Im Schülercafe überlegst du, ob sich ein zusätzlicher Kuchenverkauf am Nachmittag lohnt. Die Miete für den Raum zahlst du sowieso, aber Zutaten brauchst du nur für Kuchen, die du wirklich backst. Genau solche Entscheidungen gibt es auch in Unternehmen. Dafür hilft die Teilkostenrechnung.
- Du kannst fixe und variable Kosten unterscheiden.
- Du kannst erklären, was die Teilkostenrechnung macht.
- Du kannst den Deckungsbeitrag berechnen.
- Du kannst beurteilen, wann die Teilkostenrechnung sinnvoll ist.
Kosten zuerst sortieren
Bevor du mit der Teilkostenrechnung rechnest, musst du Kosten ordnen. Kosten sind der Geldwert dessen, was ein Unternehmen verbraucht, um etwas herzustellen oder anzubieten. Das können Zutaten, Strom, Löhne, Miete oder Verpackungen sein.
Besonders wichtig ist die Trennung in Fixkosten und variable Kosten. Fixkosten bleiben in einem bestimmten Zeitraum gleich, auch wenn mehr oder weniger produziert wird. Variable Kosten verändern sich mit der Menge.
Fixkosten sind Kosten, die kurzfristig unabhängig von der Produktions- oder Verkaufsmenge anfallen.
Variable Kosten sind Kosten, die steigen oder sinken, wenn sich die Produktions- oder Verkaufsmenge ändert.
Eine Schulkiosk-AG verkauft belegte Brötchen.
Die Standmiete für den Verkaufsplatz beträgt 30 Euro pro Tag. Sie fällt auch an, wenn nur wenige Brötchen verkauft werden. Das sind Fixkosten.
Für jedes Brötchen braucht die AG Brot, Käse und Serviette für zusammen 1 Euro. Verkauft sie 40 Brötchen, entstehen 40 Euro variable Kosten. Verkauft sie 80 Brötchen, entstehen 80 Euro variable Kosten.
Fixkosten hängen kurzfristig nicht von der Menge ab. Variable Kosten hängen direkt an der Menge.
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Was die Teilkostenrechnung macht
Stell dir vor, die Kiosk-AG bekommt kurz vor Schulschluss eine Sonderanfrage: Eine Klasse möchte 20 Brötchen günstiger kaufen. Die Standmiete ist für den Tag schon bezahlt. Jetzt ist die Frage: Deckt der Sonderpreis wenigstens die zusätzlichen Kosten?
Die Teilkostenrechnung ist ein Verfahren der Kostenrechnung. Kostenrechnung bedeutet: Ein Unternehmen untersucht seine Kosten, damit es Preise, Mengen und Entscheidungen besser planen kann. Bei der Teilkostenrechnung werden den Produkten nur bestimmte Kosten zugerechnet, meistens die variablen Kosten.
Die Teilkostenrechnung rechnet einem Produkt nicht alle Kosten zu, sondern vor allem die variablen Kosten. Sie zeigt dadurch, ob ein Produkt oder Auftrag kurzfristig einen Beitrag zur Deckung der Fixkosten leisten kann.
Die Kiosk-AG verkauft ein Brötchen normalerweise für 2,50 Euro. Die variablen Kosten pro Brötchen betragen 1,00 Euro.
Eine Klasse bietet 1,60 Euro pro Brötchen für 20 zusätzliche Brötchen. Die Standmiete bleibt gleich, weil sie schon für den Tag anfällt.
Nach Teilkostenrechnung zählt zuerst: 1,60 Euro Verkaufspreis minus 1,00 Euro variable Kosten. Pro Brötchen bleiben 0,60 Euro übrig.
Die Teilkostenrechnung ist besonders nützlich für kurzfristige Entscheidungen. Langfristig muss ein Unternehmen aber auch seine Fixkosten decken.
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Deckungsbeitrag berechnen
Jetzt kommt der zentrale Rechenschritt. Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Erlös übrig bleibt. Erlös bedeutet: das Geld, das durch den Verkauf hereinkommt.
Der Deckungsbeitrag heißt so, weil er zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Wenn alle Fixkosten gedeckt sind, kann weiterer Deckungsbeitrag zum Gewinn werden. Gewinn ist der Überschuss, der bleibt, wenn alle Kosten abgezogen wurden.
Der Deckungsbeitrag ist der Erlös minus variable Kosten.
Als Formel kannst du schreiben: \(DB = E - K_v\).
Eine Bäckerei bekommt einen Zusatzauftrag über 180 Laugenstangen.
Sonderpreis pro Laugenstange: 0,70 Euro
Variable Kosten pro Laugenstange: 0,45 Euro
Deckungsbeitrag pro Laugenstange:
Gesamter Deckungsbeitrag:
Der Auftrag bringt also 45 Euro zur Deckung der Fixkosten.
Ein positiver Deckungsbeitrag bedeutet: Der Verkauf deckt seine variablen Kosten und leistet zusätzlich einen Beitrag zu den Fixkosten.
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Teilkostenrechnung und Vollkostenrechnung
Damit du die Teilkostenrechnung richtig einordnest, brauchst du den Vergleich. Die Vollkostenrechnung ist ein Verfahren, bei dem alle Kosten auf Produkte oder Dienstleistungen verteilt werden. Dazu gehören variable Kosten und Fixkosten.
