Mathematik

Inverse Matrix berechnen: Formel und Gauß-Jordan

Inverse Matrix berechnen: Formel und Gauß-Jordan
Inverse Matrix berechnen: Formel und Gauß-Jordan
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Die inverse Matrix $A^{-1}$ macht die Wirkung einer quadratischen Matrix $A$ rückgängig. Sie erfüllt $AA^{-1}=A^{-1}A=I$. Eine solche Matrix gibt es genau dann, wenn $A$ quadratisch und invertierbar ist. Du lernst, das zu erkennen, die Inverse einer $2\times2$-Matrix mit einer Formel und allgemein mit Gauß-Jordan zu berechnen sowie dein Ergebnis zu prüfen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wann gibt es eine inverse Matrix?
Definition

Inverse Matrix

Zu einer quadratischen Matrix $A$ heißt die Matrix $A^{-1}$ inverse Matrix, wenn beide Produkte die Einheitsmatrix ergeben:

$$AA^{-1}=A^{-1}A=I$$

Die Einheitsmatrix $I$ lässt eine Matrix bei der Multiplikation unverändert. Bei zwei Zeilen und zwei Spalten ist $I=\begin{pmatrix}1&0\\0&1\end{pmatrix}$.

Eine quadratische Matrix ist regulär, wenn sie invertierbar ist. Ist sie nicht invertierbar, heißt sie singulär. Falls du Determinanten verwendest, gilt das eindeutige Kriterium:

$$\det(A)\ne 0 \quad\Longleftrightarrow\quad A\text{ ist invertierbar.}$$

Zum Beispiel hat $A=\begin{pmatrix}1&2\\2&4\end{pmatrix}$ die Determinante $1\cdot4-2\cdot2=0$. Die zweite Zeile ist außerdem das Doppelte der ersten. Die Matrix kann daher keine Inverse besitzen.

Merke

Nicht jede quadratische Matrix ist invertierbar. Prüfe vor einer Formelrechnung den Nenner beziehungsweise die Determinante. Beim Gauß-Jordan-Verfahren erkennst du eine singuläre Matrix daran, dass sich links keine Einheitsmatrix erzeugen lässt.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Matrix kann im hier behandelten Sinn eine Inverse besitzen?
Lösung: Eine quadratische Matrix, die regulär ist — Eine gewöhnliche inverse Matrix setzt eine quadratische, reguläre Ausgangsmatrix voraus.
Frage 2 von 2MittelWas folgt aus $\det(A)=0$?
Lösung: $A$ ist singulär und besitzt keine Inverse. — Die Determinante null ist das Ausschlusskriterium für die Invertierbarkeit.
Wie funktioniert die Formel für zwei Zeilen?

Für

$$A=\begin{pmatrix}a&b\\c&d\end{pmatrix}$$

berechnest du zuerst $ad-bc$. Ist dieser Wert nicht null, gilt:

$$A^{-1}=\frac{1}{ad-bc}\begin{pmatrix}d&-b\\-c&a\end{pmatrix}$$

Du vertauschst also $a$ und $d$, wechselst die Vorzeichen von $b$ und $c$ und teilst alle Einträge durch $ad-bc$.

Beispiel

Gegeben ist $A=\begin{pmatrix}4&7\\2&6\end{pmatrix}$.

  1. Determinante berechnen: $\det(A)=4\cdot6-7\cdot2=10$.
  2. Hauptdiagonale vertauschen und die anderen Vorzeichen wechseln: $\begin{pmatrix}6&-7\\-2&4\end{pmatrix}$.
  3. Durch $10$ teilen:

$$A^{-1}=\frac1{10}\begin{pmatrix}6&-7\\-2&4\end{pmatrix}$$

Die erste Spalte der Produktprobe ist $\begin{pmatrix}4\cdot0{,}6+7\cdot(-0{,}2)\\2\cdot0{,}6+6\cdot(-0{,}2)\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}1\\0\end{pmatrix}$. Die zweite Spalte ergibt entsprechend $\begin{pmatrix}0\\1\end{pmatrix}$. Also ist $AA^{-1}=I$.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelFür $A=\begin{pmatrix}2&1\\5&3\end{pmatrix}$ gilt $\det(A)=1$. Welche Inverse ist richtig?
Lösung: $\begin{pmatrix}3&-1\\-5&2\end{pmatrix}$ — Bei Determinante $1$ bleibt nach Vertauschen von $a,d$ und Negieren von $b,c$ kein zusätzlicher Faktor.
Wie berechnest du die Inverse mit Gauß-Jordan?

Gauß-Jordan funktioniert für quadratische Matrizen jeder Größe, sofern sie invertierbar sind.

  1. Schreibe die Einheitsmatrix rechts neben die Ausgangsmatrix: $(A\mid I)$.
  2. Wende jede Zeilenumformung auf die gesamte Zeile an.
  3. Forme den linken Block zur Einheitsmatrix um.
  4. Lies rechts die Inverse ab: $(A\mid I)\longrightarrow(I\mid A^{-1})$.

Erlaubt sind das Vertauschen zweier Zeilen, das Multiplizieren einer Zeile mit einer Zahl ungleich null und das Addieren eines Vielfachen einer Zeile zu einer anderen.

Beispiel

Für $A=\begin{pmatrix}1&2\\2&3\end{pmatrix}$ startest du mit

$$\left(\begin{array}{cc|cc}1&2&1&0\\2&3&0&1\end{array}\right).$$

  1. $Z_2\leftarrow Z_2-2Z_1$:

$$\left(\begin{array}{cc|cc}1&2&1&0\\0&-1&-2&1\end{array}\right)$$

  1. $Z_1\leftarrow Z_1+2Z_2$:

$$\left(\begin{array}{cc|cc}1&0&-3&2\\0&-1&-2&1\end{array}\right)$$

  1. $Z_2\leftarrow-Z_2$:

$$\left(\begin{array}{cc|cc}1&0&-3&2\\0&1&2&-1\end{array}\right)$$

Links steht nun $I$. Deshalb ist $A^{-1}=\begin{pmatrix}-3&2\\2&-1\end{pmatrix}$.

Warum funktioniert das? Jede Zeilenoperation wirkt links und rechts gleich. Genau die Operationen, die $A$ in $I$ verwandeln, verwandeln den rechten Startblock $I$ in $A^{-1}$.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas musst du bei einer Zeilenumformung von $(A\mid I)$ beachten?
Lösung: Die Umformung gilt für die vollständige Zeile auf beiden Seiten. — Beide Blöcke gehören zu einer erweiterten Matrix; jede Operation erfasst die ganze Zeile.
Frage 2 von 2MittelLinks entsteht trotz zulässiger Umformungen eine Nullzeile und $I$ ist nicht erreichbar. Was bedeutet das?
Lösung: Die Matrix ist nicht invertierbar. — Eine Nullzeile ohne erreichbaren Pivot zeigt hier, dass die Ausgangsmatrix singulär ist.
Wie machst du eine Matrixwirkung rückgängig?

Steht ein Zusammenhang als $Ax=b$ und ist $A$ invertierbar, dann kannst du von links mit $A^{-1}$ multiplizieren:

$$A^{-1}Ax=A^{-1}b \quad\Longrightarrow\quad x=A^{-1}b.$$

Beispiel

Ein Modell beschreibt zwei unbekannte Eingaben durch

$$\begin{pmatrix}2&1\\5&3\end{pmatrix}x=\begin{pmatrix}7\\18\end{pmatrix}.$$

Aus dem vorherigen Beispiel kennst du $A^{-1}=\begin{pmatrix}3&-1\\-5&2\end{pmatrix}$. Daher

$$x=A^{-1}b=\begin{pmatrix}3&-1\\-5&2\end{pmatrix}\begin{pmatrix}7\\18\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}3\\1\end{pmatrix}.$$

Die ursprünglichen Eingaben waren also $3$ und $1$. Die Vorwärtsprobe liefert $A\begin{pmatrix}3\\1\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}7\\18\end{pmatrix}$.

