Mathematik

Betrag eines Vektors berechnen und anwenden

Betrag eines Vektors berechnen und anwenden
Betrag eines Vektors berechnen und anwenden
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Der Betrag eines Vektors ist seine Länge. Du berechnest ihn, indem du die Komponenten quadrierst, addierst und aus der Summe die Quadratwurzel ziehst. So kannst du auch den Abstand zwischen zwei Punkten bestimmen.

Deine Lernziele

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Was der Betrag bedeutet

Ein Vektor beschreibt eine Verschiebung mit einer bestimmten Richtung und Länge. Verschiedene gleich lange, parallele und gleich orientierte Pfeile können denselben Vektor darstellen.

Definition

Betrag eines Vektors

Der Betrag $|\vec v|$ ist die Länge eines Vektors beziehungsweise jedes Pfeils, der diesen Vektor darstellt. Ein Betrag ist niemals negativ.

Die Aussage $|\vec v|=5$ bedeutet: Der Vektor ist fünf Längeneinheiten lang. Die Betragsstriche machen aus dem Vektor eine Zahl, die seine Länge angibt.

Beispiel

Der Nullvektor $\vec 0=(0;0)$ bewirkt keine Verschiebung. Seine Länge ist deshalb $|\vec 0|=0$.

Die Vektoren $(6;-2)$ und $(-6;2)$ zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Sie haben trotzdem dieselbe Länge, weil sich nur die Richtung geändert hat.

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Frage 1 von 2LeichtWas beschreibt $|\vec v|$?
Lösung: Die Länge des Vektors — Der Betrag fasst die Komponenten zu einer nichtnegativen Länge zusammen.
Frage 2 von 2MittelEin Vektor und sein Gegenvektor zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Wie verhalten sich ihre Beträge?
Lösung: Ihre Beträge sind gleich. — Das Ändern aller Vorzeichen kehrt die Richtung um, lässt die Länge aber unverändert.
Wie du den Betrag berechnest

Für einen zweidimensionalen Vektor $\vec v=(v_1;v_2)$ gilt:

$$|\vec v|=\sqrt{v_1^2+v_2^2}$$

Für einen dreidimensionalen Vektor $\vec v=(v_1;v_2;v_3)$ gilt:

$$|\vec v|=\sqrt{v_1^2+v_2^2+v_3^2}$$

Die Anzahl der Komponenten entscheidet, welche Formel du verwendest.

Merke

Gehe immer in derselben Reihenfolge vor: quadrieren – addieren – Quadratwurzel ziehen. Setze negative Komponenten beim Quadrieren in Klammern.

Die Formel folgt aus dem Satz des Pythagoras. In der Ebene bilden die beiden Komponenten die Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks. Der Vektorpfeil ist die Hypotenuse. Im Raum wird der Satz des Pythagoras ein zweites Mal mit der dritten Komponente angewendet.

Beispiel

Gegeben ist $\vec v=(5;12)$.

$$|\vec v|=\sqrt{5^2+12^2}$$

Zuerst werden die Komponenten quadriert:

$$|\vec v|=\sqrt{25+144}$$

Dann wird addiert und die Wurzel gezogen:

$$|\vec v|=\sqrt{169}=13$$

Der Vektor ist also 13 Längeneinheiten lang.

Beispiel

Gegeben ist $\vec b=(-2;3;-6)$.

$$|\vec b|=\sqrt{(-2)^2+3^2+(-6)^2}$$

$$|\vec b|=\sqrt{4+9+36}=\sqrt{49}=7$$

Die negativen Komponenten verkürzen den Vektor nicht. Durch das Quadrieren liefern sie positive Beiträge zur Länge.

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Frage 1 von 3LeichtWelche Schrittfolge berechnet einen Vektorbetrag richtig?
Lösung: Komponenten quadrieren, Ergebnisse addieren, Quadratwurzel ziehen — Die Betragsformel ist eine Anwendung des Satzes des Pythagoras.
Frage 2 von 3MittelWie groß ist der Betrag von $\vec a=(2;-4)$?
Lösung: $\sqrt{20}=2\sqrt{5}$ — Richtig ist $|\vec a|=\sqrt{2^2+(-4)^2}=\sqrt{4+16}=\sqrt{20}=2\sqrt{5}$.
Frage 3 von 3SchwerZwei Vektoren haben dieselben ersten beiden Komponenten. Der zweite Vektor besitzt zusätzlich eine dritte Komponente, die nicht null ist. Wie verhalten sich ihre Beträge?
Lösung: Der dreidimensionale Vektor hat den größeren Betrag. — In 3D kommt das positive Quadrat der dritten Komponente hinzu. Deshalb ist die Länge größer, wenn diese Komponente nicht null ist.
Wie du Punktabstände bestimmst

Der Abstand zweier Punkte ist die Länge ihres Verbindungsvektors. Bilde diesen Vektor mit der Regel Ziel minus Start.

Für $P_1(x_1;y_1)$ und $P_2(x_2;y_2)$ gilt:

$$\overrightarrow{P_1P_2}=(x_2-x_1;y_2-y_1)$$

Damit erhältst du:

$$d(P_1,P_2)=\sqrt{(x_2-x_1)^2+(y_2-y_1)^2}$$

Im Raum kommt die quadrierte Differenz der dritten Koordinate hinzu.

Beispiel

Gegeben sind $P(1;2)$ und $Q(8;-1)$.

Zuerst bildest du den Verbindungsvektor:

$$\overrightarrow{PQ}=(8-1;-1-2)=(7;-3)$$

Dann berechnest du seinen Betrag:

$$d(P,Q)=|\overrightarrow{PQ}|=\sqrt{7^2+(-3)^2}=\sqrt{58}$$

Der Abstand der Punkte beträgt somit $\sqrt{58}$ Längeneinheiten.

