Mathematik

Kurvendiskussion: Funktionen systematisch untersuchen

Kurvendiskussion: Funktionen systematisch untersuchen
Kurvendiskussion: Funktionen systematisch untersuchen
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Bei einer Kurvendiskussion bestimmst du Eigenschaften einer Funktion und setzt sie zu einem stimmigen Bild ihres Graphen zusammen. Du prüfst aber nicht blind immer dieselbe Liste: Definitionsbereich und Aufgabenstellung entscheiden, welche Untersuchungen sinnvoll und überhaupt möglich sind.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Zuerst den Untersuchungsplan festlegen

Lies vor dem Rechnen die Aufgabenstellung und den Funktionsterm. Eine Polynomfunktion hat andere Besonderheiten als eine gebrochenrationale Funktion oder eine Logarithmusfunktion. Deshalb ist eine „vollständige“ Kurvendiskussion keine starre Checkliste.

Ein verlässlicher Arbeitsplan sieht so aus:

  1. Definitionsbereich bestimmen: Welche $x$-Werte sind erlaubt?
  2. Einfache Eigenschaften nutzen: Gibt es Symmetrie? Wo schneidet der Graph die Achsen?
  3. Großes Bild klären: Wie verhält sich $f(x)$ an Rändern des Definitionsbereichs und für $x\to\pm\infty$? Gibt es Polstellen oder Asymptoten?
  4. Ableitungen bilden: Welche Ableitungen werden für die verlangten Untersuchungen benötigt?
  5. Verlauf begründen: Wo steigt oder fällt der Graph? Wo liegen Extrempunkte?
  6. Krümmung untersuchen: Wo ist der Graph links- oder rechtsgekrümmt? Wo ändert sich die Krümmung?
  7. Ergebnisse zusammensetzen: Markante Punkte, Verlauf und Grenzverhalten müssen gemeinsam zur Skizze passen.
Merke

Der Definitionsbereich kommt zuerst. Ableitungen, Nullstellen und Grenzwerte untersuchst du nur dort, wo die Funktion definiert ist.

Manche Schritte entfallen. Bei einer Polynomfunktion gibt es keine Definitionslücke. Eine quadratische Funktion hat keinen Wendepunkt, weil ihre zweite Ableitung eine von null verschiedene Konstante ist. Asymptoten spielen vor allem bei gebrochenrationalen und manchen anderen nichtpolynomialen Funktionen eine Rolle. Auf einem abgeschlossenen Intervall musst du für absolute Hoch- oder Tiefstwerte zusätzlich die Randwerte vergleichen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Untersuchung muss vor allen Rechnungen klären, welche Stellen überhaupt zulässig sind?
Lösung: Den Definitionsbereich bestimmen — Der Definitionsbereich legt fest, auf welchen Stellen alle weiteren Aussagen gelten dürfen.
Frage 2 von 2MittelEine Aufgabe verlangt nur Nullstellen und das Verhalten für $x\to\pm\infty$. Was ist sinnvoll?
Lösung: Genau diese Eigenschaften untersuchen und den Definitionsbereich vorher prüfen — Wähle die Schritte nach Funktion und Auftrag aus. Der Definitionsbereich bleibt die Grundlage.
Definitionsbereich, Symmetrie und Achsenschnittpunkte

Der Definitionsbereich $D_f$ enthält alle Zahlen, die du für $x$ einsetzen darfst. Häufige Einschränkungen sind:

  • Ein Nenner darf nicht null sein.
  • Unter einer Quadratwurzel muss der Ausdruck mindestens null sein.
  • Das Argument eines natürlichen Logarithmus muss größer als null sein.

Bei $g(x)=\frac{1}{x-2}$ gilt deshalb $D_g=\mathbb R\setminus\{2\}$. Dagegen ist jede Polynomfunktion für alle reellen Zahlen definiert.

Symmetrie kann Rechnungen sparen und dient später als Kontrolle:

  • Gilt für alle $x\in D_f$ die Gleichung $f(-x)=f(x)$, ist der Graph achsensymmetrisch zur $y$-Achse.
  • Gilt für alle $x\in D_f$ die Gleichung $f(-x)=-f(x)$, ist der Graph punktsymmetrisch zum Ursprung.
  • Gilt keine der beiden Gleichungen, folgt daraus nur: keine dieser beiden Symmetrien.