Gut zu wissen

Die Formel $x=A^{-1}b$ erklärt den algebraischen Zusammenhang. In numerischen Anwendungen löst man ein einzelnes großes Gleichungssystem meist direkt, statt die Inverse ausdrücklich zu bilden.

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Frage 1 von 1SchwerEine invertierbare Prozessmatrix erfüllt $Ax=b$. Was beschreibt $A^{-1}b$?
Lösung: Den Zustand oder die Eingabe vor der Wirkung von $A$ — Die Inverse hebt die Multiplikation mit $A$ auf und rekonstruiert damit $x$.
Welche Regeln und Fehler solltest du kennen?

Für invertierbare Matrizen gelten:

  • $(A^{-1})^{-1}=A$
  • $I^{-1}=I$
  • $(A^T)^{-1}=(A^{-1})^T$
  • $(AB)^{-1}=B^{-1}A^{-1}$

Bei einem Produkt kehrt sich die Reihenfolge um. Denn

$$(AB)(B^{-1}A^{-1})=A(BB^{-1})A^{-1}=AIA^{-1}=I.$$

Merke

Drei sichere Kontrollen: Existenz vorab prüfen, jede Gauß-Jordan-Operation auf beide Blöcke anwenden und am Ende $AA^{-1}=I$ oder $A^{-1}A=I$ nachrechnen.

Typische Fehler sind:

  • bei der $2\times2$-Formel $a,d$ nicht zu vertauschen;
  • die Vorzeichen von $b,c$ nicht zu wechseln;
  • durch $ad-bc=0$ zu teilen;
  • bei Gauß-Jordan nur eine Seite der Blockmatrix zu verändern;
  • bei $(AB)^{-1}$ die Reihenfolge beizubehalten.
Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Formel ist richtig?
Lösung: $(AB)^{-1}=B^{-1}A^{-1}$ — Beim Rückgängigmachen wird zuerst die Wirkung von $A$ und danach die von $B$ aufgehoben; deshalb lautet das Produkt $B^{-1}A^{-1}$.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Inverse Matrix
    • Bedeutung: Wirkung von $A$ rückgängig machen
      • Kennzeichen: $AA^{-1}=A^{-1}A=I$
    • Existenz
      • quadratisch und regulär
      • Determinante ungleich null
    • Berechnung
      • $2\times2$-Formel
      • Gauß-Jordan mit $(A\mid I)$
    • Anwendung
      • $Ax=b$ wird zu $x=A^{-1}b$
    • Kontrolle
      • Produktprobe ergibt $I$
      • bei Produkten Reihenfolge umkehren
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWoran erkennst du unmittelbar, dass eine $2\times2$-Matrix nicht invertierbar ist?
Lösung: Ihre Determinante $ad-bc$ ist null. — Entscheidend ist nicht das Vorzeichen oder ein einzelner Eintrag, sondern ob $ad-bc$ gleich null ist.
Frage 2 von 3MittelBestimme die Inverse von $A=\begin{pmatrix}2&1\\5&3\end{pmatrix}$.
Lösung: $A^{-1}=\begin{pmatrix}3&-1\\-5&2\end{pmatrix}$ — $\det(A)=6-5=1$. Vertausche $2$ und $3$, negiere $1$ und $5$ und teile durch $1$.
Frage 3 von 3SchwerDu hast mit Gauß-Jordan rechts eine Kandidatenmatrix $B$ erhalten. Welche Prüfung bestätigt das Ergebnis?
Lösung: Berechne $AB$ oder $BA$; das Ergebnis muss $I$ sein. — Eine Inverse ist über die Multiplikation mit der Ausgangsmatrix definiert. Die Produktprobe testet genau diese Bedingung.

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