Wirtschaft

Marktvolumen berechnen und richtig einordnen

Marktvolumen berechnen und richtig einordnen
Marktvolumen berechnen und richtig einordnen
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Das Marktvolumen zeigt, wie viele Einheiten eines Produkts in einem abgegrenzten Markt tatsächlich verkauft wurden oder welcher Umsatz damit erzielt wurde. Bevor du rechnest, musst du Produkt, Zielgruppe, Gebiet und Zeitraum eindeutig festlegen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Zuerst den Markt eindeutig abgrenzen

Die Frage „Wie groß ist der Markt?“ lässt sich erst beantworten, wenn klar ist, welcher Markt gemeint ist. Vier Angaben sind unverzichtbar:

  1. Produkt: Was wird verkauft?
  2. Zielgruppe: Wer kauft das Produkt?
  3. Gebiet: Wo finden die Käufe statt?
  4. Zeitraum: Für welchen Monat oder welches Jahr wird gerechnet?
Definition

Marktvolumen

Das Marktvolumen ist die tatsächlich realisierte Absatzmenge oder der tatsächlich erzielte Umsatz aller Anbieter in einem eindeutig abgegrenzten Markt und Zeitraum.

„Smartphones weltweit im Jahr 2018“ und „Smartphones in Deutschland im Jahr 2018“ sind zwei verschiedene Märkte. Deshalb dürfen ihre Marktvolumina nicht miteinander verwechselt werden.

Beispiel

Ein Sportgeschäft untersucht den Markt für Fahrradhelme.

Die Angabe „Fahrradhelme“ reicht nicht. Eine eindeutige Abgrenzung lautet zum Beispiel: Fahrradhelme für private Käufer in Leipzig im Jahr 2025.

Damit sind Produkt, Zielgruppe, Gebiet und Zeitraum festgelegt.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Beschreibung grenzt einen Markt vollständig ab?
Lösung: Laufschuhe für Jugendliche in Hamburg im Jahr 2025 — Eine vollständige Marktabgrenzung nennt Produkt, Zielgruppe, Gebiet und Zeitraum.
Zwei Arten des Marktvolumens unterscheiden

Das Marktvolumen kann als Menge oder als Geldwert angegeben werden.

Definition

Mengenmäßiges Marktvolumen

Das mengenmäßige Marktvolumen ist die insgesamt verkaufte Anzahl eines Produkts, zum Beispiel 6.000 Stück pro Jahr.

Definition

Wertmäßiges Marktvolumen

Das wertmäßige Marktvolumen ist der mit allen verkauften Einheiten erzielte Umsatz, zum Beispiel 60.000 Euro pro Jahr.

Für die Absatzmenge gilt in lesbarer Form:

Käuferzahl × Menge je Käufer = mengenmäßiges Marktvolumen

Für den Umsatz kommt der Preis hinzu:

$$\text{wertmäßiges Marktvolumen}=\text{Käuferzahl}\times\text{Menge je Käufer}\times\text{Preis je Stück}$$

Merke

Ein Marktvolumen ist nicht automatisch ein Umsatz. Achte auf die Einheit: Stück bezeichnet eine Menge, Euro einen Wert.

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Frage 1 von 2LeichtWelches Ergebnis ist ein mengenmäßiges Marktvolumen?
Lösung: 12.000 Fahrräder pro Jahr — Das mengenmäßige Marktvolumen wird in Einheiten wie Stück, Kilogramm oder Litern angegeben.
Frage 2 von 2MittelEin Markt umfasst 800 Käufer. Jede Person kauft durchschnittlich 2 Stück im Jahr. Wie groß ist das mengenmäßige Marktvolumen?
Lösung: 1.600 Stück pro Jahr — Es gilt: 800 Käufer × 2 Stück je Käufer und Jahr = 1.600 Stück pro Jahr.
Das Marktvolumen Schritt für Schritt berechnen

Alle eingesetzten Größen müssen zum selben Markt und Zeitraum gehören. Eine jährliche Käuferzahl darfst du beispielsweise nicht ohne Anpassung mit einer monatlichen Kaufmenge verbinden.

