Fläche zwischen zwei Graphen berechnen

Fläche zwischen zwei Graphen berechnen
Fläche zwischen zwei Graphen berechnen
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Die Fläche zwischen zwei Graphen berechnest du mit dem Integral der oberen Funktion minus der unteren Funktion. Zuerst prüfst du den gemeinsamen Definitionsbereich. Wechseln die Graphen ihre Reihenfolge, teilst du ein definitionslückenfreies Intervall an den Schnittpunkten und addierst die positiven Teilflächen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum die Differenzfunktion die Fläche beschreibt

Für zwei Funktionen $f$ und $g$ misst die Differenz ihrer Funktionswerte den senkrechten Abstand der Graphen. Liegt $f$ oben, ist dieser Abstand

$$h(x)=f(x)-g(x).$$

Liegt $g$ oben, verwendest du entsprechend $h(x)=g(x)-f(x)$. Der Flächeninhalt auf einem Intervall $[a;b]$ ist dann

$$A=\int_a^b \bigl(\text{obere Funktion}-\text{untere Funktion}\bigr)\,dx.$$

Definition

Geometrischer Flächeninhalt

Ein geometrischer Flächeninhalt ist nie negativ. Ein bestimmtes Integral kann dagegen negativ sein: Es ist eine orientierte Flächenbilanz. Deshalb musst du die Reihenfolge der Graphen beachten oder jeden Teilintegralwert als Betrag nehmen.

Merke

Sind beide Funktionen auf einem definitionslückenfreien Teilintervall stetig, gilt zwischen zwei benachbarten Schnittpunkten: oben minus unten. Dann erhältst du direkt eine positive Teilfläche.

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Frage 1 von 1LeichtWas beschreibt $f(x)-g(x)$ an einer Stelle $x$, wenn $f$ dort über $g$ liegt?
Lösung: Den senkrechten Abstand der beiden Graphen — Weil $f(x)\gt g(x)$ gilt, ist $f(x)-g(x)$ genau der positive Abstand zwischen den Funktionswerten.
So gehst du sicher Schritt für Schritt vor
  1. Gemeinsamen Definitionsbereich prüfen: Beide Funktionen müssen im betrachteten Abschnitt definiert sein. Markiere Definitionslücken.
  2. Schnittpunkte bestimmen: Löse $f(x)=g(x)$.
  3. Grenzen auswählen: Behalte die Schnittstellen, die im betrachteten Intervall liegen, und sortiere sie zusammen mit den äußeren Grenzen und möglichen Definitionslücken.
  4. Oben und unten prüfen: Setze in jedem definitionslückenfreien Teilintervall einen einfachen Testwert in beide Funktionen ein.
  5. Teilintegrale berechnen: Integriere jeweils obere minus untere Funktion.
  6. Teilflächen addieren: Die Summe der endlichen Teilflächen ist der gesuchte Flächeninhalt.

Sind die äußeren Grenzen nicht vorgegeben, begrenzen meist die äußeren Schnittpunkte den eingeschlossenen Bereich. Ein Schnittpunkt innerhalb des Bereichs ist zusätzlich eine Teilungsstelle.

Für stetige Funktionen kann sich die Reihenfolge auf einem definitionslückenfreien Teilintervall nur an einem Schnittpunkt ändern. Eine Definitionslücke ist dagegen kein Schnittpunkt. Sie wird als zusätzliche Grenze behandelt. Bei einer solchen Grenze musst du gesondert prüfen, ob das uneigentliche Integral existiert und die Fläche endlich ist. Zum Beispiel ist $f(x)=\frac1x$ bei $x=0$ nicht definiert; zusammen mit $g(x)=0$ auf $[-1;1]$ entsteht deshalb nicht automatisch eine endliche eingeschlossene Fläche.

Gut zu wissen

Du darfst auch durchgehend $f-g$ integrieren. Dann gilt sicher:

$$A=\sum_i\left|\int_{x_i}^{x_{i+1}}(f(x)-g(x))\,dx\right|.$$

Wichtig ist der Betrag um jedes einzelne Teilintegral. Ein einziger Betrag um das Gesamtintegral kann Teilflächen gegenseitig aufheben.

