Mathematik

Trigonometrische Funktionen: Sinus, Kosinus, Tangens

Trigonometrische Funktionen: Sinus, Kosinus, Tangens
Trigonometrische Funktionen: Sinus, Kosinus, Tangens
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Trigonometrische Funktionen ordnen einem Winkel eine Zahl zu. Sinus, Kosinus und Tangens verbinden Winkel mit Seitenverhältnissen, beschreiben aber auch periodische Vorgänge wie Schwingungen.

Auf dieser Seite lernst du, die drei Funktionen am Dreieck und Einheitskreis zu unterscheiden, ihre Graphen zu untersuchen und eine veränderte Sinusfunktion zu lesen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welches Seitenverhältnis passt im Dreieck?

In einem rechtwinkligen Dreieck hängen Gegenkathete und Ankathete davon ab, welchen spitzen Winkel du betrachtest. Die Hypotenuse liegt immer gegenüber dem rechten Winkel und ist die längste Seite.

Definition

Sinus, Kosinus und Tangens

Für einen spitzen Winkel $\alpha$ gilt:

  • $\sin(\alpha)=(Gegenkathete)/(Hypotenuse)$
  • $\cos(\alpha)=(Ankathete)/(Hypotenuse)$
  • $\tan(\alpha)=(Gegenkathete)/(Ankathete)$

Die Seitenverhältnisse hängen nur vom Winkel ab. Vergrößerst du ein Dreieck maßstäblich, werden alle Seiten mit demselben Faktor multipliziert. Dieser Faktor kürzt sich im Verhältnis heraus.

So wählst du die Funktion:

  1. Markiere den betrachteten Winkel.
  2. Benenne Gegenkathete, Ankathete und Hypotenuse relativ zu diesem Winkel.
  3. Suche das Verhältnis, das die bekannten und gesuchten Seiten enthält.
Beispiel

Die Gegenkathete zu $\alpha$ ist $3\,cm$ lang, die Hypotenuse $5\,cm$.

Gesucht ist der Sinuswert. Sinus verbindet Gegenkathete und Hypotenuse:

$$\sin(\alpha)=\frac{3\,cm}{5\,cm}=\frac35=0{,}6$$

Die Einheiten kürzen sich. Ein Funktionswert wie $0{,}6$ ist deshalb eine Zahl ohne Einheit.

Merke

Sinus, Kosinus und Tangens beziehen sich immer auf einen bestimmten Winkel. Wechselst du den Winkel, können Gegenkathete und Ankathete ihre Rollen tauschen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Seite liegt immer gegenüber dem rechten Winkel?
Lösung: Die Hypotenuse — Die Hypotenuse ist unabhängig vom betrachteten spitzen Winkel die Seite gegenüber dem rechten Winkel.
Frage 2 von 2MittelDu kennst Gegenkathete und Ankathete. Welche Funktion verbindet genau diese beiden Seiten?
Lösung: Tangens — Es gilt $\tan(\alpha)=(Gegenkathete)/(Ankathete)$.
Wie entstehen die Funktionen am Einheitskreis?

Das Dreieck erklärt zunächst nur Winkel zwischen $0°$ und $90°$. Der Einheitskreis erweitert die Winkelfunktionen auf beliebige reelle Winkel.

Definition

Einheitskreis

Der Einheitskreis hat seinen Mittelpunkt im Ursprung und den Radius $1$. Ein Winkel $x$ legt einen Punkt auf dem Kreis fest:

  • Die waagerechte Koordinate des Punktes ist $\cos(x)$.
  • Die senkrechte Koordinate ist $\sin(x)$.
  • Die Steigung der Verbindung vom Ursprung zum Punkt ist $\tan(x)$, sofern die waagerechte Koordinate nicht null ist.

Weil die Koordinaten eines Punktes auf dem Einheitskreis nie kleiner als $-1$ oder größer als $1$ werden, liegen Sinus und Kosinus stets im Wertebereich $[-1;1]$.

Für Funktionsgraphen wird meist das Bogenmaß verwendet:

  • eine volle Umdrehung: $360°=2\pi$
  • eine halbe Umdrehung: $180°=\pi$
  • eine Vierteldrehung: $90°=\pi/2$

Nach einer vollen Umdrehung erreicht der Kreispunkt dieselbe Lage. Deshalb wiederholen sich Sinus und Kosinus nach $2\pi$.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Koordinate des Einheitskreispunktes entspricht dem Sinus?
Lösung: Die senkrechte Koordinate — Der Radius ist immer $1$. Der Sinus ist die senkrechte, der Kosinus die waagerechte Koordinate.
Frage 2 von 2MittelWarum können Sinus und Kosinus keine Werte wie $1{,}4$ annehmen?
Lösung: Ihre Werte sind Koordinaten auf einem Kreis mit Radius 1. — Die Koordinaten eines Punktes auf dem Einheitskreis liegen zwischen $-1$ und $1$.
Woran erkennst du die drei Grundgraphen?