Für den Schnittpunkt mit der $y$-Achse setzt du $x=0$ ein — aber nur, wenn $0\in D_f$ gilt. Die Schnittpunkte mit der $x$-Achse erhältst du aus $f(x)=0$.

Beispiel

Für $p(x)=x^4-5x^2+4$ gilt $D_p=\mathbb R$. Da

$$p(-x)=(-x)^4-5(-x)^2+4=p(x),$$

ist der Graph zur $y$-Achse symmetrisch. Aus

$$x^4-5x^2+4=(x^2-1)(x^2-4)=0$$

folgen die Nullstellen $x=-2,-1,1,2$. Außerdem ist $p(0)=4$, also liegt der $y$-Achsenabschnitt bei $(0\mid4)$. Die paarweise auftretenden Nullstellen passen zur Achsensymmetrie.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas liefert die Gleichung $f(x)=0$?
Lösung: Die Nullstellen und damit die Schnittpunkte mit der $x$-Achse — An der $x$-Achse ist der Funktionswert $y=0$. Deshalb löst du $f(x)=0$.
Frage 2 von 2MittelFür $h(x)=\frac{1}{x}$ soll der $y$-Achsenabschnitt bestimmt werden. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Es gibt keinen, weil $0$ nicht zum Definitionsbereich gehört. — Prüfe vor dem Einsetzen den Definitionsbereich. Der Graph von $h$ schneidet die $y$-Achse nicht.
Grenzverhalten und Asymptoten passend prüfen

Grenzwerte beschreiben, woher ein Graph kommt und wohin er läuft. Du untersuchst zum Beispiel $x\to-\infty$, $x\to+\infty$ oder die Annäherung an eine ausgeschlossene Stelle.

Bei einer Polynomfunktion entscheidet der führende Term $a_nx^n$ über das Verhalten im Unendlichen:

Grad und Leitkoeffizientlinks: $x\to-\infty$rechts: $x\to+\infty$
gerade, $a_n\gt0$$f(x)\to+\infty$$f(x)\to+\infty$
gerade, $a_n\lt0$$f(x)\to-\infty$$f(x)\to-\infty$
ungerade, $a_n\gt0$$f(x)\to-\infty$$f(x)\to+\infty$
ungerade, $a_n\lt0$$f(x)\to+\infty$$f(x)\to-\infty$

Eine Asymptote ist eine Gerade oder eine einfachere Kurve, der sich der Graph annähert. Nicht jede Funktion besitzt eine Asymptote.

Beispiel

Für

$$g(x)=\frac{2x+1}{x-1}=2+\frac{3}{x-1}$$

gilt $D_g=\mathbb R\setminus\{1\}$. Wenn $x$ sich $1$ nähert, wird der Nenner des Restterms beliebig klein, während der Zähler $3$ bleibt. Daher ist $x=1$ eine senkrechte Asymptote. Für $x\to\pm\infty$ nähert sich $\frac{3}{x-1}$ der null; somit ist $y=2$ eine waagerechte Asymptote.

Bei einer ausgeschlossenen Stelle darfst du nicht allein aus „Nenner gleich null“ sofort auf eine senkrechte Asymptote schließen. Gemeinsame Faktoren in Zähler und Nenner können sich kürzen und stattdessen eine hebbare Lücke hinterlassen.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Aussage zu einer Polynomfunktion dritten Grades mit positivem Leitkoeffizienten stimmt?
Lösung: Links läuft der Graph nach unten und rechts nach oben. — Ein ungerader Grad führt zu entgegengesetzten Endrichtungen; das positive Vorzeichen bestimmt links unten und rechts oben.
Ableitungen als Informationen über den Graphen

Die Ableitungen verbinden Rechnung und Geometrie:

  • $f'(x)$ ist die Tangentensteigung. Positives Vorzeichen bedeutet Steigen, negatives Vorzeichen Fallen.
  • $f''(x)$ beschreibt, wie sich die Steigung verändert. Ihr Vorzeichen bestimmt die Krümmung.
  • $f'''(x)$ kann beim Nachweis eines Wendepunkts helfen, ersetzt aber nicht in jedem Fall die Betrachtung des Krümmungswechsels.