Merke

Beim Verbindungsvektor müssen alle Koordinaten in derselben Reihenfolge subtrahiert werden. Vertauschst du Start und Ziel vollständig, ändert sich nur die Richtung des Vektors; der Abstand bleibt gleich.

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Frage 1 von 3LeichtWelcher Rechenschritt steht am Anfang einer Abstandsberechnung?
Lösung: Den Verbindungsvektor durch Ziel minus Start bilden — Der Abstand ist der Betrag des Verbindungsvektors.
Frage 2 von 3MittelGegeben sind $A(2;1)$ und $B(5;5)$. Wie groß ist ihr Abstand?
Lösung: $5$ — Es ist $\overrightarrow{AB}=(3;4)$ und damit $d(A,B)=\sqrt{3^2+4^2}=5$.
Frage 3 von 3SchwerWas geschieht mit dem Abstand, wenn du statt $\overrightarrow{PQ}$ den Vektor $\overrightarrow{QP}$ verwendest?
Lösung: Der Abstand bleibt gleich. — Die beiden Verbindungsvektoren sind Gegenvektoren und besitzen denselben Betrag.
Welche Regeln für Beträge gelten

Für jeden Vektor $\vec v$ gilt die Nichtnegativität:

$$|\vec v|\geq 0$$

Nur der Nullvektor besitzt den Betrag null. Außerdem gilt für eine Zahl $k$:

$$|k\vec v|=|k|\cdot|\vec v|$$

Eine Multiplikation mit $k=3$ verdreifacht die Länge. Ein negatives $k$ verändert zusätzlich die Richtung, doch für die Länge zählt der Betrag $|k|$.

Für zwei Vektoren gilt die Dreiecksungleichung:

$$|\vec a+\vec b|\leq |\vec a|+|\vec b|$$

Die direkte Gesamtverschiebung kann nicht länger sein als die Summe der beiden einzeln zurückgelegten Strecken.

Definition

Einheitsvektor

Ein Einheitsvektor ist ein Vektor mit dem Betrag $1$. Einen Vektor $\vec v\neq\vec 0$ normierst du, indem du ihn durch seinen Betrag teilst:

$$\vec e=\frac{\vec v}{|\vec v|}$$

Beim Normieren bleibt die Richtung erhalten, während die Länge auf $1$ geändert wird. Der Nullvektor kann nicht normiert werden, weil sein Betrag null ist und eine Division durch null nicht erlaubt ist.

Beispiel

Für $\vec v=(3;4)$ gilt $|\vec v|=5$. Der zugehörige Einheitsvektor ist daher

$$\vec e=\frac{1}{5}(3;4)=\left(\frac{3}{5};\frac{4}{5}\right).$$

Sein Betrag ist

$$|\vec e|=\sqrt{\left(\frac{3}{5}\right)^2+\left(\frac{4}{5}\right)^2}=\sqrt{1}=1.$$

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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage gilt für jeden Vektorbetrag?
Lösung: Er ist größer oder gleich null. — Der Nullvektor hat den Betrag null; alle anderen Vektoren haben einen positiven Betrag.
Frage 2 von 3MittelEin Vektor hat den Betrag $4$ und wird mit $-3$ multipliziert. Welchen Betrag hat das Ergebnis?
Lösung: $12$ — Es gilt $|-3\vec v|=|-3|\cdot|\vec v|=3\cdot4=12$.
Frage 3 von 3SchwerWarum lässt sich der Nullvektor nicht normieren?
Lösung: Seine Normierung würde eine Division durch null erfordern. — Weil $|\vec 0|=0$ gilt, ist der Ausdruck $\vec 0/|\vec 0|$ nicht definiert.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Betrag eines Vektors
    • Bedeutung: Länge eines Vektors
    • Berechnung: Quadrate der Komponenten addieren und Wurzel ziehen
    • Grundlage: Satz des Pythagoras
    • Anwendung: Abstand als Betrag des Verbindungsvektors
    • Regeln: nichtnegativ, Skalierung und Dreiecksungleichung
    • Normierung: Länge auf eins setzen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Formel gehört zum Vektor $\vec v=(v_1;v_2;v_3)$?
Lösung: $|\vec v|=\sqrt{v_1^2+v_2^2+v_3^2}$ — Im dreidimensionalen Raum gehen alle drei Komponentenquadrate in die Länge ein.
Frage 2 von 4MittelWie groß ist der Betrag von $\vec c=(-6;8)$?
Lösung: $10$ — Es gilt $|\vec c|=\sqrt{(-6)^2+8^2}=\sqrt{36+64}=10$.
Frage 3 von 4MittelDie Punkte $R(-1;2;3)$ und $S(2;6;3)$ sind gegeben. Wie groß ist ihr Abstand?
Lösung: $5$ — Der Verbindungsvektor ist $\overrightarrow{RS}=(3;4;0)$. Sein Betrag beträgt $\sqrt{3^2+4^2+0^2}=5$.
Frage 4 von 4SchwerEin Vektor $\vec v$ hat den Betrag $6$. Ein zweiter Vektor ist $\vec w=-\frac{1}{2}\vec v$. Welche Aussage stimmt?
Lösung: $|\vec w|=3$, und $\vec w$ zeigt in die entgegengesetzte Richtung. — Es gilt $|\vec w|=|-\frac{1}{2}|\cdot6=3$. Das Minuszeichen kehrt die Richtung um.

Wenn du bei jeder Aufgabe zuerst klärst, ob Komponenten oder Punktkoordinaten gegeben sind, führt dich das Rechenschema sicher zum Ergebnis: Verbindungsvektor bilden, falls nötig, dann quadrieren, addieren und die Quadratwurzel ziehen.

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