Mathematik

Matrizenmultiplikation: Zeile mal Spalte

Matrizenmultiplikation: Zeile mal Spalte
Matrizenmultiplikation: Zeile mal Spalte
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Zwei Matrizen kannst du genau dann in der Reihenfolge $AB$ multiplizieren, wenn die Spaltenzahl von $A$ gleich der Zeilenzahl von $B$ ist. Jeden Eintrag des Produkts berechnest du mit „Zeile der ersten Matrix mal Spalte der zweiten Matrix“.

Auf dieser Seite lernst du, die Dimensionen zu prüfen, ein Produkt vollständig auszurechnen und zu erklären, warum die Reihenfolge der Faktoren wichtig ist. Außerdem wendest du die Multiplikation auf einen Übergangsprozess an.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Erst die Dimensionen prüfen

Eine $m\times n$-Matrix hat $m$ Zeilen und $n$ Spalten. Bei einem Eintrag $a_{ij}$ nennt der erste Index $i$ die Zeile und der zweite Index $j$ die Spalte.

Definition

Matrixprodukt

Für $A\in\mathbb R^{m\times n}$ und $B\in\mathbb R^{n\times p}$ ist das Produkt $AB$ definiert. Es hat $m$ Zeilen und $p$ Spalten, also die Dimension $m\times p$.

Das Dimensionsschema lautet:

$$(m\times n)(n\times p)\longrightarrow(m\times p)$$

Die beiden inneren Dimensionen müssen gleich sein. Die beiden äußeren Dimensionen bestimmen die Größe des Ergebnisses.

Beispiel

Eine $2\times3$-Matrix darf mit einer $3\times4$-Matrix als zweitem Faktor multipliziert werden:

$$(2\times3)(3\times4)\longrightarrow(2\times4)$$

Das Produkt ist definiert und besitzt zwei Zeilen und vier Spalten. In der umgekehrten Reihenfolge wäre $(3\times4)(2\times3)$ nicht definiert, weil innen $4\ne2$ gilt.

Merke

Prüfe zuerst innen, lies danach außen ab. Erst dann rechnest du Einträge aus.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage zu $(4\times2)(2\times5)$ stimmt?
Lösung: Das Produkt ist definiert und hat die Dimension $4\times5$. — Innen stimmen die beiden Zweien überein; außen stehen $4$ und $5$. Daher gilt $(4\times2)(2\times5)\to(4\times5)$.
Jeden Eintrag mit Zeile mal Spalte berechnen

Steht $C=AB$, dann entsteht der Eintrag $c_{ik}$ aus der $i$-ten Zeile von $A$ und der $k$-ten Spalte von $B$. Du multiplizierst jeweils Einträge an derselben Position und addierst die Teilprodukte:

$$c_{ik}=\sum_{j=1}^{n}a_{ij}b_{jk}$$

Die Summe enthält so viele Teilprodukte, wie $A$ Spalten und $B$ Zeilen haben.

Beispiel

Gegeben sind

$$A=\begin{pmatrix}3&2&1\\1&0&2\end{pmatrix},\qquad B=\begin{pmatrix}1&2\\0&1\\4&0\end{pmatrix}.$$

$A$ hat die Dimension $2\times3$, $B$ die Dimension $3\times2$. Also ist $AB$ definiert und eine $2\times2$-Matrix.

Für jeden Ergebnisplatz wählst du die passende Zeile und Spalte:

$$c_{11}=3\cdot1+2\cdot0+1\cdot4=7$$

$$c_{12}=3\cdot2+2\cdot1+1\cdot0=8$$

$$c_{21}=1\cdot1+0\cdot0+2\cdot4=9$$

$$c_{22}=1\cdot2+0\cdot1+2\cdot0=2$$

Damit ist

$$AB=\begin{pmatrix}7&8\\9&2\end{pmatrix}.$$

Der Eintrag $8$ steht beispielsweise in Zeile 1, Spalte 2. Deshalb wurde die erste Zeile von $A$ mit der zweiten Spalte von $B$ verrechnet.

