Mathematik

Exponentialfunktionen: Graphen und Gleichungen

Exponentialfunktionen: Graphen und Gleichungen
Exponentialfunktionen: Graphen und Gleichungen
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Bei einer Exponentialfunktion steht die Variable im Exponenten. Sie beschreibt eine Größe, die in gleich großen Schritten immer mit demselben Faktor multipliziert wird. So kannst du Wachstum, Zerfall, Graphen und Gleichungen systematisch untersuchen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran du eine Exponentialfunktion erkennst

Vergleiche zwei Folgen: $100, 200, 300, 400$ und $100, 200, 400, 800$. In der ersten Folge kommt jedes Mal derselbe Betrag hinzu. Das ist linear. In der zweiten Folge wird jedes Mal mit $2$ multipliziert. Das ist exponentiell.

Definition

Exponentialfunktion

Eine reelle Exponentialfunktion in Grundform lautet

$$f(x)=a\cdot b^x.$$

Dabei gilt $a\neq 0$, $b>0$ und $b\neq 1$. Der Vorfaktor $a$ ist $f(0)$, weil $b^0=1$. Die Basis $b$ ist der Faktor pro Schritt. Die Variable $x$ steht im Exponenten.

Die Bedingung $b>0$ sorgt dafür, dass $b^x$ für jede reelle Zahl $x$ einen reellen Wert besitzt. Die Basis $1$ wird ausgeschlossen, weil $1^x=1$ und damit nur eine konstante Funktion entsteht. Die Basis $0$ eignet sich ebenfalls nicht für eine auf ganz $\mathbb R$ definierte Exponentialfunktion.

Beispiel

Für $f(x)=3\cdot 2^x$ ist $a=3$ und $b=2$. Deshalb ist $f(0)=3$. Pro Schritt nach rechts verdoppelt sich der Funktionswert:

$$f(-2)=\frac34,\quad f(-1)=\frac32,\quad f(0)=3,\quad f(1)=6,\quad f(2)=12.$$

Die Quotienten benachbarter Werte sind jeweils $2$. Das ist das Kennzeichen der exponentiellen Veränderung.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Funktion ist eine Exponentialfunktion in der Grundform?
Lösung: $f(x)=4\cdot 3^x$ — Entscheidend ist die Position der Variablen: Bei $a\cdot b^x$ steht $x$ im Exponenten.
Frage 2 von 2MittelEine Datenreihe lautet $5, 10, 20, 40$. Welche Aussage passt?
Lösung: Die Werte werden in jedem Schritt mit $2$ multipliziert. — Der konstante Quotient $10/5=20/10=40/20=2$ zeigt eine exponentielle Veränderung.
Wie Basis und Vorfaktor den Graphen bestimmen

Für die Grundfunktion $f(x)=a\cdot b^x$ ist der Definitionsbereich immer $D=\mathbb R$. Weil $b^x$ stets positiv ist, bestimmt das Vorzeichen von $a$ den Wertebereich:

  • Für $a>0$ gilt $W=(0,\infty)$.
  • Für $a\lt0$ gilt $W=(-\infty,0)$.

Der Graph schneidet die $x$-Achse nicht. Er nähert sich ihr nur an; die Gerade $y=0$ ist eine waagrechte Asymptote.

Die Monotonie hängt von Basis und Vorzeichen des Vorfaktors ab:

  • $a>0$ und $b>1$: streng steigend.
  • $a>0$ und $0\lt b\lt1$: streng fallend.
  • $a\lt0$ und $b>1$: streng fallend.
  • $a\lt0$ und $0\lt b\lt1$: streng steigend.
Merke

Bestimme zuerst, ob $b^x$ steigt oder fällt. Ein negativer Vorfaktor spiegelt alle Funktionswerte an der $x$-Achse und kehrt dadurch die Monotonie um.

Beispiel

Untersuche $g(x)=-2\cdot\left(\frac12\right)^x$.

Die Basis $\frac12$ liegt zwischen $0$ und $1$, also ist $\left(\frac12\right)^x$ fallend. Der negative Vorfaktor spiegelt den Graphen: $g$ ist deshalb streng steigend. Es gilt $D=\mathbb R$, $W=(-\infty,0)$ und $g(0)=-2$.