Bilde nur so viele Ableitungen, wie du wirklich brauchst. Schreibe vor jeder Rechnung auf, welche Regel du anwendest. Das verhindert besonders diese Fehler:

  • Bei $(u(x)\cdot v(x))'$ nur einen Faktor abzuleiten statt die Produktregel $u'v+uv'$ zu verwenden.
  • Bei verketteten Funktionen den inneren Faktor der Kettenregel zu vergessen.
  • Vorzeichen oder Exponenten beim Ableiten zu verlieren.
  • $f$, $f'$ und $f''$ zu verwechseln: Eine Nullstelle von $f'$ ist zunächst nur eine Stelle mit waagerechter Tangente, keine Nullstelle von $f$.
Beispiel

Für $f(x)=(2x^2+3x)\cdot x$ kannst du zuerst ausmultiplizieren:

$$f(x)=2x^3+3x^2.$$

Dann gilt

$$f'(x)=6x^2+6x$$

und

$$f''(x)=12x+6.$$

Die Produktregel führt zum selben Ergebnis: $(4x+3)\cdot x+(2x^2+3x)\cdot1=6x^2+6x$.

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Frage 1 von 1MittelWelche Ableitung gehört zu $q(x)=(x^2+1)^3$?
Lösung: $q'(x)=6x(x^2+1)^2$ — Mit der Kettenregel erhältst du $3(x^2+1)^2\cdot2x=6x(x^2+1)^2$.

Monotonie und Extrempunkte sicher begründen

Die Monotonie beschreibt, in welchen Intervallen der Graph steigt oder fällt. Gehe so vor:

  1. Löse $f'(x)=0$ und beachte Stellen, an denen $f'$ nicht definiert ist.
  2. Teile den Definitionsbereich an diesen Stellen in Intervalle.
  3. Bestimme das Vorzeichen von $f'$ in jedem Intervall.
  4. Deute: $f'(x)\gt0$ bedeutet steigend, $f'(x)\lt0$ fallend.

Ein strikter lokaler Extrempunkt entsteht bei einem Wechsel der Monotonie:

  • $f'$ wechselt von positiv zu negativ: Hochpunkt.
  • $f'$ wechselt von negativ zu positiv: Tiefpunkt.
  • Ist $f'$ in den Intervallen links und rechts von $x_E$ strikt gleichsignig, liegt dort kein strikter Extrempunkt vor.

Wenn $f'(x_E)=0$ und $f''(x_E)\lt0$ gilt, liegt ein Hochpunkt vor. Bei $f''(x_E)\gt0$ liegt ein Tiefpunkt vor. Ist $f''(x_E)=0$, ist der Test ergebnislos; dann prüfst du den Vorzeichenwechsel von $f'$ oder verwendest ein anderes geeignetes Kriterium.

Merke

$f'(x_E)=0$ ist im üblichen differenzierbaren Fall eine notwendige Bedingung für eine innere Extremstelle, aber noch kein Beweis für einen Extrempunkt.

Erst nach der Art des Extremums berechnest du den Punkt $E(x_E\mid f(x_E))$. Auf einem abgeschlossenen Intervall $[a,b]$ vergleichst du für absolute Extrema außerdem $f(a)$ und $f(b)$ mit den inneren Extremwerten.

Beispiel

Für $r(x)=x^3$ ist $r'(x)=3x^2$. Zwar gilt $r'(0)=0$, aber $r'$ ist links und rechts von $0$ positiv. Der Graph steigt auf beiden Seiten weiter. Deshalb ist $(0\mid0)$ kein Extrempunkt.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEs gilt $f'(2)=0$ und $f''(2)=0$. Was darfst du sicher schließen?
Lösung: Der Test mit der zweiten Ableitung entscheidet hier nicht; weitere Prüfung ist nötig. — Prüfe zum Beispiel das Vorzeichen von $f'$ links und rechts von $2$. Erst der Verlauf entscheidet über ein Extremum.
Frage 2 von 2SchwerEine stetige Funktion wird nur auf $[-2,3]$ untersucht. Du hast alle inneren Extremstellen gefunden. Was fehlt für absolute Extrema?
Lösung: Die Funktionswerte an $x=-2$ und $x=3$ vergleichen — Auf einem abgeschlossenen Intervall können größter und kleinster Funktionswert an einem Rand liegen.
Krümmung und Wendepunkte nachweisen