Die Vollkostenrechnung hilft bei langfristigen Preisen. Denn auf Dauer reicht es nicht, nur Zutaten, Material oder Energie zu decken. Auch Miete, Gehälter, Maschinen und Verwaltung müssen bezahlt werden.
Die Vollkostenrechnung rechnet einem Produkt alle Kosten zu: variable Kosten und Fixkosten.
Die Teilkostenrechnung rechnet einem Produkt nur einen Teil der Kosten zu, meist die variablen Kosten.
Ein Foodtruck verkauft 120 Wraps am Tag.
Zutaten pro Wrap: 1,80 Euro
Fixkosten pro Tag für Stellplatz und Grundausstattung: 144 Euro
Teilkostenrechnung pro Wrap: Nur die variablen Kosten zählen. Ein Wrap hat Teilkosten von 1,80 Euro.
Vollkostenrechnung pro Wrap: Die Fixkosten werden auf 120 Wraps verteilt.
Die Vollkosten pro Wrap betragen 3,00 Euro.
Teilkostenrechnung hilft oft bei kurzfristigen Entscheidungen. Vollkostenrechnung hilft bei langfristiger Kostendeckung.
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Entscheidungen mit der Teilkostenrechnung
Die Teilkostenrechnung ist kein Rechentrick, um dauerhaft zu billig zu verkaufen. Sie ist ein Werkzeug für Entscheidungen. Besonders wichtig ist sie, wenn Fixkosten ohnehin anfallen und ein Zusatzauftrag keine neuen Fixkosten verursacht.
Eine kurzfristige Preisuntergrenze ist der niedrigste Preis, den ein Unternehmen kurzfristig akzeptieren kann, ohne durch den einzelnen Auftrag zusätzliche Verluste bei den variablen Kosten zu machen. Sie liegt bei den variablen Kosten pro Stück. Eine langfristige Preisuntergrenze muss dagegen alle Kosten decken.
Die kurzfristige Preisuntergrenze ist der Preis, der mindestens die variablen Kosten pro Stück deckt.
Die langfristige Preisuntergrenze ist der Preis, der auf Dauer alle Kosten decken muss.
Eine Druckerei hat freie Maschinenzeit. Ein Kunde fragt 100 Flyer zu je 0,08 Euro an.
Variable Kosten pro Flyer: 0,05 Euro
Vollkosten pro Flyer: 0,10 Euro
Kurzfristig entsteht pro Flyer ein Deckungsbeitrag von 0,03 Euro. Insgesamt sind das 3 Euro.
Der Auftrag kann kurzfristig sinnvoll sein, wenn die Maschine sonst stillsteht. Dauerhaft wäre ein Preis von 0,08 Euro problematisch, weil die Vollkosten von 0,10 Euro nicht gedeckt werden.
Prüfe bei Teilkostenentscheidungen immer drei Fragen: Gibt es freie Kapazität? Deckt der Preis die variablen Kosten? Bleibt die langfristige Kostendeckung im Blick?
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Grenzen und typische Fehler
Bei einem Schulfest kann ein Stand gut aussehen, obwohl am Ende kein Gewinn entsteht. Viele Verkäufe helfen nur dann, wenn genug Geld nach den variablen Kosten übrig bleibt. Genau hier musst du bei der Teilkostenrechnung sauber denken.
Die Teilkostenrechnung kann sehr klar zeigen, ob ein zusätzlicher Auftrag etwas beiträgt. Sie kann aber nicht alle Fragen lösen. Wenn ein Unternehmen dauerhaft nur Preise über den variablen Kosten, aber unter den Vollkosten verlangt, fehlen am Ende Mittel für Fixkosten und Gewinn.
Ein häufiger Fehler ist deshalb: positiver Deckungsbeitrag wird mit sicherem Gewinn verwechselt. Das stimmt erst, wenn die Fixkosten insgesamt gedeckt sind. Ein zweiter Fehler ist, Fixkosten künstlich auf einzelne kurzfristige Entscheidungen zu drücken, obwohl sie durch die Entscheidung gar nicht verändert werden.
Ein Sportverein verkauft bei einem Fest Getränke.
Variable Kosten pro Getränk: 0,70 Euro
Verkaufspreis: 1,00 Euro
Fixkosten für den Stand: 60 Euro
Der Deckungsbeitrag pro Getränk beträgt 0,30 Euro. Bei 100 Getränken entstehen 30 Euro Deckungsbeitrag. Das ist positiv, aber noch kein Gewinn, weil die Fixkosten von 60 Euro nicht gedeckt sind.
Erst ab 200 Getränken sind die Fixkosten gedeckt:
Positiver Deckungsbeitrag heißt nicht automatisch Gewinn. Gewinn entsteht erst, wenn alle Fixkosten ebenfalls gedeckt sind.
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Zusammenfassung
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Die Teilkostenrechnung hilft dir, kurzfristige Entscheidungen klarer zu treffen. Sie trennt Fixkosten und variable Kosten und fragt: Was kostet ein zusätzlicher Auftrag wirklich zusätzlich?
Der wichtigste Wert ist der Deckungsbeitrag. Er zeigt, wie viel nach den variablen Kosten übrig bleibt. Dieses Geld hilft, Fixkosten zu decken.
Für langfristige Preise reicht die Teilkostenrechnung allein nicht aus. Dann brauchst du auch den Blick auf alle Kosten, also auf die Vollkostenrechnung.
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