Mathematik

Kreiszahl Pi einfach erklärt: Bedeutung und Formeln

Kreiszahl Pi einfach erklärt: Bedeutung und Formeln
Kreiszahl Pi einfach erklärt: Bedeutung und Formeln
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Die Kreiszahl $\pi$ beschreibt bei jedem euklidischen Kreis dasselbe Verhältnis: Der Umfang ist $\pi$-mal so groß wie der Durchmesser. Näherungsweise gilt $\pi \approx 3{,}14$.

Auf dieser Seite entdeckst du diese Beziehung durch Messen, verwendest $\pi$ in Kreisformeln und ordnest wichtige Eigenschaften der Zahl ein.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was π bedeutet

Nimm einen beliebigen Kreis. Teile seinen Umfang $U$ durch seinen Durchmesser $d$. Du erhältst immer dieselbe Zahl: $\pi$.

Definition

Kreiszahl Pi

Die Kreiszahl $\pi$ ist das Verhältnis des Kreisumfangs $U$ zum Durchmesser $d$:

$$\pi = \frac{U}{d}$$

Sie hat keine Einheit, weil beim Teilen gleiche Einheiten gekürzt werden, zum Beispiel $\mathrm{cm}/\mathrm{cm}$.

Ein größerer Kreis hat zwar einen größeren Umfang. Sein Durchmesser wächst aber im gleichen Verhältnis. Deshalb bleibt der Quotient $U/d$ unverändert.

Merke

$\pi$ ist nicht einfach „der Umfang eines Kreises“. Die Zahl beschreibt das feste Verhältnis von Umfang und Durchmesser.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelcher Quotient ergibt bei einem euklidischen Kreis die Zahl $\pi$?
Lösung: Umfang geteilt durch Durchmesser — Die Definition lautet $\pi = U/d$. Da $d=2r$ gilt, wäre $U/r=2\pi$.
Wie du π durch Messen näherst

Du kannst $\pi$ mit einem runden Gegenstand experimentell untersuchen:

  1. Miss den Durchmesser durch den Mittelpunkt.
  2. Lege einen Faden genau einmal um den Rand und miss seine Länge als Umfang.
  3. Berechne $U/d$.
  4. Wiederhole den Versuch mit unterschiedlich großen Gegenständen.

Bei sorgfältigen Messungen liegen die Ergebnisse ungefähr bei $3{,}14$. Kleine Abweichungen entstehen etwa durch einen schief angelegten Faden, eine ungenaue Mittelpunktbestimmung oder begrenzte Messgenauigkeit.

Beispiel

Ein gezeichneter Kreis hat den Durchmesser $d=1\,\mathrm{cm}$. Für seinen Umfang werden ungefähr $3{,}14\,\mathrm{cm}$ gemessen.

$$\frac{U}{d} \approx \frac{3{,}14\,\mathrm{cm}}{1\,\mathrm{cm}} = 3{,}14$$

Die Einheiten kürzen sich. Das Ergebnis ist eine Näherung für $\pi$.

Gut zu wissen

Der Messversuch veranschaulicht die Beziehung, beweist sie aber nicht allgemein. Zeichnung und Messwerkzeuge sind nie vollkommen genau.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelDu erhältst bei drei runden Gegenständen leicht unterschiedliche Werte für $U/d$. Was ist die beste Erklärung?
Lösung: Messungen sind ungenau; die Werte nähern sich derselben Zahl $\pi$. — Bei euklidischen Kreisen ist $U/d$ konstant. Unterschiedliche Versuchswerte entstehen durch Messfehler.
Wie π in Kreisformeln arbeitet

Aus $\pi=U/d$ folgt durch Multiplikation mit $d$ die Umfangsformel:

$$U=\pi d$$

Weil der Durchmesser doppelt so groß wie der Radius ist, also $d=2r$, gilt auch:

$$U=2\pi r$$

Für den Flächeninhalt $A$ eines Kreises gilt:

$$A=\pi r^2$$

Daraus folgt zugleich $\pi=A/r^2$. Das Verhältnis von Kreisfläche zu quadriertem Radius ist also ebenfalls konstant.