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Frage 1 von 2LeichtWas musst du tun, wenn eine Funktion im betrachteten Intervall eine Definitionslücke besitzt?
Lösung: An der Lücke teilen und für die angrenzenden Bereiche Existenz und Endlichkeit der Teilflächen prüfen — Das Testwertverfahren setzt definitionslückenfreie Teilintervalle voraus. An einer Definitionslücke muss ein uneigentliches Integral gesondert untersucht werden.
Frage 2 von 2MittelBeide Funktionen sind auf $[a;b]$ stetig und schneiden sich dort zusätzlich nur bei $x=s$. Welcher Ansatz liefert den geometrischen Flächeninhalt?
Lösung: $\left|\int_a^s(f-g)\,dx\right|+\left|\int_s^b(f-g)\,dx\right|$ — Der innere Schnittpunkt teilt den Bereich. Erst die Beträge der einzelnen Teilintegrale machen beide Teilflächen positiv.
Beispiel ohne inneren Reihenfolgewechsel

Gegeben sind

$$f(x)=x^2-1,\qquad g(x)=x+1$$

auf dem Intervall $[-1;2]$.

Beispiel

1. Schnittpunkte:

$$x^2-1=x+1$$

liefert $x=-1$ und $x=2$. Es gibt also keinen weiteren Schnittpunkt im Inneren des Intervalls.

2. Obere Funktion: Beim Testwert $x=0$ gilt $f(0)=-1$ und $g(0)=1$. Daher liegt $g$ zwischen den Schnittpunkten oben.

3. Differenz und Stammfunktion:

$$g(x)-f(x)=x+1-(x^2-1)=-x^2+x+2$$

Eine Stammfunktion ist

$$H(x)=-\frac13x^3+\frac12x^2+2x.$$

4. Fläche:

$$A=\left[H(x)\right]_{-1}^{2}=H(2)-H(-1)=\frac92\,\text{FE}.$$

Die Abkürzung FE bedeutet Flächeneinheiten. Ohne vorgegebene Längeneinheit ist das die passende Einheit des Ergebnisses.

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Frage 1 von 1MittelWarum ist im Beispiel kein Aufteilen innerhalb von $[-1;2]$ nötig?
Lösung: Weil sich die Graphen nur an den beiden Intervallgrenzen schneiden — Zwischen den beiden Grenzschnittpunkten gibt es keinen weiteren Schnittpunkt. Die Reihenfolge der Graphen bleibt deshalb im betrachteten Abschnitt gleich.
Beispiel mit einem Reihenfolgewechsel

Nun seien

$$f(x)=x^3-3x,\qquad g(x)=2x^2$$

auf $[-1;3]$ gegeben.

Beispiel

1. Schnittpunkte:

$$x^3-3x=2x^2$$

$$x^3-2x^2-3x=x(x-3)(x+1)=0$$

Damit sind $x=-1$, $x=0$ und $x=3$ die Schnittstellen. Der innere Schnittpunkt $x=0$ teilt die Fläche.

2. Reihenfolge prüfen: Für $x=-0{,}5$ ist $f(x)-g(x)\gt 0$, also liegt $f$ auf $[-1;0]$ oben. Für $x=1$ ist $f(x)-g(x)\lt 0$, also liegt $g$ auf $[0;3]$ oben.

3. Stammfunktion: Für

$$h(x)=f(x)-g(x)=x^3-2x^2-3x$$

ist

$$H(x)=\frac14x^4-\frac23x^3-\frac32x^2$$

eine Stammfunktion.

4. Teilflächen:

$$A_1=\left|\left[H(x)\right]_{-1}^{0}\right|=\frac7{12}$$

$$A_2=\left|\left[H(x)\right]_{0}^{3}\right|=\frac{45}{4}$$

5. Gesamtfläche:

$$A=A_1+A_2=\frac7{12}+\frac{45}{4}=\frac{71}{6}\,\text{FE}.$$

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Frage 1 von 1MittelWarum darfst du im Beispiel nicht nur $\left|\int_{-1}^{3}(f-g)\,dx\right|$ berechnen?
Lösung: Weil $f-g$ bei $x=0$ das Vorzeichen wechselt und sich Teilflächen sonst teilweise aufheben — Der innere Schnittpunkt markiert den Wechsel von oben und unten. Für den Flächeninhalt müssen beide Abschnitte positiv gezählt werden.
Typische Fehler gezielt vermeiden

Die zweite Funktion nicht einklammern

Schreibe beim Bilden der Differenz immer die ganze zweite Funktion in Klammern:

$$f(x)-g(x)=x^2-(2x-2)=x^2-2x+2.$$

Ohne Klammer würdest du das Vorzeichen der $-2$ falsch behandeln.

