stromverbrauch zweier Produktionsbereiche nicht getrennt gemessen wird, liegt zunächst ein Gemeinkostenbetrag vor. Die bloße Vermutung eines Anteils macht daraus noch keine direkt zurechenbaren Einzelkosten.
Wie reagieren Kosten auf die Beschäftigung?
Die Beschäftigung beschreibt, in welchem Umfang ein Betrieb seine Leistung erstellt. Als Bezugsgröße können beispielsweise produzierte Stückzahlen oder Maschinenstunden dienen.
Fixe Kosten
Fixe Kosten bleiben innerhalb des betrachteten Bereichs bestehen, obwohl sich die Beschäftigung ändert. Die Miete einer Maschinenhalle ist ein typisches Beispiel.
Variable Kosten
Variable Kosten verändern sich mit der Beschäftigung. Der Stromverbrauch einer Maschine kann beispielsweise sinken, wenn die Maschine weniger läuft.
Vor der Zuordnung musst du deshalb die Bezugsgröße und die konkreten Bedingungen klären. Die Bezeichnung einer Kostenart allein reicht nicht immer: Entscheidend ist, ob sich der Betrag bei einer Änderung der betrachteten Beschäftigung verändert.
Fix oder variabel beschreibt das Verhalten eines Kostenbetrags. Einzel- oder Gemeinkosten beschreibt dagegen seine Zurechenbarkeit zu einem Produkt.
Wie prüfst du eine Kostenaufstellung?
Eine Kostenartenrechnung kann als geordnete Aufstellung erscheinen. Das folgende Beispiel zeigt die Kosten einer Periode:
| Kostenart | Betrag |
|---|---|
| Fertigungsmaterial | 49.400 € |
| Hilfsstoffe | 4.800 € |
| Energie | 5.900 € |
| Fertigungslöhne | 30.000 € |
| Hilfslöhne | 15.000 € |
| Gehälter | 20.050 € |
| Abschreibungen | 12.000 € |
| Sozialkosten | 19.400 € |
| Mieten | 13.050 € |
| Bürokosten | 11.050 € |
| Gesamtkosten | 180.650 € |
So prüfst du die Aufstellung:
- Prüfe, ob alle Kosten dieselbe Periode betreffen.
- Prüfe, ob jede Kostenart eindeutig bezeichnet ist.
- Suche nach fehlenden oder doppelt erfassten Beträgen.
- Addiere die Einzelbeträge.
- Vergleiche deine Summe mit den ausgewiesenen Gesamtkosten.
Die Addition der zehn Beträge ergibt 180.650 €. Damit stimmt die ausgewiesene Summe rechnerisch.
Die Tabelle beantwortet bereits, welche Kostenarten in welcher Höhe angefallen sind. Sie zeigt aber noch nicht, welcher Unternehmensbereich die Energie verbraucht hat oder welchem Produkt die Bürokosten zugerechnet werden sollen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Kostenartenrechnung betrachtet die Kosten einer bestimmten . Jeder Betrag wird innerhalb der gewählten Gliederung genau einer zugeordnet. Die Summe der Beispielaufstellung beträgt .
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Kostenartenrechnung
- Aufgabe
- Kosten einer Periode erfassen
- Art und Höhe feststellen
- Gliederungen
- Material, Personal und weitere Kostenarten
- Einzelkosten und Gemeinkosten
- fixe Kosten und variable Kosten
- Weiterverarbeitung
- Einzelkosten direkt zum Kostenträger
- Gemeinkosten über Kostenstellen
- Aufgabe
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