Mathematik

Binomialkoeffizient berechnen: Formel und Übungen

Binomialkoeffizient berechnen: Formel und Übungen
Binomialkoeffizient berechnen: Formel und Übungen
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Der Binomialkoeffizient $\binom{n}{k}$ zählt, wie viele verschiedene Auswahlen von $k$ Objekten aus $n$ unterscheidbaren Objekten möglich sind. Dabei zählt die Reihenfolge nicht, und kein Objekt wird mehrfach ausgewählt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wann passt der Binomialkoeffizient?

Stell dir vor, aus vier Personen werden zwei für ein Team gewählt. Das Team Anna–Lukas ist dasselbe wie Lukas–Anna. Außerdem kann niemand zweimal im Team sein. Genau für solche Auswahlen brauchst du den Binomialkoeffizienten.

Prüfe drei Bedingungen:

  1. Du wählst genau $k$ Objekte aus insgesamt $n$ unterscheidbaren Objekten.
  2. Jedes Objekt darf höchstens einmal vorkommen.
  3. Verschiedene Reihenfolgen derselben Auswahl gelten als gleich.
Definition

Binomialkoeffizient

Der Binomialkoeffizient $\binom{n}{k}$ gibt die Anzahl der Möglichkeiten an, $k$ Objekte aus $n$ verschiedenen Objekten ohne Wiederholung und ohne Beachtung der Reihenfolge auszuwählen. Man spricht „$n$ über $k$“ oder „$k$ aus $n$“.

Beispiel

Aus den vier verschiedenfarbigen Bällen Gelb, Grün, Rot und Blau werden zwei ausgewählt. Gelb–Grün und Grün–Gelb sind dieselbe Auswahl.

Die sechs möglichen Paare sind:

  • Gelb–Grün
  • Gelb–Rot
  • Gelb–Blau
  • Grün–Rot
  • Grün–Blau
  • Rot–Blau

Deshalb gilt $\binom{4}{2}=6$.

Merke

Keine Wiederholung und Reihenfolge egal: Dann passt der Binomialkoeffizient. Zählt die Reihenfolge oder sind Wiederholungen erlaubt, brauchst du ein anderes Zählverfahren.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Situation wird mit einem Binomialkoeffizienten gezählt?
Lösung: Aus zehn Personen werden drei für ein Team ausgewählt. — Bei einer Teamauswahl ist nur wichtig, wer zum Team gehört. Bei PIN und Rangfolge ist dagegen auch die Anordnung entscheidend.
Frage 2 von 2MittelAus vier verschiedenen Bällen werden zwei ohne Zurücklegen ausgewählt. Wie viele ungeordnete Paare gibt es?
Lösung: 6 — Es gilt $\binom{4}{2}=6$. Jede Zweierauswahl wird nur einmal gezählt.
Wie funktioniert die Fakultätsformel?

Das Zeichen $!$ steht für die Fakultät. Dabei werden alle positiven ganzen Zahlen bis zur angegebenen Zahl miteinander multipliziert:

$$5!=5\cdot4\cdot3\cdot2\cdot1=120$$

Für den Randfall gilt die Festlegung $0!=1$.

Der Binomialkoeffizient wird so berechnet:

$$\binom{n}{k}=\frac{n!}{k!\,(n-k)!}$$

Wenn die Reihenfolge zählen würde, gäbe es zunächst $n\cdot(n-1)\cdot\ldots\cdot(n-k+1)=\frac{n!}{(n-k)!}$ mögliche Folgen. Darin erscheint jede ungeordnete Auswahl in ihren $k!$ verschiedenen Reihenfolgen. Die Division durch $k!$ entfernt diese Mehrfachzählung.

Beispiel

Aus vier Personen sollen zwei ausgewählt werden:

$$\binom{4}{2}=\frac{4!}{2!\,2!}=\frac{4\cdot3\cdot2\cdot1}{(2\cdot1)(2\cdot1)}=6$$

Das Ergebnis bedeutet: Es gibt sechs verschiedene Zweierteams.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Beim Binomialkoeffizienten wird die Reihenfolge beachtet. Die Auswahl erfolgt Wiederholung. Das Zeichen $!$ bezeichnet die einer Zahl.

Lösungen: Lücke 1: nicht; Lücke 2: ohne; Lücke 3: Fakultät. Der Binomialkoeffizient zählt ungeordnete Auswahlen ohne Wiederholung. Eine Fakultät ist das Produkt der positiven ganzen Zahlen bis zur angegebenen Zahl.
Wie rechnest du ohne riesige Fakultäten?

Schreibe nur die benötigten Faktoren aus und kürze früh. So bleiben die Zahlen übersichtlich.

Beispiel

Aus zehn verschiedenen Kugeln werden drei gewählt:

$$\binom{10}{3}=\frac{10!}{3!\,7!}$$

Im Zähler steckt $10!=10\cdot9\cdot8\cdot7!$. Dadurch kannst du $7!$ kürzen:

$$\binom{10}{3}=\frac{10\cdot9\cdot8}{3\cdot2\cdot1}=\frac{720}{6}=120$$

Es gibt also 120 verschiedene Dreierauswahlen.