Nur die äußeren Schnittpunkte verwenden

Jeder innere Schnittpunkt kann einen Reihenfolgewechsel anzeigen. Sortiere daher alle Schnittstellen im Intervall und prüfe jeden Abschnitt.

Integralwert und Fläche verwechseln

Ein negativer Integralwert ist kein negativer Flächeninhalt. Verwende oben minus unten oder bilde für jeden Abschnitt einzeln den Betrag.

Lösungen der Schnittgleichung ungeprüft übernehmen

Behalte nur reelle Lösungen im betrachteten Intervall. Durch Einsetzen in $f(x)=g(x)$ kannst du Rechenfehler erkennen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Für einen geometrischen Flächeninhalt integrierst du in jedem Teilintervall minus . An einem inneren kann sich diese Reihenfolge ändern. Die positiven werden am Ende addiert.

Lösungen: Lücke 1: obere Funktion; Lücke 2: untere Funktion; Lücke 3: Schnittpunkt; Lücke 4: Teilflächen. Der Schnittpunkt teilt den Bereich, wenn dort oben und unten wechseln. So können sich Teilflächen nicht gegenseitig aufheben.
Jetzt rechnest du selbst

Gegeben sind $f(x)=2-x^2$ und $g(x)=x$. Berechne die vollständig eingeschlossene Fläche zwischen ihren Graphen.

Gehe dabei so vor: Schnittpunkte bestimmen, obere Funktion prüfen, Differenz bilden, Stammfunktion aufstellen und Fläche auswerten.

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Frage 1 von 2MittelWelche Schnittstellen erhältst du aus $2-x^2=x$?
Lösung: $x=-2$ und $x=1$ — Aus $x^2+x-2=0$ folgt $(x+2)(x-1)=0$ und damit $x=-2$ oder $x=1$.
Frage 2 von 2SchwerWelcher vollständige Rechenweg ist richtig?
Lösung: $A=\int_{-2}^{1}(2-x^2-x)\,dx=\frac92\,\text{FE}$ — Beim Testwert $x=0$ gilt $f(0)=2\gt g(0)=0$. Also ist $f-g=2-x^2-x$. Mit $H(x)=2x-\frac13x^3-\frac12x^2$ ergibt sich $H(1)-H(-2)=\frac92$.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Fläche zwischen zwei Graphen
    • Vorbereiten: Schnittpunkte lösen und Grenzen sortieren
    • Entscheiden: in jedem Abschnitt oben und unten prüfen
    • Rechnen: Differenz integrieren und Stammfunktion auswerten
    • Absichern: Teilflächen positiv zählen und addieren
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Gleichung liefert die Schnittstellen zweier Graphen?
Lösung: $f(x)=g(x)$ — An einem Schnittpunkt besitzen beide Funktionen beim selben $x$ denselben Funktionswert.
Frage 2 von 3MittelAuf einem Teilintervall gilt $g(x)\gt f(x)$. Welcher Integrand liefert direkt die positive Teilfläche?
Lösung: $g(x)-f(x)$ — Der Abstand ist immer größerer minus kleinerer Funktionswert, hier also $g-f$.
Frage 3 von 3SchwerZwei Graphen schneiden sich in $a$, $s$ und $b$ mit $a\lt s\lt b$. Was musst du vor der Rechnung noch entscheiden?
Lösung: Welcher Graph auf $[a;s]$ und welcher auf $[s;b]$ oben liegt — Prüfe in beiden Teilintervallen je einen Testwert. Danach integrierst du abschnittsweise obere minus untere Funktion und addierst die Teilflächen.

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