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Frage 1 von 2MittelWelche Aussage über $h(x)=-3\cdot 4^x$ ist richtig?
Lösung: $h$ ist streng fallend und hat den Wertebereich $(-\infty,0)$. — $4^x$ ist positiv und steigend. Die Multiplikation mit $-3$ spiegelt den Graphen an der $x$-Achse.
Frage 2 von 2SchwerWelche Funktion ist streng steigend?
Lösung: $p(x)=-2\cdot(0{,}4)^x$ — Bei $p$ ist die Grundfunktion fallend und wird durch den negativen Vorfaktor gespiegelt. So entsteht ein steigender Graph.
Wie Verschiebungen den Graphen verändern

Eine nützliche erweiterte Form ist

$$f(x)=a\cdot b^{x+c}+d.$$

Du liest die Veränderungen von innen nach außen:

  1. $x+c$ verschiebt den Graphen waagrecht: bei $c>0$ nach links, bei $c\lt0$ nach rechts.
  2. $a$ streckt oder staucht die Funktionswerte; bei $a\lt0$ kommt die Spiegelung an der $x$-Achse hinzu.
  3. $d$ verschiebt den Graphen nach oben oder unten. Die waagrechte Asymptote lautet dann $y=d$.

Der Definitionsbereich bleibt $\mathbb R$. Der Wertebereich liegt bei $a>0$ oberhalb und bei $a\lt0$ unterhalb der Asymptote:

  • $a>0$: $W=(d,\infty)$.
  • $a\lt0$: $W=(-\infty,d)$.
Beispiel

Betrachte $f(x)=2^{x+3}-4$ und starte bei $2^x$.

  • $x+3$ verschiebt den Graphen um $3$ nach links.
  • $-4$ verschiebt ihn um $4$ nach unten.
  • Die Asymptote ist $y=-4$.
  • Der $y$-Achsenabschnitt ist $f(0)=2^3-4=4$.
  • Für die Nullstelle gilt $2^{x+3}-4=0$. Also ist $2^{x+3}=4=2^2$ und damit $x=-1$.
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Frage 1 von 2MittelWie entsteht $k(x)=-3\cdot 2^{x-2}+5$ aus $2^x$?
Lösung: Um $2$ nach rechts verschieben, mit Faktor $3$ strecken, an der $x$-Achse spiegeln und um $5$ nach oben verschieben. — Lies von innen nach außen: $x-2$ wirkt waagrecht, $-3$ auf die Funktionswerte und $+5$ senkrecht.
Frage 2 von 2SchwerWelchen Wertebereich hat $k(x)=-3\cdot 2^{x-2}+5$?
Lösung: $(-\infty,5)$ — Die Funktionswerte nähern sich $5$ von unten, erreichen $5$ aber nicht.
Wie du Exponentialgleichungen löst

Bei einer Exponentialgleichung steht die gesuchte Variable im Exponenten. Isoliere zuerst die Potenz. Danach gibt es zwei Wege.

Gleiche Basis herstellen

Beispiel

Löse $5\cdot 2^x=80$.

$$5\cdot 2^x=80$$

Teile durch $5$:

$$2^x=16.$$

Da $16=2^4$ gilt, folgt eindeutig $x=4$. Die Probe ergibt $5\cdot2^4=5\cdot16=80$.

Mit dem Logarithmus lösen

Wenn sich nicht leicht dieselbe Basis herstellen lässt, verwendest du den Logarithmus. Für $a\cdot b^x=y$ gilt die folgende Umformung, sofern $\frac ya>0$ ist:

$$x=\log_b\left(\frac ya\right)=\frac{\ln(y/a)}{\ln(b)}.$$

Beispiel

Wann ist ein Bestand von $500$ bei Verdopplung pro Stunde auf $50\,000$ angewachsen?

$$500\cdot 2^t=50\,000$$

Nach Division durch $500$ bleibt $2^t=100$. Deshalb

$$t=\frac{\ln(100)}{\ln(2)}\approx6{,}644.$$

Der Gleichheitszeitpunkt liegt nach etwa $6$ Stunden und $39$ Minuten. Erst danach ist der Bestand größer als $50\,000$.

Gut zu wissen

Der Logarithmus darf hier nur auf positive Zahlen angewendet werden. Prüfe deshalb nach dem Isolieren, ob die rechte Seite positiv ist. Eine Gleichung wie $2^x=-3$ hat im reellen Zahlenbereich keine Lösung, weil $2^x$ immer positiv ist.