Die zweite Ableitung zeigt, wie sich die Steigung verändert:

  • $f''(x)\gt0$: Die Steigung nimmt zu; der Graph ist linksgekrümmt oder konvex.
  • $f''(x)\lt0$: Die Steigung nimmt ab; der Graph ist rechtsgekrümmt oder konkav.

Ein Wendepunkt ist ein Punkt, an dem die Krümmung wechselt. Kandidaten sind zulässige Stellen $x_W\in D_f$, an denen $f''(x_W)=0$ gilt oder $f''$ nicht existiert. Für einen Nachweis muss $f$ an $x_W$ stetig sein; dann prüfst du, ob $f''$ beim Übergang über $x_W$ das Vorzeichen wechselt. Häufig genügt auch: $f''(x_W)=0$ und $f'''(x_W)\ne0$. Danach berechnest du $W(x_W\mid f(x_W))$.

Ein Wendepunkt mit waagerechter Tangente, also zusätzlich $f'(x_W)=0$, heißt Sattelpunkt. Nicht jede Stelle mit $f''(x)=0$ ist ein Wendepunkt, und nicht jeder Wendepunkt ist ein Sattelpunkt.

Beispiel

Bei $s(x)=x^4$ gilt $s''(x)=12x^2$. Die Gleichung $s''(x)=0$ liefert $x=0$. Links und rechts davon ist $s''(x)\gt0$; es gibt keinen Vorzeichenwechsel. Daher besitzt $s$ bei $x=0$ keinen Wendepunkt.

In Anwendungen musst du die Bedeutung der Funktion beachten. Ein Wendepunkt von $f$ kann eine Stelle stärkster Zu- oder Abnahme beschreiben, weil $f'$ dort ein Extremum haben kann. Wenn $f$ selbst aber eine Geschwindigkeit darstellt und die größte Geschwindigkeit gesucht ist, untersuchst du die Extrempunkte von $f$.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelBei $x=1$ wechselt $f''$ von negativ zu positiv. Wie deutest du das?
Lösung: Gehört $1$ zum Definitionsbereich und ist $f$ dort stetig, wechselt die Krümmung von rechts- zu linksgekrümmt; dann liegt eine Wendestelle vor. — Für den vollständigen Wendepunkt fehlt noch der Funktionswert $f(1)$.
Frage 2 von 2SchwerEine Wegfunktion $f(t)$ beschreibt den zurückgelegten Weg. Was beschreibt ein Extremum von $f'(t)$?
Lösung: Eine besonders große oder kleine momentane Geschwindigkeit — Deute zuerst die Größen: Die Ableitung einer Wegfunktion ist die momentane Geschwindigkeit.
Vollständiges Beispiel und Graphskizze

Wir untersuchen die Polynomfunktion

$$f(x)=x^3-3x.$$

Grunddaten und Endverhalten

Als Polynomfunktion hat $f$ den Definitionsbereich $\mathbb R$. Wegen

$$f(-x)=(-x)^3-3(-x)=-x^3+3x=-f(x)$$

ist der Graph punktsymmetrisch zum Ursprung.

Die Nullstellen folgen aus

$$x^3-3x=x(x^2-3)=0.$$

Damit sind $x=-\sqrt3$, $x=0$ und $x=\sqrt3$ die Nullstellen. Der $y$-Achsenabschnitt ist ebenfalls $(0\mid0)$. Der führende Term $x^3$ zeigt:

$$f(x)\to-\infty\text{ für }x\to-\infty,$$

$$f(x)\to+\infty\text{ für }x\to+\infty.$$

Eine Polynomfunktion wie diese hat keine senkrechte oder waagerechte Asymptote.