Beispiel

In einem abgegrenzten Markt kaufen 2.000 Personen durchschnittlich 3 Stück pro Jahr. Ein Stück kostet 10 Euro.

1. Absatzmenge bestimmen

2.000 Käufer × 3 Stück je Käufer und Jahr = 6.000 Stück pro Jahr

2. Umsatz bestimmen

6.000 Stück pro Jahr × 10 Euro je Stück = 60.000 Euro pro Jahr

Das mengenmäßige Marktvolumen beträgt 6.000 Stück pro Jahr. Das wertmäßige Marktvolumen beträgt 60.000 Euro pro Jahr.

3. Ergebnis prüfen

Die Einheit passt: Beim ersten Ergebnis steht Stück pro Jahr, beim zweiten Euro pro Jahr. Der Geldwert ist außerdem plausibel, weil jedes der 6.000 Stück 10 Euro kostet.

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Frage 1 von 2MittelEin Markt hat 500 Käufer. Jede Person kauft 4 Stück pro Jahr zu je 15 Euro. Wie hoch ist das wertmäßige Marktvolumen?
Lösung: 30.000 Euro pro Jahr — 500 × 4 × 15 Euro = 30.000 Euro pro Jahr.
Frage 2 von 2SchwerDer Preis steigt von 10 auf 12 Euro. Käuferzahl und Kaufmenge bleiben gleich. Was ändert sich nach dem Rechenmodell?
Lösung: Das wertmäßige Marktvolumen steigt, das mengenmäßige bleibt gleich. — Der Preis kommt nur in der Berechnung des wertmäßigen Marktvolumens vor. Die Absatzmenge bleibt bei unveränderter Käuferzahl und Kaufmenge gleich.
Daten beschaffen und Schätzungen beurteilen

Manchmal liegen passende Verkaufs- oder Umsatzdaten bereits vor. Häufig muss das Marktvolumen jedoch geschätzt werden.

Beim Top-down-Verfahren gehst du von allgemeinen Daten aus und grenzt sie auf deinen Zielmarkt ein. Du kannst zum Beispiel bundesweite Verkaufszahlen mithilfe eines begründeten regionalen Anteils auf ein Bundesland übertragen.

Beim Bottom-up-Verfahren baust du die Schätzung aus konkreten Informationen des Zielmarkts auf. Dazu gehören etwa die Zahl möglicher Käufer, ihre Kaufhäufigkeit und der Preis. Solche Angaben können aus Befragungen oder Daten vergleichbarer Anbieter stammen.

Gut zu wissen

Eine Schätzung wird nicht allein durch eine genaue Rechnung zuverlässig. Entscheidend ist, ob die Eingangsdaten zum Produkt, zur Zielgruppe, zum Gebiet und zum Zeitraum passen.

Prüfe eine Schätzung mit diesen Fragen:

  • Woher stammen Käuferzahl, Kaufmenge und Preis?
  • Beziehen sich alle Angaben auf denselben Markt und Zeitraum?
  • Sind übertragene Daten wirklich vergleichbar?
  • Welche Annahmen beeinflussen das Ergebnis besonders stark?
  • Kommen Top-down- und Bottom-up-Schätzung zu ähnlichen Größenordnungen?
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Frage 1 von 2MittelEin Unternehmen überträgt bundesweite Verkaufszahlen mithilfe eines regionalen Bevölkerungsanteils auf eine Stadt. Welches Verfahren nutzt es hauptsächlich?
Lösung: Top-down — Die Rechnung startet mit allgemeinen Daten und grenzt sie auf einen kleineren Markt ein. Das ist Top-down.
Frage 2 von 2SchwerZwei Schätzungen verwenden dieselbe Formel, aber sehr unterschiedliche Käuferzahlen. Was solltest du zuerst untersuchen?
Lösung: Wie die Käuferzahlen ermittelt und welche Zielgruppen abgegrenzt wurden — Unterschiedliche Eingangsdaten und Marktdefinitionen erklären häufig die Abweichung. Prüfe deshalb zuerst Herkunft, Bezugsgebiet, Zielgruppe und Zeitraum der Käuferzahlen.
Marktvolumen, Marktpotenzial und Marktanteil trennen

Das Marktpotenzial beschreibt die maximal mögliche Aufnahmefähigkeit eines Marktes. Das Marktvolumen zeigt dagegen, was tatsächlich verkauft oder als Umsatz realisiert wurde. Deshalb liegt das realisierte Marktvolumen normalerweise nicht über dem Marktpotenzial.

