Mathematik

Polygon (Vieleck): Eigenschaften und Formeln

Polygon (Vieleck): Eigenschaften und Formeln
Polygon (Vieleck): Eigenschaften und Formeln
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Polygone erkennen, einordnen und berechnen

Ein Polygon, auch Vieleck, ist eine ebene, geschlossene Figur aus geraden Strecken. Es besitzt gleich viele Seiten wie Ecken. Dreiecke, Vierecke und Fünfecke sind also Polygone.

Auf dieser Seite lernst du, Polygone zu erkennen und zu benennen. Außerdem unterscheidest du wichtige Polygonarten und berechnest Winkel, Diagonalen, Umfang und Flächeninhalt.

Deine Lernziele

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Polygone erkennen und benennen

Stell dir vor, du zeichnest mehrere gerade Strecken hintereinander. Endet die letzte Strecke wieder am Anfangspunkt, entsteht ein geschlossener Streckenzug.

Definition

Polygon

Ein Polygon ist eine ebene, geschlossene Figur, deren Rand nur aus geraden Strecken besteht. Die Strecken heißen Seiten, ihre Endpunkte Ecken. Ein Polygon hat mindestens drei Seiten und drei Ecken.

Eine geschlossene Figur mit einer gebogenen Randlinie ist kein Polygon. Auch ein nur teilweise gezeichneter Streckenzug ist kein Polygon, weil er nicht geschlossen ist.

Polygone werden nach der Zahl ihrer Seiten und Ecken benannt:

Seiten und EckenName
3Dreieck
4Viereck
5Fünfeck
6Sechseck
7Siebeneck
8Achteck
$n$$n$-Eck
Merke

Bei jedem Polygon gilt: Anzahl der Seiten = Anzahl der Ecken.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Beschreibung kennzeichnet sicher ein Polygon?
Lösung: Eine ebene, geschlossene Figur, deren Rand nur aus geraden Strecken besteht — Ein Polygon muss gleichzeitig eben, geschlossen und geradlinig begrenzt sein.
Frage 2 von 2MittelEine Figur besitzt sieben Seiten. Wie viele Ecken hat sie und wie heißt sie?
Lösung: Sie hat sieben Ecken und heißt Siebeneck. — Sieben Seiten treffen sich an sieben Ecken. Deshalb handelt es sich um ein Siebeneck.
Polygone sicher einordnen

Nicht jedes Polygon sieht gleich aus. Für die Einordnung prüfst du Seitenlängen, Winkel und mögliche Schnittpunkte der Seiten.

Definition

Regelmäßiges Polygon

Ein Polygon ist regelmäßig, wenn alle Seiten gleich lang und alle Innenwinkel gleich groß sind. Fehlt mindestens eine dieser Bedingungen, ist es unregelmäßig.

Gleich lange Seiten allein reichen also nicht aus. Ebenso machen gleich große Winkel allein ein Polygon noch nicht regelmäßig.

Gut zu wissen

Regelmäßige Polygone mit derselben Seitenzahl können verschieden groß sein. Sie haben dann dieselbe Form, müssen aber nicht dieselbe Seitenlänge oder Fläche besitzen.

Bei einem einfachen Polygon treffen sich die Seiten nur an ihren gemeinsamen Eckpunkten. Schneiden sich zwei Seiten zusätzlich, ist das Polygon überschlagen.

Einfache Polygone lassen sich weiter unterscheiden:

  • Konvex: Alle Innenwinkel sind kleiner als $180^\circ$. Jede Diagonale verläuft innerhalb der Figur oder auf ihrem Rand.
  • Konkav: Mindestens ein Innenwinkel ist größer als $180^\circ$. Mindestens eine Diagonale verläuft teilweise außerhalb der Figur.
Beispiel

Besitzt ein einfaches Fünfeck einen Innenwinkel von $220^\circ$, ist es konkav. Ein einziger Innenwinkel über $180^\circ$ genügt für diese Entscheidung.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWann ist ein Polygon regelmäßig?
Lösung: Alle Seiten sind gleich lang und alle Innenwinkel gleich groß. — Regelmäßigkeit verlangt zwei Bedingungen zugleich: gleich lange Seiten und gleich große Innenwinkel.
Frage 2 von 2MittelBei einem einfachen Polygon liegt eine Diagonale teilweise außerhalb der Figur. Was folgt daraus?
Lösung: Das Polygon ist konkav. — Bei einem konkaven Polygon liegt mindestens eine Diagonale teilweise außerhalb. Überschlagen wäre es erst, wenn sich Seiten außerhalb gemeinsamer Ecken schneiden.
Innenwinkel berechnen

Wie hängt die Innenwinkelsumme von der Eckenzahl ab? Bei einem konvexen $n$-Eck kannst du von einer Ecke aus Diagonalen zu allen nicht benachbarten Ecken ziehen. Dadurch entstehen genau $n-2$ Dreiecke.

Jedes Dreieck hat die Winkelsumme $180^\circ$. Deshalb gilt für ein einfaches, nicht überschlagenes $n$-Eck:

$$S_n=(n-2)\cdot180^\circ$$

Dabei bezeichnet $S_n$ die Summe aller Innenwinkel.

Beispiel

Ein Fünfeck zerfällt in $5-2=3$ Dreiecke. Daher beträgt seine Innenwinkelsumme

$$S_5=3\cdot180^\circ=540^\circ.$$

Das gilt für regelmäßige und unregelmäßige einfache Fünfecke.

Bei einem regelmäßigen Polygon sind alle Innenwinkel gleich groß. Du teilst deshalb die Winkelsumme durch die Zahl $n$ der Winkel:

$$\alpha=\frac{(n-2)\cdot180^\circ}{n}.$$

Der zugehörige Außenwinkel beträgt

$$\alpha'=\frac{360^\circ}{n}.$$

Innenwinkel und Außenwinkel ergänzen sich zu $180^\circ$.