Beispiel

Ein Kreis hat den Radius $r=5\,\mathrm{cm}$. Damit ist sein Durchmesser $d=10\,\mathrm{cm}$.

Für den Umfang verwendest du $U=\pi d$:

$$U=\pi\cdot10\,\mathrm{cm}\approx31{,}4\,\mathrm{cm}$$

Die Einheit bleibt Zentimeter, weil ein Umfang eine Länge ist.

Für den Flächeninhalt verwendest du $A=\pi r^2$. Zuerst quadrierst du den Radius:

$$A=\pi\cdot(5\,\mathrm{cm})^2=25\pi\,\mathrm{cm}^2\approx78{,}5\,\mathrm{cm}^2$$

Die Einheit ist Quadratzentimeter, weil ein Flächeninhalt gesucht ist.

Pi im Bogenmaß

Im Bogenmaß werden Winkel durch Bogenlängen beschrieben. Ein Vollkreis entspricht $2\pi$ Radiant:

$$360^\circ=2\pi\,\mathrm{rad}$$

Daher gelten auch $180^\circ=\pi\,\mathrm{rad}$ und $45^\circ=\frac{\pi}{4}\,\mathrm{rad}\approx0{,}79\,\mathrm{rad}$.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Für den Kreisumfang gilt $U=$. Der Durchmesser ist so groß wie der Radius. Der Flächeninhalt wird mit $A=$ berechnet. Ein Vollkreis besitzt im Bogenmaß Radiant.

Lösungen: Lücke 1: \pi d; Lücke 2: doppelt; Lücke 3: \pi r^2; Lücke 4: 2\pi. Achte zuerst darauf, welche Größe gesucht ist: Ein Umfang ist eine Länge, eine Fläche enthält den quadrierten Radius, und ein Vollwinkel entspricht $2\pi$ Radiant.
Welche Zahleneigenschaften π hat

Die Dezimaldarstellung beginnt so:

$$\pi=3{,}141592653589793\ldots$$

Die Punkte bedeuten nicht, dass die Zahl unbekannt wäre. Sie zeigen, dass ihre Dezimaldarstellung unendlich weitergeht.

Definition

Irrationale Zahl

Eine irrationale Zahl lässt sich nicht als Bruch zweier ganzer Zahlen schreiben. Ihre Dezimaldarstellung endet nicht und wird nicht periodisch. $\pi$ ist irrational.

Deshalb ist $3{,}14$ nicht gleich $\pi$, sondern nur ein Näherungswert. Auch $22/7=3{,}142857\ldots$ ist lediglich eine Näherung.

Definition

Transzendente Zahl

Eine transzendente Zahl ist keine Nullstelle eines von null verschiedenen Polynoms mit rationalen Koeffizienten. $\pi$ ist transzendent und damit auch irrational.

Nicht jede irrationale Zahl ist transzendent. Zum Beispiel ist $\sqrt{2}$ irrational, erfüllt aber $x^2-2=0$ und ist deshalb algebraisch.

Die Transzendenz von $\pi$ erklärt außerdem, warum die exakte Quadratur des Kreises allein mit Zirkel und Lineal unmöglich ist. Sehr genaue Näherungskonstruktionen bleiben dennoch möglich.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Aussage über $\pi$ ist richtig?
Lösung: $\pi$ besitzt unendlich viele nichtperiodische Nachkommastellen. — $3{,}14$ ist eine praktische Näherung. Der exakte Wert von $\pi$ hat eine unendliche, nichtperiodische Dezimaldarstellung.
Frage 2 von 2SchwerWelche Folgerung ist fachlich korrekt?
Lösung: Transzendenz ist eine stärkere Eigenschaft als Irrationalität. — Transzendente Zahlen sind irrational. Umgekehrt können irrationale Zahlen algebraisch sein. Außerdem besitzen auch rationale Zahlen wie $1/3$ eine unendliche, aber periodische Dezimaldarstellung.
Wie Näherungen genauer werden

Schon lange vor modernen Computern suchten Menschen gute Näherungen für $\pi$. Archimedes verglich um 250 v. Chr. den Kreis mit regelmäßigen Vielecken.