Eine Funktion ist periodisch, wenn sich ihre Funktionswerte nach einem festen Abstand wiederholen. Dieser kleinste positive Wiederholungsabstand heißt Periode.

Sinus

  • Definitionsbereich: alle reellen Zahlen
  • Wertebereich: $[-1;1]$
  • Periode: $2\pi$
  • Nullstellen im Abstand $\pi$
  • punktsymmetrisch zum Ursprung
  • Amplitude: $1$

Kosinus

  • Definitionsbereich: alle reellen Zahlen
  • Wertebereich: $[-1;1]$
  • Periode: $2\pi$
  • Nullstellen im Abstand $\pi$
  • achsensymmetrisch zur $y$-Achse
  • Amplitude: $1$

Sinus und Kosinus haben dieselbe Form. Der Kosinusgraph entsteht aus dem Sinusgraphen durch eine Verschiebung um $\pi/2$ nach links.

Tangens

Für den Tangens gilt:

$$\tan(x)=\frac{\sin(x)}{\cos(x)}$$

Daraus folgen seine wichtigsten Eigenschaften:

  • Wertebereich: alle reellen Zahlen
  • Periode: $\pi$
  • punktsymmetrisch zum Ursprung
  • Nullstellen dort, wo $\sin(x)=0$
  • Definitionslücken dort, wo $\cos(x)=0$
  • keine Amplitude, weil der Tangens unbeschränkt ist

An einer Definitionslücke wäre der Nenner null. Der Graph nähert sich dort einer senkrechten Asymptote, erreicht sie aber nicht. Zwischen zwei benachbarten Definitionslücken steigt der Tangens streng an.

Gut zu wissen

„Nicht definiert“ ist nicht dasselbe wie „gleich null“. An einer Tangens-Definitionslücke existiert kein Funktionswert.

Um einen Grundgraphen zu zeichnen, wählst du passende $x$-Werte, berechnest die Wertepaare, trägst sie ein und setzt das Muster periodisch fort. Beim Tangens lässt du Definitionslücken frei und zeichnest dort senkrechte Asymptoten.

Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelcher Grundgraph besitzt die Periode $\pi$?
Lösung: Der Tangensgraph — Beim Tangens wiederholt sich jeder Kurvenast nach $\pi$.
Frage 2 von 3MittelAn welcher Art von Stelle ist der Tangens nicht definiert?
Lösung: An einer Nullstelle des Kosinus — In $\tan(x)=\sin(x)/\cos(x)$ darf der Nenner nicht null sein.
Frage 3 von 3SchwerEin Graph ist zur $y$-Achse symmetrisch und bleibt zwischen $-1$ und $1$. Welche Grundfunktion passt?
Lösung: Kosinus — Der Kosinus ist gerade und daher achsensymmetrisch zur $y$-Achse.
Wie verändern Parameter eine Sinuskurve?

Periodische Vorgänge lassen sich häufig mit

$$f(x)=a\cdot \sin(b(x-c))+d$$

modellieren. Die Parameter haben unterschiedliche Aufgaben:

  • $|a|$ ist die Amplitude, also der größte Abstand von der Mittellinie. Ein negatives $a$ spiegelt die Kurve zusätzlich.
  • $b$ bestimmt die Periode $T=2\pi/|b|$, sofern $b\ne0$.
  • $c$ verschiebt den Graphen waagerecht; bei dieser Schreibweise bedeutet ein positives $c$ eine Verschiebung nach rechts.
  • $d$ verschiebt die Mittellinie auf $y=d$.
Beispiel

Untersuche $f(x)=2\cdot \sin(2x)-1$.

  1. $a=2$: Die Amplitude beträgt $2$.
  2. $b=2$: Die Periode ist $T=2\pi/2=\pi$.
  3. $c=0$: Es gibt keine waagerechte Verschiebung.
  4. $d=-1$: Die Mittellinie ist $y=-1$.
  5. Von der Mittellinie geht die Kurve höchstens $2$ nach oben oder unten. Der Wertebereich ist daher $[-3;1]$.

Der Graph schwingt also schneller als die Grundfunktion, doppelt so weit um seine Mittellinie und insgesamt um eine Einheit nach unten versetzt.

Merke

Amplitude und Mittellinie sind verschieden: Die Amplitude misst den Abstand zur Mittellinie, nicht den Abstand zur $x$-Achse.