Beispiel

Für ein regelmäßiges Achteck gilt:

  1. Innenwinkelsumme: $S_8=(8-2)\cdot180^\circ=1080^\circ$.
  2. Ein Innenwinkel: $\alpha=1080^\circ:8=135^\circ$.
  3. Ein Außenwinkel: $\alpha'=360^\circ:8=45^\circ$.

Die Kontrolle passt: $135^\circ+45^\circ=180^\circ$.

Merke

Erst berechnest du die gesamte Innenwinkelsumme. Nur bei einem regelmäßigen Polygon darfst du sie durch $n$ teilen, um einen einzelnen Innenwinkel zu erhalten.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWie groß ist die Innenwinkelsumme eines Zehnecks?
Lösung: $1440^\circ$ — Es gilt $S_{10}=(10-2)\cdot180^\circ=8\cdot180^\circ=1440^\circ$.
Diagonalen, Umfang und Fläche bestimmen

Eine Diagonale verbindet zwei nicht benachbarte Ecken. Von jeder Ecke eines $n$-Ecks führen $n-3$ Diagonalen weg: Die Ecke selbst und ihre beiden Nachbarecken scheiden als Ziele aus.

Damit werden zunächst $n(n-3)$ Verbindungen gezählt. Jede Diagonale erscheint dabei zweimal, nämlich von beiden Endpunkten aus. Deshalb musst du durch $2$ teilen:

$$d_n=\frac{n(n-3)}{2}.$$

Beispiel

Ein Siebeneck besitzt

$$d_7=\frac{7(7-3)}{2}=\frac{28}{2}=14$$

Diagonalen.

Der Umfang ist die Summe aller Seitenlängen. Bei einem regelmäßigen $n$-Eck mit Seitenlänge $a$ gilt besonders einfach:

$$U=n\cdot a.$$

Für den Flächeninhalt eines allgemeinen Polygons gibt es nicht immer eine einzige passende Grundformel. Häufig zerlegst du es in bekannte Figuren oder ergänzt es zu einer größeren Figur.

Beispiel

Ein Polygon füllt ein Rechteck mit den Seitenlängen $6\,\text{cm}$ und $4\,\text{cm}$ bis auf ein ausgeschnittenes rechtwinkliges Dreieck aus. Das Dreieck hat Grundseite $2\,\text{cm}$ und Höhe $2\,\text{cm}$.

  1. Rechteckfläche: $6\,\text{cm}\cdot4\,\text{cm}=24\,\text{cm}^2$.
  2. Dreiecksfläche: $\frac12\cdot2\,\text{cm}\cdot2\,\text{cm}=2\,\text{cm}^2$.
  3. Polygonfläche: $24\,\text{cm}^2-2\,\text{cm}^2=22\,\text{cm}^2$.

Die Einheit $\text{cm}^2$ zeigt, dass eine Fläche und keine Länge berechnet wurde.

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Frage 1 von 2LeichtWarum steht in der Diagonalenformel der Faktor $\frac12$?
Lösung: Weil jede Diagonale von ihren beiden Endpunkten aus gezählt wird. — Bei $n(n-3)$ wird jede Diagonale einmal von jedem ihrer beiden Endpunkte aus erfasst. Die Division durch $2$ entfernt diese Doppelzählung.
Frage 2 von 2MittelWelche Methode eignet sich für ein unregelmäßiges Polygon ohne besondere Flächenformel?
Lösung: Es in bekannte Teilfiguren zerlegen oder zu einer bekannten Figur ergänzen — Zerlegung führt die unbekannte Fläche auf bekannte Flächenformeln zurück. Ergänzung funktioniert entsprechend durch Subtraktion der äußeren Teilflächen.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Polygon
    • Aufbau: geschlossen, eben und aus geraden Seiten
    • Benennung: $n$ Seiten und $n$ Ecken ergeben ein $n$-Eck
    • Form: konvex, konkav oder überschlagen
    • Regelmäßigkeit: gleiche Seiten und gleiche Innenwinkel
    • Winkel: $n-2$ Dreiecke liefern die Innenwinkelsumme
    • Diagonalen: Eckpunktverbindungen werden ohne Doppelzählung erfasst
    • Größen: Umfang durch Addieren, Fläche durch Zerlegen oder Ergänzen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Formel liefert die Innenwinkelsumme eines einfachen $n$-Ecks?
Lösung: $S_n=(n-2)\cdot180^\circ$ — Eine Dreieckszerlegung erzeugt $n-2$ Dreiecke. Ihre Winkelsummen addieren sich zu $(n-2)\cdot180^\circ$.
Frage 2 von 3MittelWie groß ist ein Innenwinkel eines regelmäßigen Sechsecks?
Lösung: $120^\circ$ — Zuerst gilt $S_6=(6-2)\cdot180^\circ=720^\circ$. Wegen der Regelmäßigkeit sind alle sechs Winkel gleich: $720^\circ:6=120^\circ$.
Frage 3 von 3SchwerEin einfaches Neuneck ist nicht regelmäßig. Welche Angaben kannst du trotzdem sicher berechnen?
Lösung: Innenwinkelsumme $1260^\circ$ und Diagonalenanzahl $27$ — Regelmäßigkeit ist für beide Rechnungen nicht nötig: $S_9=(9-2)\cdot180^\circ=1260^\circ$ und $d_9=9(9-3):2=27$. Einzelne Innenwinkel lassen sich ohne weitere Angaben dagegen nicht bestimmen.

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