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Frage 1 von 1MittelFür die Matrizen aus dem Beispiel: Welche Rechnung liefert $c_{21}$?
Lösung: $1\cdot1+0\cdot0+2\cdot4=9$ — Beim Eintrag $c_{21}$ brauchst du Zeile 2 von $A$ und Spalte 1 von $B$. Ihr Skalarprodukt ist $1\cdot1+0\cdot0+2\cdot4=9$.
Die Reihenfolge der Faktoren beachten

Bei gewöhnlichen Zahlen gilt $a\cdot b=b\cdot a$. Bei Matrizen gilt das im Allgemeinen nicht: $AB\ne BA$. Man sagt, die Matrizenmultiplikation ist nicht kommutativ.

Schon die Dimensionen können sich unterscheiden. Für $A$ mit $m\times n$ und $B$ mit $n\times m$ hat $AB$ die Dimension $m\times m$, aber $BA$ die Dimension $n\times n$.

Auch bei quadratischen Matrizen können verschiedene Ergebnisse entstehen.

Beispiel

Für

$$P=\begin{pmatrix}0&2\\0&0\end{pmatrix},\qquad Q=\begin{pmatrix}0&0\\2&0\end{pmatrix}$$

gilt

$$PQ=\begin{pmatrix}4&0\\0&0\end{pmatrix},\qquad QP=\begin{pmatrix}0&0\\0&4\end{pmatrix}.$$

Beide Produkte sind definiert, aber nicht gleich. Die Reihenfolge ist deshalb Teil der Aufgabe und darf nicht still vertauscht werden.

Gut zu wissen

Bei drei kompatiblen Matrizen darfst du anders klammern: $A(BC)=(AB)C$. Die Reihenfolge $A,B,C$ bleibt dabei erhalten. Klammern verändern ist nicht dasselbe wie Faktoren vertauschen.

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Frage 1 von 1MittelWas darfst du bei einem definierten Produkt $ABC$ aufgrund der Assoziativität tun?
Lösung: Du darfst zwischen $A(BC)$ und $(AB)C$ wechseln. — Die Assoziativität erlaubt eine andere Klammerung, sofern alle beteiligten Produkte definiert sind. Die Reihenfolge bleibt unverändert.
Übergangsprozesse Schritt für Schritt berechnen

Eine Matrix kann beschreiben, wie sich ein Zustand von einem Schritt zum nächsten verändert. Ein Zustandsvektor sammelt dazu die Anteile oder Mengen der einzelnen Zustände. Gilt $v_{k+1}=Uv_k$, dann wird die Übergangsmatrix $U$ von links mit dem aktuellen Zustandsvektor multipliziert.

Beispiel

Gegeben sind

$$U=\begin{pmatrix}0{,}3&0{,}4\\0{,}7&0{,}6\end{pmatrix},\qquad v_0=\begin{pmatrix}1\\0\end{pmatrix}.$$

Der erste Folgezustand ist

$$v_1=Uv_0=\begin{pmatrix}0{,}3\\0{,}7\end{pmatrix}.$$

Für den zweiten Schritt verwendest du $v_1$ als neuen Ausgangszustand:

$$v_2=Uv_1=\begin{pmatrix}0{,}3\cdot0{,}3+0{,}4\cdot0{,}7\\0{,}7\cdot0{,}3+0{,}6\cdot0{,}7\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}0{,}37\\0{,}63\end{pmatrix}.$$

Ein weiterer Schritt ergibt

$$v_3=Uv_2=\begin{pmatrix}0{,}363\\0{,}637\end{pmatrix}.$$

Weil dreimal dieselbe Matrix wirkt, kannst du auch $v_3=U^3v_0$ schreiben. Dabei bedeutet $U^3=U\cdot U\cdot U$; Matrixpotenzen sind nur für quadratische Matrizen definiert.

Die Komponenten jedes gezeigten Zustandsvektors ergeben zusammen $1$. Das passt hier zur Deutung als vollständige Verteilung: $0{,}37+0{,}63=1$ und $0{,}363+0{,}637=1$.