Ableitungen, Monotonie und Extrema

Die benötigten Ableitungen sind

$$f'(x)=3x^2-3,\qquad f''(x)=6x,\qquad f'''(x)=6.$$

Aus $f'(x)=3(x-1)(x+1)=0$ folgen die Kandidaten $x=-1$ und $x=1$. Das Vorzeichen von $f'$ ist positiv für $x\lt-1$, negativ für $-1\lt x\lt1$ und positiv für $x\gt1$. Also gilt:

  • $f$ steigt auf $(-\infty,-1)$,
  • $f$ fällt auf $(-1,1)$,
  • $f$ steigt auf $(1,\infty)$.

Der Wechsel von Steigen zu Fallen liefert einen Hochpunkt bei $x=-1$. Der Wechsel von Fallen zu Steigen liefert einen Tiefpunkt bei $x=1$. Die zweite Ableitung bestätigt dies:

$$f''(-1)=-6\lt0,\qquad f''(1)=6\gt0.$$

Mit $f(-1)=2$ und $f(1)=-2$ erhalten wir

$$H(-1\mid2),\qquad T(1\mid-2).$$

Krümmung und Wendepunkt

Aus $f''(x)=6x$ folgt: Für $x\lt0$ ist der Graph rechtsgekrümmt, für $x\gt0$ linksgekrümmt. Bei $x=0$ wechselt das Vorzeichen. Es liegt also ein Wendepunkt vor. Da $f(0)=0$, ist er

$$W(0\mid0).$$

Zusätzlich gilt $f'(0)=-3\ne0$. Der Wendepunkt ist daher kein Sattelpunkt.

Ergebnisse zur Skizze verbinden

Trage zuerst die drei Nullstellen, den Hochpunkt, den Tiefpunkt und den Wendepunkt ein. Zeichne dann den Verlauf so, dass er

  • links unten beginnt und rechts oben endet,
  • in den berechneten Intervallen steigt oder fällt,
  • bei $x=0$ die Krümmung wechselt,
  • und punktsymmetrisch zum Ursprung ist.

Kontrolliere Widersprüche: Ein gezeichneter Tiefpunkt bei $(-1\mid2)$ wäre mit dem Vorzeichenwechsel von $f'$ unvereinbar. Eine Skizze, die bei $x=0$ waagerecht verläuft, widerspräche $f'(0)=-3$.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWarum ist $(0\mid0)$ im Beispiel kein Sattelpunkt?
Lösung: Weil zwar ein Wendepunkt vorliegt, aber $f'(0)=-3$ und die Tangente nicht waagerecht ist. — Ein Sattelpunkt ist ein Wendepunkt mit waagerechter Tangente. Dafür müsste zusätzlich $f'(0)=0$ gelten.
Frage 2 von 2SchwerWelche Beobachtung würde die berechnete Graphskizze sicher widerlegen?
Lösung: Der Graph fällt für alle $x\gt1$. — Für $x\gt1$ gilt $f'(x)\gt0$. Dort muss der Graph steigen.
Diagnose-Übung: Finde und repariere Fehler

Untersuche die Behauptungen zur Funktion $u(x)=x^3$ zuerst selbst. Entscheide jeweils, was falsch ist, und formuliere die kleinste Korrektur.

  1. „Aus $u'(0)=0$ folgt ein Tiefpunkt bei $(0\mid0)$.“
  2. „Weil $u''(0)=0$, liegt automatisch ein Wendepunkt vor.“
  3. „Der Wendepunkt ist kein Sattelpunkt, denn eine Nullstelle kann nie ein Sattelpunkt sein.“
Gut zu wissen

Lösung und Diagnose:

  1. $u'(x)=3x^2$ ist auf beiden Seiten von $0$ positiv. Es gibt keinen Monotoniewechsel und damit keinen Tiefpunkt.
  2. Die Gleichung $u''(0)=0$ liefert nur einen Kandidaten. Hier ist $u''(x)=6x$; das Vorzeichen wechselt tatsächlich von negativ zu positiv. Deshalb liegt ein Wendepunkt vor.
  3. $u'(0)=0$ zeigt eine waagerechte Tangente. Zusammen mit dem nachgewiesenen Wendepunkt ist $(0\mid0)$ gerade ein Sattelpunkt. Dass der Punkt zugleich eine Nullstelle ist, spielt für diese Einordnung keine Rolle.