Ein Vieleck innerhalb des Kreises hat einen kleineren Umfang als der Kreis. Ein Vieleck außerhalb des Kreises hat einen größeren Umfang. Dadurch entstehen eine Unter- und eine Obergrenze für $\pi$.

Beispiel

Archimedes erhöhte die Seitenzahl bis zu Vielecken mit 96 Seiten. Seine Schranken lassen sich so angeben:

$$\frac{223}{71}<\pi<\frac{22}{7}$$

Je mehr Seiten die Vielecke besitzen, desto enger können sie den Kreis einschließen und desto genauer wird die Näherung.

Heute gibt es schnell konvergierende Reihen und Algorithmen, mit denen sehr viele Stellen berechnet werden. Trotzdem ist nicht bewiesen, dass in der Dezimaldarstellung alle Ziffernfolgen mit den erwarteten Häufigkeiten vorkommen. Berechnete Stellen und statistische Tests ersetzen dafür keinen Beweis.

Merke

Eine genauere Näherung liefert mehr verlässliche Stellen. Sie wird dadurch aber nie zum endlichen exakten Dezimalwert von $\pi$.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerWarum liefern Vielecke mit mehr Seiten in Archimedes’ Verfahren gewöhnlich engere Schranken?
Lösung: Ihre Ränder passen sich dem Kreisrand genauer an. — Innere und äußere Vielecke begrenzen den Kreisumfang. Mit wachsender Seitenzahl liegen ihre Umfänge näher am Kreisumfang.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Kreiszahl $\pi$
    • Bedeutung: Verhältnis $U/d$
    • Näherung: $3{,}14$
    • Kreisumfang: $U=\pi d=2\pi r$
    • Kreisfläche: $A=\pi r^2$
    • Zahleneigenschaften: irrational und transzendent
    • Bogenmaß: Vollkreis entspricht $2\pi$ Radiant
    • Annäherung: Messungen, Vielecke und Algorithmen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage beschreibt $\pi$ am besten?
Lösung: $\pi$ ist das konstante Verhältnis von Kreisumfang und Durchmesser. — Für jeden euklidischen Kreis gilt $\pi=U/d$.
Frage 2 von 4MittelEin Kreis hat den Durchmesser $d=10\,\mathrm{cm}$. Welcher Ansatz berechnet seinen Umfang?
Lösung: $U=\pi\cdot10\,\mathrm{cm}$ — Setze den gegebenen Durchmesser in $U=\pi d$ ein. Das Ergebnis ist näherungsweise $31{,}4\,\mathrm{cm}$.
Frage 3 von 4MittelEin Kreis hat den Radius $r=4\,\mathrm{cm}$. Wie groß ist sein Flächeninhalt näherungsweise?
Lösung: $A\approx50{,}3\,\mathrm{cm}^2$ — Mit $A=\pi r^2$ erhältst du $A=\pi\cdot(4\,\mathrm{cm})^2=16\pi\,\mathrm{cm}^2\approx50{,}3\,\mathrm{cm}^2$. Eine Fläche hat eine quadratische Einheit.
Frage 4 von 4SchwerBei einer Messung erhältst du $U/d=3{,}18$. Was darfst du daraus schließen?
Lösung: Der Versuch liefert wegen Messungenauigkeiten nur eine Näherung für $\pi$. — Ein einzelner Messwert kann vom mathematischen Wert abweichen. Prüfe Durchmesser, Fadenführung und Ablesegenauigkeit, bevor du erneut misst.

Du hast das Ziel erreicht, wenn du $\pi$ als Verhältnis erklären, zwischen exaktem Wert und Näherung unterscheiden und die passende Kreisformel begründet auswählen kannst.

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