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Frage 1 von 2MittelWelche Periode hat $g(x)=\sin(6x)$?
Lösung: $\pi/3$ — Mit $T=2\pi/|b|$ folgt $T=2\pi/6=\pi/3$.
Frage 2 von 2SchwerEine Sinuskurve schwankt zwischen $-4$ und $2$. Welche Mittellinie und Amplitude hat sie?
Lösung: Mittellinie $y=-1$, Amplitude $3$ — Der Mittelwert von $-4$ und $2$ ist $-1$. Von dort sind es jeweils $3$ Einheiten zu den Randwerten.
Wie erhältst du aus einem Wert wieder einen Winkel?

Die Arcusfunktionen kehren eine Winkelfunktion auf einem festgelegten Winkelbereich um:

  • Arcussinus gehört zum Sinus.
  • Arcuskosinus gehört zum Kosinus.
  • Arcustangens gehört zum Tangens.

Ein Taschenrechner schreibt dafür oft $\sin^{-1}$, $\cos^{-1}$ oder $\tan^{-1}$. Das hochgestellte $-1$ bezeichnet hier die Umkehrfunktion und nicht den Kehrwert.

Trigonometrische Funktionen sind periodisch. Daher können verschiedene Winkel denselben Funktionswert besitzen. Eine Arcusfunktion liefert nur deshalb ein eindeutiges Ergebnis, weil die ursprüngliche Winkelfunktion auf einen geeigneten Winkelbereich eingeschränkt wird.

Beispiel

Aus $\sin(\alpha)=0{,}6$ kann eine Arcusfunktion einen passenden Winkel im festgelegten Ausgabebereich bestimmen. In einer konkreten geometrischen Aufgabe musst du danach prüfen, ob dieser Winkel zum Dreieck, zum Quadranten und zu den übrigen Angaben passt.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWarum wird die ursprüngliche Winkelfunktion vor der Umkehrung auf einen Winkelbereich eingeschränkt?
Lösung: Weil eine periodische Winkelfunktion denselben Wert bei mehreren Winkeln annimmt. — Erst die Einschränkung auf einen geeigneten Winkelbereich macht die Umkehrung eindeutig.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Trigonometrische Funktionen
    • Rechtwinkliges Dreieck: Seitenverhältnisse
    • Einheitskreis: Koordinaten und beliebige Winkel
    • Sinus und Kosinus: Werte von -1 bis 1, Periode 2π
    • Tangens: Quotient aus Sinus und Kosinus, Periode π
    • Parameter: Amplitude, Periode und Verschiebungen
    • Arcusfunktionen: Winkel aus Funktionswerten

Sinus, Kosinus und Tangens verbinden die Geometrie des Dreiecks mit periodischen Funktionen. Der Einheitskreis erklärt ihre Werte, Vorzeichen und Wiederholungen. Bei veränderten Sinuskurven helfen Amplitude, Periode, Verschiebung und Mittellinie, den Graphen systematisch zu lesen.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 5LeichtWelche Aussage über die Grundfunktionen stimmt?
Lösung: Sinus und Kosinus haben den Wertebereich $[-1;1]$. — Sinus und Kosinus sind beschränkt. Der Kosinus ist zur $y$-Achse symmetrisch.
Frage 2 von 5MittelIn einem rechtwinkligen Dreieck kennst du die Ankathete und die Hypotenuse zu $\alpha$. Welche Beziehung verwendest du?
Lösung: $\cos(\alpha)=(Ankathete)/(Hypotenuse)$ — Der Kosinus verbindet Ankathete und Hypotenuse.
Frage 3 von 5MittelWas folgt für den Tangens an einer Stelle mit $\cos(x)=0$?
Lösung: Der Tangens ist dort nicht definiert. — Wegen $\tan(x)=\sin(x)/\cos(x)$ würde eine Division durch null entstehen.
Frage 4 von 5SchwerEin Modell lautet $h(x)=3\cdot \sin((\pi/6)x)+4$. Welche Beschreibung ist richtig?
Lösung: Amplitude $3$, Mittellinie $y=4$, Periode $12$ — Hier sind $a=3$, $b=\pi/6$ und $d=4$. Daher ist $T=2\pi/(\pi/6)=12$.
Frage 5 von 5SchwerWarum reicht das Ergebnis einer Arcusfunktion bei einem allgemeinen Kreisproblem nicht immer allein aus?
Lösung: Der zulässige Quadrant und weitere Aufgabenbedingungen müssen geprüft werden. — Wegen Symmetrie und Periodizität können außerhalb des festgelegten Ausgabebereichs weitere Winkel denselben Funktionswert besitzen.

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