Nutze für deine eigene Kurvendiskussion am Ende diese Kontrollfragen:

  • Habe ich jede berechnete Stelle in den Definitionsbereich eingeordnet?
  • Habe ich Kandidaten und nachgewiesene Punkte unterschieden?
  • Habe ich bei jedem Punkt auch den Funktionswert mit $f$, nicht mit $f'$ oder $f''$, berechnet?
  • Stimmen Monotonie, Extrempunkte, Krümmung, Symmetrie und Endverhalten mit der Skizze überein?
  • Habe ich bei einem abgeschlossenen Intervall die Randwerte geprüft?
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Frage 1 von 1SchwerJemand schreibt zu $u(x)=x^3$: „$u'(0)=0$, also liegt ein Extrempunkt vor.“ Welche Reparatur trifft den Kern des Fehlers?
Lösung: Das Vorzeichen von $u'$ auf beiden Seiten prüfen; es bleibt positiv, also gibt es keinen Extrempunkt. — Eine notwendige Bedingung liefert einen Kandidaten. Der Vorzeichenwechsel von $u'$ entscheidet hier, und er fehlt.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Kurvendiskussion
    • Grundlage: Definitionsbereich und Aufgabenstellung
    • Einfache Merkmale: Symmetrie und Achsenschnittpunkte
    • Globales Verhalten: Grenzwerte und mögliche Asymptoten
    • Erste Ableitung: Monotonie und Extrempunkte
    • Zweite Ableitung: Krümmung und Wendepunkte
    • Synthese: Punkte, Intervalle und Verhalten zur Graphskizze verbinden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 5LeichtWelche Gleichung liefert zunächst Kandidaten für innere Extremstellen einer differenzierbaren Funktion?
Lösung: $f'(x)=0$ — Waagerechte Tangenten findest du über $f'(x)=0$. Ob dort ein Extrempunkt liegt, musst du anschließend prüfen.
Frage 2 von 5MittelEs gilt $f'(x)\lt0$ auf $(-3,2)$ und $f'(x)\gt0$ auf $(2,5)$. Welche Aussage folgt bei stetigem Verlauf an $x=2$?
Lösung: Bei $x=2$ wechselt der Graph von fallend zu steigend; dort liegt ein Tiefpunkt. — Der Vorzeichenwechsel von negativ zu positiv weist einen Tiefpunkt nach. Den zugehörigen $y$-Wert erhältst du mit $f(2)$.
Frage 3 von 5MittelWelche Aussage weist einen Wendepunkt bei $x_W$ zuverlässig nach?
Lösung: Es gilt $x_W\in D_f$, $f$ ist dort stetig und $f''$ wechselt beim Übergang über $x_W$ das Vorzeichen. — Ein Wendepunkt verlangt einen Krümmungswechsel an einem zum Graphen gehörenden, stetigen Punkt. Eine waagerechte Tangente ist nur für den Sonderfall Sattelpunkt zusätzlich nötig.
Frage 4 von 5SchwerBei einer Kurvendiskussion einer gebrochenrationalen Funktion wird eine Nennernullstelle gefunden. Was ist der beste nächste Schritt?
Lösung: Prüfen, ob die Stelle ausgeschlossen bleibt und wie sich die Funktion von beiden Seiten nähert — Erst Definitionsbereich, mögliche Kürzungen und Grenzverhalten entscheiden, ob eine Polstelle mit senkrechter Asymptote vorliegt.
Frage 5 von 5SchwerDeine berechnete Skizze zeigt einen Hochpunkt, obwohl $f'$ links und rechts der Stelle positiv ist. Wie löst du den Widerspruch?
Lösung: Der Hochpunkt ist falsch; ohne Wechsel von positiv zu negativ steigt der Graph auf beiden Seiten. — Nutze die Ergebnisse als gegenseitige Kontrolle: Monotonie und Art eines Extrempunkts müssen zusammenpassen.

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