Auf einem wissenschaftlichen Taschenrechner verwendest du meist die Funktion nCr:

  1. Gib $n$ ein.
  2. Wähle nCr.
  3. Gib $k$ ein.
  4. Berechne das Ergebnis.

Für $n=20$ und $k=3$ erhältst du $20\mathbin{\mathrm{C}}3=1140$. Die Funktion nPr passt hier nicht, denn sie zählt Anordnungen, bei denen die Reihenfolge wichtig ist.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelAus zehn Personen werden vier für eine Gruppe gewählt. Welcher Ansatz passt?
Lösung: $\binom{10}{4}$ — Es werden $k=4$ Personen aus insgesamt $n=10$ Personen ausgewählt. Daher lautet der Ansatz $\binom{10}{4}$.
Frage 2 von 2MittelWie viele Möglichkeiten gibt es, fünf von zwölf Bewerbern auszuwählen?
Lösung: 792 — Mit frühem Kürzen erhältst du $\binom{12}{5}=\frac{12\cdot11\cdot10\cdot9\cdot8}{5\cdot4\cdot3\cdot2\cdot1}=792$.
Welche Regeln helfen beim Prüfen?

Einige Werte kannst du ohne lange Rechnung erkennen:

  • $\binom{n}{0}=1$: Es gibt genau eine Möglichkeit, nichts auszuwählen.
  • $\binom{n}{n}=1$: Es gibt genau eine Möglichkeit, alle Objekte auszuwählen.
  • $\binom{n}{1}=n$: Jedes der $n$ Objekte kann allein gewählt werden.
  • Für $k>n$ setzt man $\binom{n}{k}=0$: Aus einer Menge können nicht mehr Objekte ausgewählt werden, als sie enthält.

Auswahl und Nichtauswahl sind symmetrisch

Wer $k$ Objekte auswählt, legt zugleich fest, welche $n-k$ Objekte nicht ausgewählt werden. Deshalb gilt:

$$\binom{n}{k}=\binom{n}{n-k}$$

Zum Beispiel ist $\binom{5}{2}=\binom{5}{3}=10$.

Das Pascalsche Dreieck

Im Pascalschen Dreieck ist jeder innere Eintrag die Summe der beiden Einträge schräg darüber. Das entspricht für $1\le k\le n-1$ der Regel:

$$\binom{n}{k}=\binom{n-1}{k-1}+\binom{n-1}{k}$$

So folgt etwa $\binom{5}{3}=\binom{4}{2}+\binom{4}{3}=6+4=10$.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelchen Wert hat $\binom{8}{0}$?
Lösung: 1 — Die Auswahl enthält kein Objekt. Diese eine leere Auswahl wird durch $\binom{8}{0}=1$ gezählt.
Frage 2 von 2MittelWelcher Ausdruck hat wegen der Symmetrie denselben Wert wie $\binom{9}{2}$?
Lösung: $\binom{9}{7}$ — Weil $9-2=7$ ist, gilt $\binom{9}{2}=\binom{9}{7}$.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Binomialkoeffizient
    • Bedeutung: $k$ aus $n$ auswählen
    • Voraussetzungen: keine Wiederholung, Reihenfolge egal
    • Berechnung: Fakultätsformel oder `nCr`
    • Kontrolle: Randfälle und Symmetrie
    • Anwendungen: Teams, Kugeln und Zahlenkombinationen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWann ist $\binom{n}{k}$ das passende Zählwerkzeug?
Lösung: Wenn $k$ aus $n$ verschiedenen Objekten ohne Wiederholung gewählt werden und die Reihenfolge egal ist. — Der Binomialkoeffizient zählt ungeordnete Auswahlen ohne Wiederholung.
Frage 2 von 3MittelWie viele Zweierteams lassen sich aus sechs Personen bilden?
Lösung: 15 — Es gilt $\binom{6}{2}=\frac{6\cdot5}{2\cdot1}=15$. Das Ergebnis zählt jedes Zweierteam genau einmal.
Frage 3 von 3SchwerAus fünf verschiedenen Ziffern werden dreistellige Codes ohne Wiederholung gebildet. Eine Schülerin berechnet ihre Anzahl mit $\binom{5}{3}$. Was ist der entscheidende Fehler?
Lösung: Bei Codes zählt die Reihenfolge, daher passt der Binomialkoeffizient nicht. — Bei einem Code sind etwa 123 und 321 verschiedene Ergebnisse. Der Binomialkoeffizient würde beide Anordnungen als dieselbe Auswahl behandeln und ist deshalb ungeeignet.

Du kannst einen Binomialkoeffizienten sicher verwenden, wenn du zuerst die Auswahlbedingungen prüfst, anschließend $n$ und $k$ richtig zuordnest und erst dann mit der Fakultätsformel oder nCr rechnest.

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