Kostenfunktion und Gewinnmaximum berechnen
Mit einer Kostenfunktion und einer Erlösfunktion kannst du den Gewinn für jede zulässige Menge beschreiben. Das Gewinnmaximum liegt dort, wo keine kleine Mengenänderung den Gewinn weiter erhöht. Bei einer inneren Lösung gilt deshalb $G'(x)=0$ beziehungsweise Grenzerlös gleich Grenzkosten. Danach musst du prüfen, ob wirklich ein Maximum im zulässigen Bereich vorliegt.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Erlös, Kosten und Gewinn verbinden
Die Menge bezeichnest du mit $x$. Die Kostenfunktion $K(x)$ umfasst die Kosten dieser Menge. Dazu können fixe Kosten gehören, die unabhängig von der Menge anfallen, und variable Kosten, die sich mit der Menge verändern.
Die Erlösfunktion $E(x)$ beschreibt die Einnahmen. Ist der Preis $p(x)$ von der verkauften Menge abhängig, gilt:
$$E(x)=p(x)·x$$
Der Gewinn ist der Teil des Erlöses, der nach Abzug aller Kosten bleibt:
$$G(x)=E(x)-K(x)$$
Gewinnfunktion
Die Gewinnfunktion ordnet jeder zulässigen Menge den zugehörigen Gewinn oder Verlust zu. Es gilt: $G(x)>0$ bedeutet Gewinn, $G(x)<0$ Verlust und $G(x)=0$ Kostendeckung.
Ziehe immer die gesamte Kostenfunktion ab. Steht sie in Klammern, ändern sich beim Auflösen alle Vorzeichen in dieser Klammer.
Die Gewinnfunktion im Monopolbeispiel aufstellen
In einem vereinfachten Monopolmodell sind gegeben:
$$K(y)=10y+50$$
$$P(y)=300-2y$$
$P(y)$ ist die Preis-Absatz-Funktion: Sie zeigt, welcher Preis im Modell zur Menge $y$ gehört. Da der Preis von der Menge abhängt, musst du ihn mit $y$ multiplizieren:
$$E(y)=P(y)·y=(300-2y)y=300y-2y^2$$
Nun ziehst du die vollständige Kostenfunktion ab:
$$G(y)=300y-2y^2-(10y+50)$$
Beim Auflösen der Klammer werden aus $+10y$ und $+50$ jeweils negative Terme:
$$G(y)=290y-2y^2-50$$
Da für dieses Modell keine Einheiten angegeben sind, werden die Zahlen ohne erfundene Einheiten verwendet.
Der entscheidende Aufbau lautet:
- Preis mal Menge: $E(y)=(300-2y)y$.
- Gesamtkosten abziehen: $G(y)=E(y)-(10y+50)$.
- Zusammenfassen: $G(y)=290y-2y^2-50$.
Erst diese Gewinnfunktion wird optimiert.
Die gewinnmaximierende Menge berechnen und prüfen
Die erste Ableitung $G'(y)$ heißt Grenzgewinn. Sie beschreibt, wie sich der Gewinn bei einer kleinen Erhöhung der Menge verändert. Für das Beispiel gilt:
$$G'(y)=290-4y$$
An einer inneren Extremstelle ist der Grenzgewinn null:
$$290-4y=0$$
$$y=72{,}5$$
Die Gleichung $G'(y)=0$ liefert zunächst nur eine mögliche Extremstelle. Deshalb folgt die Maximumsprüfung. Die zweite Ableitung lautet:
$$G''(y)=-4$$
Weil $G''(y)<0$ ist, ist der Graph der Gewinnfunktion nach unten gekrümmt. Die gefundene Stelle ist damit ein Maximum. Sie liegt außerdem im sinnvollen Bereich $y\geq 0$ und $P(y)\geq 0$, also hier zwischen $0$ und $150$.
Jetzt setzt du $y=72{,}5$ in die ursprüngliche Gewinnfunktion ein:
$$G(72{,}5)=290·72{,}5-2·72{,}5^2-50=10.462{,}5$$
Der zugehörige Preis ist:
$$P(72{,}5)=300-2·72{,}5=155$$
Ein sicherer Rechenweg hat fünf Schritte: Gewinnfunktion bilden, ableiten, $G'(x)=0$ lösen, Maximum und zulässigen Bereich prüfen, Menge in $G(x)$ und bei Bedarf in $p(x)$ einsetzen.
Grenzerlös und Grenzkosten deuten
Du kannst die Bedingung auch wirtschaftlich lesen. Der Grenzerlös ist $E'(y)$, der zusätzliche Erlös einer kleinen Mengenerhöhung. Die Grenzkosten sind $K'(y)$, die zusätzlichen Kosten dieser Erhöhung.
Im Beispiel gilt:
$$E'(y)=300-4y$$
$$K'(y)=10$$
Weil $G'(y)=E'(y)-K'(y)$ ist, folgt aus $G'(y)=0$:
$$E'(y)=K'(y)$$
Bei $y=72{,}5$ sind Grenzerlös und Grenzkosten gleich. Vor diesem Punkt ist der Grenzerlös in diesem Modell größer als die Grenzkosten; eine kleine Mengenerhöhung steigert den Gewinn. Danach sind die Grenzkosten größer als der Grenzerlös; eine weitere Erhöhung senkt den Gewinn.
Fixkosten beeinflussen die Höhe des Gewinns, verschwinden aber beim Ableiten. Steigen die Fixkosten im Beispiel von $50$ auf $100$, wird aus der Gewinnfunktion:
$$G_{neu}(y)=290y-2y^2-100$$
Die Ableitung bleibt $G'_{neu}(y)=290-4y$. Daher bleibt die optimale Menge $72{,}5$, während der maximale Gewinn um $50$ auf $10.412{,}5$ sinkt. Diese Aussage gilt für die gegebene Modelländerung: Nur der konstante Fixkostenterm wurde verändert.
Gewinnmaximum, Break-even und Modellgrenzen trennen
Der Break-even-Point oder die Gewinnschwelle ist eine Nullstelle der Gewinnfunktion:
$$G(x)=0$$
Dort sind Erlös und Kosten gleich. Das Unternehmen macht weder Gewinn noch Verlust. Das ist nicht dasselbe wie das Gewinnmaximum: Für eine innere gewinnmaximierende Menge suchst du zunächst eine Nullstelle von $G'(x)$ und prüfst die Art der Extremstelle.
Die Gewinnzone umfasst die zulässigen Mengen mit $G(x)>0$. Manche Modelle besitzen eine Gewinnschwelle und später eine Gewinngrenze. Zwei Nullstellen sind aber kein allgemeines Muss; ihre Anzahl hängt von den konkreten Funktionen und vom zulässigen Mengenbereich ab.
Das Rechenmodell vereinfacht die Wirklichkeit. Es setzt bekannte Funktionen voraus und bildet etwa unerwartete Produktionsprobleme, Reaktionen anderer Anbieter oder dynamische Marktänderungen nicht vollständig ab. Außerdem können Randpunkte wichtig sein: Liegt keine geeignete innere Extremstelle im zulässigen Bereich, musst du die zulässigen Randwerte vergleichen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Kostenfunktion und Gewinnmaximum
- Modell aufstellen
- $E(x)=p(x)·x$
- $G(x)=E(x)-K(x)$
- Optimum berechnen
- $G'(x)=0$
- Maximum und Bereich prüfen
- Ergebnis deuten
- Grenzerlös gleich Grenzkosten
- Menge, Preis und Gewinn unterscheiden
- Kostendeckung prüfen
- Break-even bei $G(x)=0$
- Modell aufstellen
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