Preisuntergrenze berechnen: KPU und LPU

Preisuntergrenze berechnen: KPU und LPU
Preisuntergrenze berechnen: KPU und LPU
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Die Preisuntergrenze ist ein kostenbezogener Mindestpreis. Kurzfristig muss ein Preis mindestens die variablen Kosten decken. Langfristig muss er zusätzlich die Fixkosten tragen. Erst ein Preis oberhalb der langfristigen Preisuntergrenze ermöglicht bei der zugrunde gelegten Menge einen Gewinn.

Deine Lernziele

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Welche Preisuntergrenze ist gemeint?
Definition

Preisuntergrenze

Die Preisuntergrenze ist die untere Grenze, an der sich ein Unternehmen bei seiner Preissetzung orientiert. Welche Kosten gedeckt werden, hängt von der betrachteten Preisuntergrenze ab.

Variable Kosten verändern sich mit der Produktionsmenge. Dazu können Material-, Transport- oder mengenabhängige Vertriebskosten gehören.

Fixkosten fallen innerhalb des betrachteten Zeitraums unabhängig von der Produktionsmenge an, etwa Gehälter oder Verwaltungskosten.

PreisuntergrenzeGedeckte KostenErgebnis an der Grenze
kurzfristige Preisuntergrenze (KPU)variable KostenFixkosten bleiben ungedeckt
langfristige Preisuntergrenze (LPU)variable und fixe Kostenweder Gewinn noch Verlust
Merke

Die KPU entspricht den variablen Kosten je Stück. Die LPU entspricht den gesamten Kosten je Stück, also den Selbstkosten je Stück.

Der Deckungsbeitrag je Stück zeigt, wie viel ein verkauftes Stück nach Abzug seiner variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt:

$$Deckungsbeitrag je Stück = Preis - variable Kosten je Stück$$

Beim Preis genau auf der KPU ist der Deckungsbeitrag null. Die KPU ist also nicht selbst der Deckungsbeitrag.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Kosten werden bei der kurzfristigen Preisuntergrenze berücksichtigt?
Lösung: Nur die variablen Kosten — Die KPU entspricht den variablen Kosten je Stück. Fixkosten bleiben an dieser Grenze ungedeckt.
Frage 2 von 2LeichtWas gilt bei einem Preis genau auf der LPU?
Lösung: Alle berücksichtigten Kosten sind gedeckt, aber es entsteht kein Gewinn. — Die LPU deckt variable und fixe Kosten. Gewinn entsteht erst, wenn der Preis über der LPU liegt.
Wie berechnest du KPU und LPU?

Bei einer vorgegebenen Produktions- und Absatzmenge verwendest du diese Zusammenhänge:

$$KPU = variable Gesamtkosten / Stückzahl$$

$$LPU = (variable Gesamtkosten + Fixkosten) / Stückzahl$$

Beispiel

Ein Unternehmen plant, 2.000 Stück herzustellen und zu verkaufen.

  • Materialkosten: 180.000 €
  • Lohnkosten: 120.000 €
  • Vertriebskosten: 60.000 €
  • Gehaltskosten: 70.000 €
  • Verwaltungskosten: 130.000 €

Die ersten drei Positionen sind variabel:

$$180.000 € + 120.000 € + 60.000 € = 360.000 €$$

Damit beträgt die kurzfristige Preisuntergrenze:

$$KPU = 360.000 € / 2.000 = 180 € je Stück$$

Die Fixkosten betragen:

$$70.000 € + 130.000 € = 200.000 €$$

Für die langfristige Preisuntergrenze werden alle Kosten berücksichtigt:

$$LPU = (360.000 € + 200.000 €) / 2.000 = 280 € je Stück$$

Bei 180 € je Stück sind nur die variablen Kosten gedeckt. Bei 280 € je Stück sind alle Kosten gedeckt; der Gewinn beträgt null.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Die KPU berücksichtigt Kosten. Die LPU berücksichtigt variable und Kosten. Im Beispiel beträgt die LPU je Stück.

Lösungen: Lücke 1: variable; Lücke 2: fixe; Lücke 3: 280 €. Ordne zuerst jede Kostenposition als variabel oder fix ein. Teile für die KPU nur die variablen Kosten und für die LPU sämtliche Kosten durch die Stückzahl.

Wenn sich die Stückzahl ändert

Gleichbleibende Fixkosten verteilen sich bei einer höheren Menge auf mehr Stücke. Dadurch sinken die Fixkosten je Stück. Bei einer niedrigeren Menge steigen sie dagegen.

Bei nichtlinearen Kosten können auch die durchschnittlichen variablen Kosten von der Menge abhängen. Die LPU liegt dann im Betriebsoptimum, dem Minimum der durchschnittlichen Gesamtkosten. Dafür bildet man aus der Gesamtkostenfunktion $K(x)$ zunächst die Stückkostenfunktion $k(x)=K(x)/x$ und sucht deren Minimum.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Betrieb hat variable Kosten von 90.000 €, Fixkosten von 30.000 € und produziert 1.000 Stück. Wie hoch ist die LPU?
Lösung: 120 € je Stück — Addiere zuerst alle Kosten: 90.000 € + 30.000 € = 120.000 €. Geteilt durch 1.000 Stück ergibt das 120 € je Stück.
Wie beurteilst du einen angebotenen Preis?