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Frage 1 von 1SchwerWarum steht in $v_{k+1}=Uv_k$ der aktuelle Zustandsvektor rechts?
Lösung: Weil die Übergangsmatrix $U$ auf den aktuellen Zustand $v_k$ angewendet wird. — Das Produkt $Uv_k$ verbindet jede Zeile von $U$ mit dem Vektor $v_k$. So entsteht der nächste Zustandsvektor. Die Reihenfolge ist durch das Modell festgelegt.
Mit einer festen Strategie Fehler vermeiden

Gehe bei jeder Aufgabe in dieser Reihenfolge vor:

  1. Notiere die Dimensionen beider Faktoren.
  2. Vergleiche die inneren Dimensionen.
  3. Notiere die Ergebnisdimension aus den äußeren Dimensionen.
  4. Berechne jeden Eintrag als Zeile-mal-Spalte-Summe.
  5. Prüfe Platz, Vorzeichen und Plausibilität jedes Ergebniseintrags.

Typische Fehler sind leicht zu unterscheiden:

  • Falsche Dimensionsprüfung: Es werden die äußeren statt der inneren Zahlen verglichen.
  • Komponentenweise Multiplikation: Einträge an denselben Plätzen werden nur miteinander multipliziert. Das ist ein anderes Produkt und nicht die hier erklärte Matrizenmultiplikation.
  • Spalte mal Spalte: Für $c_{ik}$ brauchst du eine Zeile aus der ersten und eine Spalte aus der zweiten Matrix.
  • Vertauschte Faktoren: Aus $AB$ wird ohne Begründung $BA$.
  • Zu wenige Teilprodukte: Jedes Skalarprodukt enthält genau so viele Teilprodukte wie die gemeinsame innere Dimension angibt.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Beim Produkt $(2\times3)(3\times4)$ vergleichst du die Dimensionen. Sie sind beide . Das Ergebnis übernimmt die Dimensionen und hat daher die Größe . Einen Eintrag berechnest du als .

Lösungen: Lücke 1: inneren; Lücke 2: 3; Lücke 3: äußeren; Lücke 4: 2 mal 4; Lücke 5: Zeile mal Spalte. Prüfe zuerst innen: $3=3$. Danach liest du außen $2\times4$ ab. Für jeden Eintrag verbindest du eine Zeile des ersten Faktors mit einer Spalte des zweiten.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Matrizenmultiplikation
    • Dimensionen prüfen
      • innen gleich
      • außen bestimmt Ergebnis
    • Einträge berechnen
      • Zeile aus erster Matrix
      • Spalte aus zweiter Matrix
      • Teilprodukte addieren
    • Reihenfolge beachten
      • im Allgemeinen $AB\ne BA$
      • Klammerung darf wechseln
    • Prozesse anwenden
      • Folgezustand $v_{k+1}=Uv_k$
      • mehrere Schritte mit $U^n$
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Bedingung entscheidet, ob $(m\times n)(r\times p)$ definiert ist?
Lösung: Es muss $n=r$ gelten. — Die Spaltenzahl $n$ der ersten Matrix muss zur Zeilenzahl $r$ der zweiten passen.
Frage 2 von 3MittelGegeben sind eine $2\times3$-Matrix $A$ und eine $3\times1$-Matrix $x$. Welche Dimension hat $Ax$?
Lösung: $2\times1$ — Innen gilt $3=3$. Die äußeren Dimensionen ergeben $2\times1$, also einen Vektor mit zwei Einträgen.
Frage 3 von 3SchwerEine Person behauptet: „Wenn $AB$ definiert ist, ist auch $BA$ definiert und gleich $AB$.“ Welche Antwort ist richtig?
Lösung: Die Behauptung ist falsch: $BA$ kann undefiniert sein oder ein anderes Ergebnis liefern. — Für jedes Produkt muss die Dimensionsbedingung getrennt geprüft werden. Selbst wenn beide Reihenfolgen definiert sind, gilt im Allgemeinen $AB\ne BA$.

Du bist sicher, wenn du vor jeder Rechnung die Dimensionen prüfst, den Zielplatz $c_{ik}$ festlegst und genau die zugehörige Zeile mit der zugehörigen Spalte verrechnest.

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