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Frage 1 von 2MittelWelche Lösung hat $3\cdot 5^x=375$?
Lösung: $x=3$ — Isoliere zuerst die Potenz: $375/3=125$. Wegen $125=5^3$ ist $x=3$.
Frage 2 von 2SchwerWarum hat $4\cdot 2^x+1=0$ keine reelle Lösung?
Lösung: Nach dem Umformen wäre $2^x=-\frac14$, doch $2^x$ ist stets positiv. — Nach $4\cdot2^x=-1$ und Division durch $4$ entsteht eine unmögliche Forderung an die positive Potenz $2^x$.
Wie du Wachstum und Zerfall modellierst

In einem Sachmodell steht $a$ für den Anfangswert und $b$ für den Faktor pro Zeitintervall. Aus einer prozentualen Änderung $p$ erhältst du:

  • Zunahme um $p$: $b=1+p$.
  • Abnahme um $p$: $b=1-p$.

Dabei setzt du den Prozentsatz als Dezimalzahl ein, zum Beispiel $5\,\%=0{,}05$. Das Modell setzt voraus, dass der Faktor in jedem betrachteten Intervall gleich bleibt.

Beispiel

Ein Präparat hat anfangs eine Masse von $25\,\mathrm{g}$ und verliert pro Jahr $5\,\%$ seiner jeweils vorhandenen Masse.

Der Abnahmefaktor ist $b=1-0{,}05=0{,}95$. Mit $t$ in Jahren lautet das Modell

$$m(t)=25\cdot0{,}95^t.$$

Nach neun Jahren gilt

$$m(9)=25\cdot0{,}95^9\approx15{,}76\,\mathrm{g}.$$

Das Ergebnis ist plausibel: Die Masse ist kleiner als $25\,\mathrm{g}$, aber weiterhin positiv.

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Frage 1 von 3LeichtWelcher Faktor gehört zu einer Zunahme um $7\,\%$ pro Schritt?
Lösung: $1{,}07$ — Rechne $100\,\%+7\,\%=107\,\%=1{,}07$.
Frage 2 von 3MittelEin Guthaben von $800\,€$ wächst jährlich um $2\,\%$. Welches Modell passt für $t$ Jahre?
Lösung: $K(t)=800\cdot1{,}02^t$ — Anfangswert ist $800\,€$, der Wachstumsfaktor ist $1+0{,}02=1{,}02$.
Frage 3 von 3SchwerEine Folge beginnt mit $12$ und hat den konstanten Quotienten $0{,}8$. Was kannst du folgern?
Lösung: Sie lässt sich durch $f(n)=12\cdot0{,}8^n$ beschreiben und fällt exponentiell. — Ein Faktor zwischen $0$ und $1$ macht die Werte in jedem Schritt kleiner.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Exponentialfunktionen
    • Grundform $a\cdot b^x$
      • $a$ ist Anfangs- oder Streckfaktor
      • $b$ ist Faktor pro Schritt
    • Graph untersuchen
      • Definitionsbereich $\mathbb R$
      • Monotonie aus $a$ und $b$
      • Asymptote $y=d$
    • Veränderungen
      • $x+c$ verschiebt waagrecht
      • $+d$ verschiebt senkrecht
    • Gleichungen lösen
      • Potenz isolieren
      • Potenzvergleich oder Logarithmus
    • Sachmodelle
      • Prozent in Faktor umwandeln
      • Einheit und konstantes Intervall prüfen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage gilt für jede Funktion $f(x)=a\cdot b^x$ mit $a\neq0$, $b>0$ und $b\neq1$?
Lösung: Ihr Definitionsbereich ist $\mathbb R$. — Jede reelle Zahl darf für $x$ eingesetzt werden. Wertebereich und Monotonie hängen von den Parametern ab.
Frage 2 von 4MittelBestimme die Monotonie von $f(x)=-5\cdot(0{,}2)^x+7$.
Lösung: $f$ ist streng steigend. — Die Verschiebung $+7$ verändert die Monotonie nicht. Basis und negativer Vorfaktor ergeben einen steigenden Graphen.
Frage 3 von 4MittelLöse $2^{x-1}=8$.
Lösung: $x=4$ — Stelle die gleiche Basis her: $2^{x-1}=2^3$. Gleiche Exponenten liefern $x-1=3$.
Frage 4 von 4SchwerEine Größe startet bei $60$ und sinkt je Schritt um $20\,\%$. Welche Aussage verbindet Modell und Graph korrekt?
Lösung: $f(x)=60\cdot0{,}8^x$; der Graph ist fallend und nähert sich $0$ von oben. — Eine Abnahme um $20\,\%$ ergibt den Faktor $0{,}8$. Dieser bleibt in jedem Schritt gleich.

Du kannst Exponentialfunktionen nun an der variablen Potenz erkennen, ihre Graphen aus den Parametern lesen, Transformationen beschreiben, Gleichungen lösen und konstante prozentuale Änderungen modellieren.

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