Vergleiche einen Preis immer in drei Schritten:

  1. Liegt er unter der KPU?
  2. Liegt er zwischen KPU und LPU?
  3. Liegt er auf oder über der LPU?
Lage des PreisesWirtschaftliche Folge
unter KPUNicht einmal die variablen Kosten werden vollständig gedeckt. Jedes zusätzliche Stück vergrößert den Verlust.
genau auf KPUVariable Kosten sind gedeckt; der Deckungsbeitrag ist null.
zwischen KPU und LPUJedes Stück liefert einen positiven Deckungsbeitrag, aber die Fixkosten werden insgesamt noch nicht vollständig gedeckt.
genau auf LPUAlle Kosten sind gedeckt; der Gewinn ist null.
über LPUBei der zugrunde gelegten Menge ist Gewinn möglich.
Beispiel

Im vorherigen Beispiel gelten eine KPU von 180 € und eine LPU von 280 €. Ein Kunde bietet 220 € je Stück für 2.000 Stück.

Der Deckungsbeitrag je Stück beträgt:

$$220 € - 180 € = 40 €$$

Der gesamte Deckungsbeitrag beträgt:

$$40 € · 2.000 = 80.000 €$$

Die Fixkosten betragen jedoch 200.000 €. Deshalb bleibt ein Verlust von:

$$80.000 € - 200.000 € = -120.000 €$$

Der Preis von 220 € deckt die variablen Kosten und einen Teil der Fixkosten, aber nicht alle Gesamtkosten.

Merke

Ein positiver Deckungsbeitrag bedeutet nicht automatisch Gewinn. Er zeigt zunächst nur, dass ein Verkauf mehr als seine variablen Kosten einbringt.

Eine Entscheidung für einen Preis zwischen KPU und LPU kann nur vorübergehend sinnvoll sein. Zusätzlich müssen freie Kapazitäten, die Dauer, mögliche Folgewirkungen auf andere Preise und die tatsächliche Absatzmenge geprüft werden. Langfristig müssen auch die Fixkosten erwirtschaftet werden.

Kostenbasierte Preisuntergrenzen sichern außerdem nicht automatisch die Zahlungsfähigkeit. Verkaufszeitpunkt, Zahlungsziele und ausbleibende Kundenzahlungen können die Liquidität beeinflussen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEin Preis liegt über der KPU, aber unter der LPU. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: Der Verkauf liefert einen positiven Deckungsbeitrag, deckt aber noch nicht alle Fixkosten. — Zwischen KPU und LPU sind die variablen Kosten gedeckt. Ein Teil der Fixkosten bleibt jedoch ungedeckt.
Frage 2 von 2SchwerEin Zusatzauftrag bietet einen Preis knapp über der KPU. Was muss vor einer Annahme zusätzlich geprüft werden?
Lösung: Ob freie Kapazität besteht und welche langfristigen sowie preispolitischen Folgen entstehen — Die KPU unterstützt eine kurzfristige Entscheidung. Kapazität, Dauer, Fixkostendeckung und mögliche Folgen für andere Preise gehören ebenfalls zur Beurteilung.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Preisuntergrenze
    • KPU: variable Kosten je Stück
    • LPU: gesamte Kosten je Stück
    • Unter KPU: zusätzlicher Verlust je Stück
    • Zwischen KPU und LPU: positiver Deckungsbeitrag
    • Auf LPU: Kostendeckung ohne Gewinn
    • Über LPU: Gewinn möglich
    • Entscheidung: Kapazität, Dauer und Folgewirkungen prüfen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Gleichung beschreibt die langfristige Preisuntergrenze bei einer vorgegebenen Menge?
Lösung: Gesamtkosten geteilt durch die Stückzahl — Die LPU berücksichtigt variable und fixe Kosten. Deshalb werden die gesamten Kosten durch die Stückzahl geteilt.
Frage 2 von 3MittelEin Unternehmen hat variable Stückkosten von 16 € und Fixkosten von 9.000 €. Es plant 1.000 Stück. Wie hoch sind KPU und LPU?
Lösung: KPU 16 € und LPU 25 € — Die KPU beträgt 16 €. Die Fixkosten je Stück betragen 9.000 € / 1.000 = 9 €. Somit beträgt die LPU 16 € + 9 € = 25 €.
Frage 3 von 3SchwerEin Kunde bietet 20 € je Stück. Die KPU beträgt 16 €, die LPU 25 €. Welche Beurteilung ist fachlich richtig?
Lösung: Der Auftrag liefert 4 € Deckungsbeitrag je Stück, deckt aber nicht alle Kosten; weitere Bedingungen müssen geprüft werden. — Der Preis liegt zwischen KPU und LPU. Er trägt zur Fixkostendeckung bei, erreicht aber keine vollständige Kostendeckung. Eine kurzfristige Annahme hängt deshalb unter anderem von Kapazität, Dauer und Folgewirkungen ab.

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