Der Marktanteil zeigt, welchen prozentualen Anteil ein einzelnes Unternehmen am gesamten Marktvolumen erreicht. Das Marktvolumen beschreibt also den Gesamtmarkt, der Marktanteil die Position eines Unternehmens darin.

Beispiel

In einem Markt werden insgesamt 5.000 Babystrampler pro Jahr verkauft. Ein Unternehmen verkauft davon 500 Stück.

Das Marktvolumen beträgt 5.000 Stück pro Jahr. Das Unternehmen erreicht einen Marktanteil von 10 Prozent, weil 500 von 5.000 Stück einem Zehntel des Gesamtmarkts entsprechen.

Merke

Marktpotenzial bedeutet mögliche Obergrenze, Marktvolumen bedeutet tatsächlich realisierter Gesamtmarkt und Marktanteil bedeutet Anteil eines Unternehmens am Gesamtmarkt.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt das Marktpotenzial?
Lösung: Es bezeichnet die maximal mögliche Aufnahmefähigkeit eines Marktes. — Das Marktpotenzial beschreibt die mögliche Obergrenze. Das Marktvolumen erfasst die tatsächlich realisierte Menge oder den realisierten Umsatz.
Frage 2 von 2SchwerEin Unternehmen verkauft 800 Stück. Im gesamten Markt werden 8.000 Stück verkauft. Welche Angabe bezeichnet das Marktvolumen?
Lösung: 8.000 Stück — Das Marktvolumen umfasst die Verkäufe aller Anbieter. 800 von 8.000 Stück entsprechen dem Marktanteil des Unternehmens.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Marktvolumen
    • Markt festlegen: Produkt, Zielgruppe, Gebiet und Zeitraum
    • Menge berechnen: Käuferzahl mal Menge je Käufer
    • Wert berechnen: Absatzmenge mal Preis je Stück
    • Daten gewinnen: direkte Daten, Top-down oder Bottom-up
    • Qualität prüfen: Annahmen, Vergleichbarkeit und Einheiten
    • Begriffe trennen: Marktpotenzial und Marktanteil
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWoran erkennst du ein wertmäßiges Marktvolumen?
Lösung: Das Ergebnis wird als Geldwert für einen bestimmten Zeitraum angegeben. — Ein wertmäßiges Marktvolumen beschreibt den gesamten realisierten Umsatz, zum Beispiel in Euro pro Jahr.
Frage 2 von 3MittelFür einen Markt gelten 1.200 Käufer, 5 Stück je Käufer und Jahr sowie 8 Euro je Stück. Welche beiden Marktvolumina ergeben sich?
Lösung: 6.000 Stück und 48.000 Euro pro Jahr — Zuerst rechnest du 1.200 × 5 = 6.000 Stück. Danach ergeben 6.000 × 8 Euro = 48.000 Euro.
Frage 3 von 3SchwerEine Schätzung nutzt die Einwohnerzahl einer ganzen Region, obwohl das Unternehmen nur Erwachsene in einer Stadt anspricht. Wie ist die Schätzung zu beurteilen?
Lösung: Die Käuferzahl passt nicht zur abgegrenzten Zielgruppe und zum Gebiet und muss angepasst werden. — Gute Daten müssen nicht nur glaubwürdig sein, sondern auch zur Marktdefinition passen. Hier stimmen Zielgruppe und Gebiet der Käuferzahl nicht mit dem untersuchten Markt überein.

Du beherrschst den Kern, wenn du zuerst den Markt abgrenzt, danach Menge und Geldwert mit passenden Einheiten berechnest und zuletzt die verwendeten Daten sowie Annahmen prüfst.

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